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Beat Schmocker (Hrsg.): [...] Silvia Staub-Bernasconi und das Spannungsfeld Soziale Arbeit

Cover Beat Schmocker (Hrsg.): Liebe, Macht und Erkenntnis. Silvia Staub-Bernasconi und das Spannungsfeld Soziale Arbeit. Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb (Freiburg) 2006. 572 Seiten. ISBN 978-3-7841-1624-2. 32,00 EUR, CH: 48,00 sFr.
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Das Thema

Mit den Beiträgen zu diesem Buch wird das Lebenswerk der Sozialarbeiterin und Wissenschaftlerin Silvia Staub-Bernasconi gewürdigt.

Zum Herausgeber

Beat Schmocker, früherer Student von Silvia Staub-Bernasconi,ist Professor für Theorien, Geschichte und Methodologie der Sozialen Arbeit  an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist in fünf Abteilungen strukturiert:

  1. Spuren (Geschichte),
  2. Praxis,
  3. Methoden,
  4. Profession und
  5. Politik.

Die thematischen Einzelbeiträge machen es möglich, innerhalb des Buches zu springen und es für Einzelfragen wie ein Kompendium nutzen zu können. 

Im diesem Jahr ist Silvia Staub-Bernasconi siebzig Jahre alt geworden. Bevor sie 1997 dem Ruf der TU als Nachfolgerin von C. W. Müller nach Berlin folgte, war sie 30 Jahre Dozentin an der vormaligen Schule für Soziale Arbeit in Zürich. Zusammen mit Werner Obrecht, Kaspar Geiser und anderen steht sie zentral für die Ideen der sog. Züricher Schule ein.

Dieser 70. Geburtstag war für den Herausgeber Anlass, das Engagement für und die kritische Bereicherung der Sozialen Arbeit durch das Lebenswerk von Staub-Bernasconi zu würdigen. Dazu hat er 31 andere Kolleginnen und Kollegen, die sich auf die eine oder andere Art und Weise mit Staub-Bernasconi verbunden fühlen, für einen Beitrag gewonnen. Herausgekommen ist dabei ein spannendes, informatives und anregendes Buch. Der Titel des Buches nimmt Bezug auf eine zentrale Metapher von Jane Addams, wonach die Verknüpfung von ÈLiebeÇ und ÈMachtÇ das zentrale Merkmal der Profession Sozialer Arbeit sei. Dies hat Staub-Bernasconi in ihrer Arbeit um eine Dimension ÈErkenntnisÇ erweitert. In konsequenter Schlussfolgerung ihrer sozialen und politischen Positionen ist für sie Soziale Arbeit nur als Menschenrechtsprofession denkbar.

In der persönlichen Beschäftigung und/oder in kritischer Auseinandersetzung mit den Aussagen von Staub-Bernasconi bieten die 32 einzelnen Beiträge viele fachliche Bezüge und Informationen. Abgesehen von den hierzulande zumeist relativ unbekannten Schweizer Professionellen haben zu diesem Buch auch viele bekannte deutsche Fachkräfte beigetragen. Zu nennen sind unter anderem Marianne Meinhold, Hiltrud von Spiegel, Ernst Engelke, Maja Heiner, Werner Thole, Rita Sahle, Richard Sorg, Christina Thürmer-Rohr und Wolf Reiner Wendt. In ihrer jeweiligen Beschäftigung mit dem Werk und der Bedeutung von Staub-Bernasconi sind ausgesprochen informative und anregende Beiträge entstanden, die förmlich zur weiteren Diskussion einladen.

Zielgruppen

Das Buch kann für alle Fachkräfte der Sozialen Arbeit eine Bereichung sein, die ihr Interesse auch für die theoretischen Fragen innerhalb der Profession nicht verloren haben. Darüber hinaus wäre wünschenswert, wenn mindestens ein Exemplar in jeder Fachhochschulbibliothek stehen würde, so dass es auch für Studierende der Sozialen Arbeit leicht zugänglich sein könnte.

Fazit

Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen und kann es allen Fachkräften, die immer noch oder schon wieder an Fragen der Professionalisierung der Sozialen Arbeit interessiert sind, sehr empfehlen. Ausgehend von dem Anspruch von Staub-Bernasconi, dass das Soziale auch politisch und damit parteiisch sein muss, hebt sich dieses Buch angenehm von so manchen vom neoliberalen Zeitgeist geprägten fachlichen Zumutungen ab.


Rezension von
Prof. i.R. Dr. Peter Bünder
Vormals Hochschule - University of Applied Sciences - Düsseldorf, Lehrgebiet Erziehungswissenschaft am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Homepage www.systemische-praxis-bruehl.de
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Zitiervorschlag
Peter Bünder. Rezension vom 28.10.2006 zu: Beat Schmocker (Hrsg.): Liebe, Macht und Erkenntnis. Silvia Staub-Bernasconi und das Spannungsfeld Soziale Arbeit. Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb (Freiburg) 2006. ISBN 978-3-7841-1624-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/3803.php, Datum des Zugriffs 06.07.2020.


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