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Schirin Homeier: Sonnige Traurigtage

Rezensiert von Prof. Dr. Annemarie Jost, 18.04.2006

Cover Schirin Homeier: Sonnige Traurigtage ISBN 978-3-938304-16-7

Schirin Homeier: Sonnige Traurigtage. Mabuse-Verlag GmbH (Frankfurt am Main) 2006. 128 Seiten. ISBN 978-3-938304-16-7. 19,80 EUR.
Vorwort von Fritz Mattejat
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Zur Zielgruppe des Buches

Sonnige Traurigtage ist zunächst eine Kindergeschichte, die von der neunjährigen Mona handelt, die mit ihrer allein erziehenden psychisch kranken Mutter zusammenlebt. Die Geschichte wird ergänzt durch kindgerechte Sachinformationen zum Thema Psychiatrie und zu Hilfsmöglichkeiten für Kinder psychisch kranker Eltern. Den dritten Teil des Buches bildet ein Ratgeber für Eltern und andere Bezugspersonen. Auf diese Weise bietet das Buch betroffenen Familien Hilfestellungen im Umgang mit Problemen, die sich aus der psychischen Erkrankung eines Elterteiles ergeben und eignet sich hervorragend als Unterstützungslektüre für Beratungsangebote für psychisch kranke Eltern und ihre Kinder. So wendet sich das Buch auch an Lehrer, Ärzte, Sozialarbeiter, Psychologen und andere in der Beratung Tätige.

Zur Gestaltung und zum Inhalt

Nach einem Vorwort von Fritz Mattejat  beginnt das Buch mit der Geschichte von Mona. Hier findet man große Bilder und eine Geschichte, die auf 4 bis 20zeiligen Seiten in großer Schrift erzählt wird und von Kindern ab ca. 7 Jahren gelesen werden kann. Meinen achtjährigen Sohn hat die Geschichte sehr angesprochen. Mona schildert zunächst schöne Erlebnisse mit ihrer Mutter und erfährt dann, wie sich ihre Mutter (vermutlich auf Grund einer schweren Depression) plötzlich wenig um sie und den Haushalt kümmern kann. Mona versucht nun, Verantwortung zu übernehmen und unternimmt  vieles, um ihre Mutter gesund zu machen, sie vergräbt sogar in einem magischen Ritual ihr Lieblingsstofftier. Schließlich holt sie sich bei ihrer Lehrerin Unterstützung, nachdem diese das Thema "Psychische Erkrankungen" im Unterricht besprochen hat (was meinen Sohn allerdings sehr überraschte, er meinte, dieses Thema sei bei ihnen bis zur 4. Klasse nie im Unterricht besprochen worden).

Im folgenden kindgerechten Informationsteil wird - wieder durch Bilder veranschaulicht - erklärt, was psychische Krankheiten sind, wer Hilfestellungen für die Eltern gibt  und was in einer psychiatrischen Klinik geschieht. Dann werden die Kinder selbst angesprochen und angeregt, persönliche Beobachtungen im Buch zu notieren, und es geht um Notrufnummern, Internetadressen, Unterstützungsmöglichkeiten im Umfeld und Familienberatungsstellen. Besondere Aufmerksamkeit ist auch der Erstellung eines Notfallplans gewidmet.

Teil III bietet Beratung für Eltern und andere Bezugspersonen über die Belastungen der Kinder, die sich aus Informationsdefiziten, Trennungserlebnissen, Verantwortungsübernahme, eigenen Ängsten und schwer zu verarbeitenden Gefühlen ergeben und endet mit dem Fazit, dass Kinder von psychisch kranken Eltern trotz der elterlichen Erkrankung ein Recht auf persönliche Entfaltung haben und ihre Gefühle bejahen und kindgemäße Bedürfnisse anmelden dürfen.  Hierbei brauchen sie die Unterstützung der Eltern und das Engagement des sozialen Umfeldes.

Fazit

Ich kann Frau Homeier sehr zu diesem geglückten Buch gratulieren, das den aktuellen Stand der Fachdiskussion zielgruppengerecht aufarbeitet und einen wichtigen Beitrag zu Beratung und Aufklärung der von der psychischen Erkrankung eines Elternteiles betroffenen Familien leistet!

Rezension von
Prof. Dr. Annemarie Jost
Professorin für Sozialpsychiatrie an der Fakultät 4 der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg
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Es gibt 138 Rezensionen von Annemarie Jost.

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Zitiervorschlag
Annemarie Jost. Rezension vom 18.04.2006 zu: Schirin Homeier: Sonnige Traurigtage. Mabuse-Verlag GmbH (Frankfurt am Main) 2006. ISBN 978-3-938304-16-7. Vorwort von Fritz Mattejat. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/3724.php, Datum des Zugriffs 26.11.2022.


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