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Ingrid Biermann: Musikalische Förderung für Kleinkinder

Cover Ingrid Biermann: Musikalische Förderung für Kleinkinder. Ideen für Krippe, Kita und Tagesmütter. Herder (Freiburg, Basel, Wien) 2006. 87 Seiten. ISBN 978-3-451-29256-9. 8,50 EUR, CH: 15,70 sFr.
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Thema

Im Buch wird die kindliche Entwicklung im Bereich "Musikalische Förderung" beschrieben. Anhand von vielfältigen Spielvorschlägen können Kinder bis 3 Jahre einzeln oder in Gruppen gefördert werden.

Autorin

Ingrid Biermann ist Erzieherin, Entspannungs- und Bewegungspädagogin sowie Autorin zahlreicher Fachpublikationen.

Entstehungshintergrund

Das Buch ist in der Reihe "Kleine Kinder fördern" erschienen, hier werden Praxisanregungen an alle diejenigen gegeben, die mit kleinen Kindern arbeiten oder arbeiten möchten. Alle Bände der Reihe sind als "Bausteine" zu sehen, die ein "großes Bauwerk" bilden.

Aufbau

Die 88 Seiten der Broschüre sind in 10 Abschnitte gegliedert:

1 Spielen mit den Kleinsten

Auf drei Seiten wird kompakt und allgemein dargestellt, von welchen Eckpunkten die Krippenpädagogik heute ausgeht, welche Rolle der Erzieherin bei den Kleinsten zukommt und welcher Zweck mit der Buchreihe verfolgt wird. Dieser Teil ist bei allen Büchern der Buchreihe identisch.

2 Förderschwerpunkt Musik

Die Autorin erläutert auf 5 Seiten:

  • Warum Musik wichtig ist,
  • welche Rolle die Erzieherin dabei spielt,
  • welche Bedeutung die Musik für andere Förderbereiche hat,
  • und wie sich das musikalische Vermögen in den ersten drei Lebensjahren entwickelt.

3 Die Bedeutung der Raum-/Zeit- und Krafterfahrung

Mit den Spielanregungen dieses Kapitels kann die akustische Aufmerksamkeit der Kinder angeregt werden. Spiele zur Raum- und Zeiterfahrung inspirieren Kinder, sich nach Musik im Raum unterschiedlich schnell zu bewegen. Unterschiedliche Tempi werden durch das Singen und Sprechen sowie das Erleben von Pausen spürbar.

Ein weiterer wichtiger Baustein der musikalischen Früherziehung ist die spielerische Form der Körpererfahrung, die sich mit Hilfe von Spielen zur Verdeutlichung der Begriffspaare "leise und laut", "langsam und schnell" oder "leicht und schwer" erleben lässt.

4 Den "Klang-Körper" entdecken

Der eigene Körper kann Musik machen- das ist zu erfahren bei Geräuschspielen mit der Stimme, bei Spielgeschichten mit "Körpermusik" und "tierisch guten Mitmachgeschichten".

5 Mitmachlieder und Singsang-Geschichten

Kreative Mitmachlieder und Singsang-Geschichten ohne oder mit Materialien sind schöne Entspannungsangebote, die den Kindern Erfahrungen im taktil-kinästhetischen Bereich ermöglichen.

6 In der Klang-Werkstatt

Mit Hilfe selbst gebauter Klangwerkzeuge kann man nicht nur Geld sparen und die Kreativität anregen, sie helfen auch bei der Anregung der Wahrnehmungsfähigkeit, der Bewegungs- und Singfreude der Kinder.

7 Die Musik in der Sprache entdecken

Kniereiter, Klatsch- und Sprechverse fördern das Rhythmusgefühl und unterstützen die Kommunikations- und Konzentrationsfähigkeit des Kindes.

8 Bewegung mit Händen und Füßen

Durch eigene Aktivität kann sich das Kind in Geschicklichkeit, Grob- und Feinmotorik und im Eingliedern in eine Gruppe üben. Spielgeschichten mit Musik, gesprochene Fingerspiele sowie gesungene Finger- und Fußspiele helfen ihm dabei.

9 Neue Klatsch-, Stampf-, Tanz- und Bewegungslieder

Die angegebenen Lieder zeichnen sich durch einfache Melodien, Textwiederholungen und viel Bewegung aus - genau das, was Kinder lieben.

10 Mehrtägige musikalische Einheiten

Mehrtägige musikalische Projekte können ein Höhepunkt der musikalischen Früherziehung für Kinder sein. Als Beispiele werden hier Klangstab-, Rassel- und Trommelprojekte angeführt.

Diskussion

Das Buch gibt eine breite Palette von Möglichkeiten, musikalische Erfahrungen bei Kindern unter 3 Jahren zu fördern. Die theoretischen Ausführungen sind sehr knapp gehalten. Der Hauptinhalt des Buches besteht in der Vorstellung von Aktivitäten und Spielen mit Musik. Diese Beschreibungen sind kompakt, sehr gut lesbar und einsetzbar. Sie geben vielfältige Anregungen für die Arbeit mit kleinen Kindern, können zum großen Teil aber auch für ältere Kinder eingesetzt werden. Neben konkreten Spielideen sind auch vielfältige Verse zu den einzelnen Themenbereichen aufgeführt. Auch ohne musikalische Ausbildung lassen sich die meisten Spiele sehr gut einsetzen, eine Grundausstattung an Instrumenten, z. B. Triangel und Tamburin sowie CD-Spieler, sind jedoch sinnvoll. Viele Instrumente lassen sich auch selbst herstellen, Anregungen dazu gibt es ebenfalls im Buch. Die bei einigen Spielen angegebenen Orff-Instrumente lassen sich auch durch andere (selbstgebaute) Instrumente ersetzen.

Zielgruppe

(Krippen-)Erzieher/innen; Tagesmütter, Spielgruppenleiterinnen, und solche, die es werden wollen. Auch Eltern können die vorgeschlagenen Spielideen gut umsetzen.

Fazit

Das kleine und sehr kompakte Buch von Ingrid Biermann wird dem Anspruch, praxistaugliche Tipps zu geben, voll gerecht.


Rezensentin
Prof. Dr. paed. Michaela Rißmann
Fachhochschule Erfurt
Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften
Professur "Erziehungswissenschaften, Erziehung und Bildung von Kindern"
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Zitiervorschlag
Michaela Rißmann. Rezension vom 07.06.2007 zu: Ingrid Biermann: Musikalische Förderung für Kleinkinder. Ideen für Krippe, Kita und Tagesmütter. Herder (Freiburg, Basel, Wien) 2006. ISBN 978-3-451-29256-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/4348.php, Datum des Zugriffs 23.09.2019.


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