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Herbert Schirmer: Krankenhaus-Controlling

Cover Herbert Schirmer: Krankenhaus-Controlling. Handlungsempfehlungen für Krankenhausmanager, Krankenhauscontroller und alle mit Controlling befassten Führungs- und Fachkräfte in der Gesundheitswirtschaft. Expert Verlag GmbH (Tübingen) 2006. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. 358 Seiten. ISBN 978-3-8169-3371-7. 46,00 EUR.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-8169-3013-6 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen.
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Thema

Effizienz und Effektivität sind die derzeitigen Schlüsselthemen im Gesundheitswesen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der sich schnell ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der neuen Vergütungsverfahren ist das Controlling ein höchst aktueller und stark herausgeforderter Bereich im Unternehmen Krankenhaus, von dem neue Denkanstöße und Konzeptionen erwartet werden.

Das in 3. Auflage erscheinende Buch wurde gegenüber den vorherigen Auflagen überarbeitet und erweitert. Dabei ist es das Ziel des Autors, den neuen Anforderungen in der Gesundheitswirtschaft Rechnung zu tragen, indem er das Controlling als Instrument beschreibt, das die neuen Herausforderungen meistern hilft. Dabei spricht er auch ausdrücklich diejenigen an, die betriebswirtschaftlich auf dem Stand eines interessierten Laien sind.

Aufbau und Inhalt

  • Nach einem ausführlichen Vorwort beschreibt Schirmer die organisatorische Verankerung des Controllings im Krankenhaus (1. Kapital),
  • bevor er sich den neueren Entwicklungen bzw. aktuellen Fragestellungen in der Gesundheitswirtschaft widmet (2. Kapital).
  • Im 3. Kapitel geht Schirmer näher auf das Controllingsystem als Subsystem zum Managementsystem ein und
  • im 4. Kapitel auf die Stellung und die Aufgaben des professionellen Controllers im Krankenhaus.
  • Darauf aufbauend schließen sich im 5. Kapitel Aussagen zu Berufsbild und Leitbild des Controllers an. Bis hierhin zeigt das Buch starke Bezüge zur Organisationslehre.
  • Das umfangreiche 6. Kapital behandelt Controllinginstrumente. Zur Untergliederung des Kapitels wird eine inhaltliche Ausrichtung anstelle der sonst üblichen Trennung der Instrumente nach strategisch und operativ zur Gliederung herangezogen. Es handelt sich dabei im Einzelnen um Planungs- und Rechnungsverfahren, strategische Analyseverfahren, Verfahren für Nutzwertberechnungen, mathematische Optimierungsverfahren und Koordinationsverfahren. Ein Überblick über weitere operative und strategische Controlling-Werkzeuge schließt das Kapitel ab.
  • Die Entwicklung des Krankenhauses zum Gesundheitszentrum (Kapital 7) kann auf der Basis der vorangegangenen Kapitel mit organisatorischen Inhalten und insbesondere der Kostenrechungsverfahren fundiert beschrieben werden. Die Stichworte dazu sind Innerbetriebliche Leistungsverrechnung, Profit Center und Cost Center.
  • Mit der Frage, wie externe Mediziner in das Krankenhauscontrolling integriert werden können, beschäftigt sich das Kapitel 8.
  • Beim Kapitel 9 richtet sich der Blick auf einen wichtigen Teilbereich des Controllings im Dienstleistungsunternehmen Krankenhaus, nämlich das Personalcontrolling. Dem misst Schirmer soviel Bedeutung zu, dass er in die Tiefe geht und ein Unterkapitel mit konkreten Kennzahlen vorsieht.
  • Im 10. Kapitel thematisiert Schirmer Wettbewerbsstrategien und Risikomanagement. Dabei richtet er den Fokus eher intern aus und zwar auf Bereiche, die für jedes Krankenhaus wichtige Erfolgsfaktoren sind, wie Qualitätsmanagement und kontinuierliche Verbesserungsprozesse, Leistungsprogramm und Innovationen sowie ein funktionierendes Risikomanagementsystem.
  • Die beiden abschließenden Kapitel 11 und 12 widmen sich den Voraussetzungen für das Controlling in einem hoch technisierten und trotzdem von der menschlichen Interaktion geprägten Umfeld. In Kapitel 11 beschäftigt sich der Autor mit Information, Kommunikation, Informatik und Telematik und im Kapitel 12 mit Sozialkompetenz. Bei letztem liegt der Schwerpunkt auf der gezielten und geplanten Kommunikation zur Vermittlung von Informationen. Ein Ausblick rundet den Text ab.

Im Anhang befindet sich zunächst ein umfangreiches Glossar zum "wichtigsten Krankenhauscontroller-Vokabular" von "ABC-Analyse" bis "Ziele" (101 Stichwörter auf 49 Seiten), das Verzeichnis der 183 Abbildungen, das Literaturverzeichnis (59 Quellen) und ein Register (505 Stichwörter).

Zielsetzung und Zielgruppen

Das Buch wendet sich an alle, die im Krankenhaus Verantwortung tragen, konkreter an alle, die mit Management- bzw. Controllingaufgaben betraut sind, beziehungsweise eine entsprechende Stelle anstreben. Zu den Zielgruppen zählen Führungskräfte und Mitarbeiter aus dem Wirtschafts- und Verwaltungsbereich, dem ärztlichen und pflegerischen Bereich der Krankenhäuser, Berater sowie Lehrende und Lernende.

Diskussion

Das Buch bietet insbesondere für Neulinge bezüglich des Krankenhaus-Controllings einen guten Einstieg, vor allem für Nicht-Betriebswirtschafter wie aus Ärzteschaft und Pflege, und es ist damit ideal auf die Zielgruppe zugeschnitten. Die zahlreichen Zusammenfassungen und Schaubilder erleichtern die Orientierung.

Geschickt greift Schirmer Themen auf, die in der Gesundheitswirtschaft aktuell sind, um daran die Idee des Controllings sowie Controlling-Verfahren und -Werkzeuge festzumachen. Dies trägt sicherlich auch dazu bei, die von ihm propagierte interdisziplinäre Zusammenarbeit im Krankenhaus zu fördern.

Besonders erfreulich ist die Unterscheidung zwischen originärem und professionellem Controlling, die deutlich macht, dass Controlling eben nicht nur spezialisierte Stellen betrifft, sondern Manager aller Ebenen und das Denken aller Mitarbeiter im Unternehmen Krankenhaus.

Zum Teil liest sich das Buch wie eine Einführung in die allgemeine Krankenhaus-Betriebswirtschaftslehre. Mit dieser Zielsetzung ist es auch für Dozenten ein Buch, das sie Studierenden empfehlen können. Das Glossar geht kaum von Vorkenntnissen aus und erleichtert so insbesondere für den betriebswirtschaftlichen Neuling den Einstieg ins Thema, da es nicht nur Begriffe des Controllings bzw. der Gesundheitswirtschaft beinhaltet, sondern auch grundlegende betriebswirtschaftliche Begriffe wie "Kostenrechnung", "Marketing" oder "Just-in-Time". Das Abbildungsverzeichnis ermöglicht einen schnellen und prägnanten Zugang zu den einzelnen Themen im Überblick. Das vergleichsweise kurze Literaturverzeichnis nennt solide Fachliteratur zur Vertiefung des Controllings sowie verschiedenster betriebswirtschaftlicher Themengebiete von namhaften Autoren. Ein wenig schade ist, dass kaum neueste Literatur genannt ist, dafür ist das Register umso umfangreicher (505 Stichworte).

Die quantitative Seite des Controllings wird insgesamt wenig in den Fokus des Buches gerückt und erweist sich gelegentlich eher als Schwachpunkt des Buches. Aber vielleicht mag das im Gegenteil als Vorteil der Veröffentlichung gereichen, denn der Inhalt dürfte somit einer größeren Zahl von Lesern gut zugänglich sein.

Fazit

Das Buch "Krankenhaus Controlling" bietet insbesondere dem betriebswirtschaftlichen Neuling eine gute Einführung in die Materie und zeigt gleichzeitig die Notwendigkeit des Controllings im Krankenhaus eindringlich. Alles in allem ist es zu wünschen, dass Schirmers Buch zahlreiche Verbreitung findet, damit die unstrittig hohen Anforderungen an künftiges Krankenhausmanagement durch die Verantwortlichen auf allen Ebenen gemeistert werden können!


Rezension von
Prof. Dr. Brigitte Bürkle
Evangelische Hochschule Nürnberg
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Zitiervorschlag
Brigitte Bürkle. Rezension vom 27.03.2008 zu: Herbert Schirmer: Krankenhaus-Controlling. Handlungsempfehlungen für Krankenhausmanager, Krankenhauscontroller und alle mit Controlling befassten Führungs- und Fachkräfte in der Gesundheitswirtschaft. Expert Verlag GmbH (Tübingen) 2006. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. ISBN 978-3-8169-3371-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/4337.php, Datum des Zugriffs 09.08.2020.


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