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Norbert Bolz: Die Helden der Familie

Cover Norbert Bolz: Die Helden der Familie. Wilhelm Fink Verlag (München) 2006. 119 Seiten. ISBN 978-3-7705-4330-4. 9,90 EUR.
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Thema und Autor

Auweia! Da hat aber jemand Staub aufgewirbelt! Hehre Vertreter der Sozialwissenschaft ebenso, wie Frauenverbände und politisch korrekt denkende moderne Menschen zeigten sich empört. Die politischen Parteien verhalten sich in ihrer Kritik eher vorsichtig, von der CSU wird das Buch "Helden der Familie" als Lesetipp empfohlen.

Worum geht es in dem schmalen, 99 Seiten umfassenden  Band von Professor Dr. Norbert Bolz? Der Medien- und Kommunikationswissenschaftler, 1953 in Ludwigshafen geboren, lehrt an der TU Berlin im Fachbereich Medienwissenschaft/Medienberatung. In akademischen Fachkreisen ist er durch  vielfältige Veröffentlichungen eingeführt. Furore machte vor ein paar Jahren seine These, dass die moderne Kommunikation in gewisser Weise als Ersatz für Religion gesehen werden könne. Der breiteren Öffentlichkeit ist er durch Interviews in Presse und den elektronischen Medien  bekannt. Wegen des öffentlichen Echos  auf sein  Buch lud ihn Frau Maischberger im Mai 2006 Jahres in ihre Fernsehsendung "Menschen bei Maischberger" ein und gab ihm Gelegenheit, seine Thesen  in der Runde der Gesprächspartner vorzutragen und zu erläutern.

Inhalt

Kurz: In seiner Veröffentlichung geht es um den Stellenwert der Familie in Kultur und Gesellschaft heutzutage und nicht zuletzt um die Rolle und das Selbstverständnis der Frauen. Brisant wird die Diskussion durch die Familienpolitik der Parteien und deren Bemühen, die verschiedenen Gruppeninteressen in unserer Gesellschaft gegeneinander auszubalancieren, um Handlungskonzepte für die Zukunft zu entwickeln. Die Vorstellung davon, was der Begriff Familie beinhaltet, was er der Gesellschaft bedeutet, hat sich im öffentlichen Bewusstsein in den letzten Jahrzehnten stark verändert und Bolz macht darauf aufmerksam, dass diese Veränderungen, insbesondere die Entwertung ihrer sozialen Rolle und ihrer Verantwortung zugunsten staatlicher Institutionen, ins Ungewisse führen.

Natürlich ist die Öffentlichkeit alarmiert, wegen der rascheren Folgen tief greifender Reformversuche der politisch Verantwortlichen, nicht zuletzt in der Familienpolitik. Für  viele Betroffenen werden die Steuerungselemente immer unübersichtlicher. Die Zeit, als die Frau sich um Hausstand und Kinder kümmerte, der Mann das Geld für das tägliche Auskommen verdiente und schließlich die Rente erwartet werden konnte, die  für Mann und Frau Sicherheit im Alter versprach, sind vorbei. Weshalb eigentlich? Was ist passiert?

Bolz stellt dar, dass der Staat, und hierfür macht er vornehmlich sozialdemokratische Kräfte verantwortlich, die Familie mehr und mehr in ihrer Bedeutung und Verantwortung demontiert hat. Er nennt das: Die Enteignung der Lebenssorge.

Für sein Buch hat Bolz viel Kritik geerntet, aber auch Aufmerksamkeit. Klar, es ist ein Provokation und der Versuch, wider den Stachel zu löcken. Dass sich viele Menschen Sorgen um die Entwicklung unserer Gesellschaft machen, genauer mit modernen Entwicklungen, wie der Aufweichung des Ehebegriffes z.B. nicht zurechtkommen, ist wohl bekannt.

Fazit

Das Buch von Bolz mag denjenigen, die traditionellere Vorstellungen von Ehe und Familie haben, wie Wasser auf die Mühle sein. Die etablierten soziologischen Denkweisen wird es wohl kaum beeinflussen und auch keine Trendwende in der Politik bewirken; aber gut, dass wir mal darüber geredet haben.


Rezensent
Dr. Gerd Manstein
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Zitiervorschlag
Gerd Manstein. Rezension vom 16.10.2006 zu: Norbert Bolz: Die Helden der Familie. Wilhelm Fink Verlag (München) 2006. ISBN 978-3-7705-4330-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/3914.php, Datum des Zugriffs 10.12.2018.


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