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Thomas Kühne, Gerhard Regel: Pädagogische Arbeit im Offenen Kindergarten

Cover Thomas Kühne, Gerhard Regel: Pädagogische Arbeit im Offenen Kindergarten. Herder (Freiburg, Basel, Wien) 2007. 5. Auflage. 112 Seiten. ISBN 978-3-451-32061-3. D: 12,90 EUR, A: 13,30 EUR, CH: 23,50 sFr.
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Thema und Zielgruppe

Das vorliegende Buch wendet sich an PädagogInnen, die im Kindergarten tätig sind. Es erläutert wie pädagogisches Arbeiten im Offenen Kindergarten gelingen kann und zeigt auf warum der Offene Kindergarten für Kinder eine besonders wertvolle Erfahrung darstellt.

Autoren

Gerhard Regel ist Diplom-Sozialpädagoge und analytischer Kinder- und Jugendpsychotherapeut. Er war viele Jahre in der Fachberatung für Kindertagesstätten beschäftigt und ist heute freiberuflich in der Fortbildung tätig.

Thomas Kühne ist Erzieher und Diplom-Sozialpädagoge, leitet eine Kindertagesstätte und ist freiberuflich in der Praxisberatung tätig

Aufbau und Inhalt

Nach einer einführenden Passage zur Geschichte des Offenen Kindergartens wird die Notwendigkeit der Öffnung auf Grund des verändernden Bildes vom Kind erläutert.

Im folgenden Kapitel Die pädagogische Idee des Offenen Kindergartens- Wie beantwortet das Konzept des Offenen Kindergartens die Bildungspläne? geht es weniger um ein Konzept für die genaue Alltagsgestaltung, vielmehr beschreibt es die Einstellung von Erwachsenen im pädagogischen Umgang mit den Kindern. Das Kind als Selbstgestalter seiner Entwicklung soll die Freiheit eingeräumt bekommen, seinen Interessen nachzugehen und dem inneren Drang nach Selbstständigkeit und Selbstbestimmung zu folgen, um sich selbst zu organisieren und eigene Bedürfnisse schrittweise selbstständig zu erfüllen. Es wird beschrieben wie sowohl Freiheiten beim Freispiel und gezielt Lern- und Bildungsmöglichkeiten eingeräumt werden können und welch hohe Bedeutung in der Partizipation der Kinder an der Strukturierung und inhaltlichen Gestaltung des Offenen Kindergartens gesehen wird.

Im Folgenden rücken die Erzieherinnen als Selbstgestalter ihrer Pädagogik in den Mittelpunkt. Sie zeichnen sich durch Mut, Engagement und Begeisterung für Kinder aus, denn nur so kann der Offene Kindergarten zu einer kindorientierten, partizipatorischen, kooperativen und bildungsbewussten Einrichtung werden. Die Autoren erläutern im Folgenden, wie mit Orientierungs- und Bildungsplänen im Offenen Kindergarten umgegangen wird, welche Bedenken es gegenüber des Offenen Kindergartens gibt und wie das Bildungsverständnis gesehen werden kann. Auch die Räume, der sogenannte „dritte Erzieher“, stellt eine große Herausforderung dar. Die Autoren begründen die Notwenigkeit der Weiterentwicklung und Umgestaltung von Räumen und zeigen anhand von einem konkreten Beispiel welche Lernspielbereiche wichtig sind und wie diese gestaltet werden können.

Im folgenden dritten Kapitel Was alles zum Offenen Kindergarten dazu gehört wird das Zusammenspiel der Strukturen näher betrachtet und die Komplexität dieses sozialen Systems erläutert. Auf zehn Strukturmerkmale (u.a. Spiel; Raum; Bildung; Zeit; Kooperationsstrunktur und Handlungsforschung im Team; Bedeutung von Gruppenstrukturen; Rolle, Selbstverständnis und Dialogbereitschaft der Mitarbeiterinnen etc.) wird ausführlicher eingegangen und eine kurze Zusammenfassung, wie anthropologische Grundannahmen die pädagogische Richtung im Offenen Kindergarten bestimmen, gegeben. Am Ende des dritten Kapitels erläutern die Autoren wie eine Erziehungspartnerschaft im Offenen Kindergarten gelingen kann und worauf besonders zu achten ist.

Im vierten und abschließenden Kapitel Ein Tag im Offenen Kindergarten wird der Leser einen Tag den evangelischen Kindergarten Schloss Ricklingen begleiten und zusammenfassend wird dargestellt wie die vielfältigen Aufgaben und Aktivitäten im Offenen Kindergarten im Team koordiniert werden können.

Fazit

Rundum ist die eine sehr gelungene, leicht verständliche Lektüre für Erzieherinnen, welche in Kindergärten arbeiten. Kühne und Regel vermitteln theoretisches Wissen und geben durch viele Beispiele Anregungen und Hilfestellungen wie man dieses in den Kindergartenalltag einbeziehen und dort anwenden kann. Das Buch regt an, bestehende Strukturen in Kindergärten zu überdenken und macht Lust auf Veränderung.


Rezension von
Sandra Klünder
M.A. Kindheitspädagogin, M.A. Dialogische Qualitätsentwicklerin im Kinderschutz, Kitaleitung, Fachberaterin, interne und externe Evaluatorin
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Zitiervorschlag
Sandra Klünder. Rezension vom 06.07.2009 zu: Thomas Kühne, Gerhard Regel: Pädagogische Arbeit im Offenen Kindergarten. Herder (Freiburg, Basel, Wien) 2007. 5. Auflage. ISBN 978-3-451-32061-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/4443.php, Datum des Zugriffs 19.10.2021.


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