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John M. Haynes, Reiner Bastine u.a.: Scheidung ohne Verlierer. Familienmediation in der Praxis

Cover John M. Haynes, Reiner Bastine, Gabriele Link, Axel Mecke: Scheidung ohne Verlierer. Familienmediation in der Praxis. Kösel-Verlag (München) 2002. vollst. überarb. und aktualisierte Auflage. 351 Seiten. ISBN 978-3-466-30577-3. 19,95 EUR.
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Zum Thema des Buches

Der Verfahren "Mediation" als eine Form der Konfliktlösung hat über die USA auch zu uns gefunden. Die Mediation wird in immer mehr Lebensbereichen angewandt, vor allem aber in der Trennungsbewältigung. Es bezeichnet einen "Dritten Weg" zwischen juristischem Konflikt und therapeutischer Beziehungsklärung. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die beteiligten Parteien letztlich die besten Bedingungen einer Trennung nur selbst finden können. Der Mediator / die Mediatorin unterstützt sie dabei, diese Lösung als ein Win-Win Ergebnis zu finden und sorgt für den geeigneten Rahmen, ohne selbst Lösungen zu entwickeln.

Über die Autoren

John M. Haynes (gestorben 1999) gilt als einer der Gründungsväter und Pioniere der Mediation. Rainer Bastine ist Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Heidelberg. Zusammen mit Gabriele Link und Axel Mecke (Psychotherapeuten und Mediatoren) arbeitet und forscht er an der "Praxis- und Forschungsstelle für Beratung und Psychotherapie" des Psychologischen Instituts. Das vorliegende Buch erschien erstmals 1993 im Kösel-Verlag unter dem Titel "Scheidung ohne Verlierer. Ein neues Verfahren, sich einvernehmlich zu trennen. Mediation in der Praxis." und wurde von den Co-Autoren komplett überarbeitet.

Aufbau und Inhalte

Nach einer Einführung in das Thema behandeln die Autoren zunächst den allgemeinen Ablauf sowie Grundhaltungen, Methoden und Strategien einer Mediation. Im Weiteren wird dann sehr detailliert und mit Beispielen auf die Themen einer Trennungsmediation eingegangen: Elterliche Verantwortung, Kindes- und Partnerunterhalt, Aufteilung der Vermögenswerte inklusive des Hausrates, Aufsetzen einer Mediationsvereinbarung. Den Abschluss bilden Ausführungen zur beruflichen Praxis der Mediation sowie ein Anhang mit Vorlagen für Arbeitsmaterialien und Adressen.

Einschätzung des Buches

Das vorliegende Buch zeigt sehr ausführlich und konkret das Vorgehen bei einer Trennungsmediation (bzw. Nach-Trennungsmediation) und hat damit einen hohen Praxiswert. Dazu tragen auch die sehr nützlichen Vorlagen für Arbeitsmaterialien bei. Der didaktische Aufbau ist sehr gelungen. Aus meiner Sicht fehlen nur genauere Ausführungen über die zumindest kurzfristige psychische Belastung von Paaren durch eine Mediation.

Die Zielgruppe dürfte vor allem ein Fachpublikum sein. Das Buch ist gut geeignet für Ausbildungszwecke sowie zum Nachschlagen für tätige MediatorInnen. Auch ein an Mediation interessierter bzw. von Mediation betroffener Laie wird mit dem Buch zurecht kommen, für die Bedürfnisse dieser Zielgruppe ist dieses detailfreudige Werk aber insgesamt zu fachlich orientiert.

Fazit

Für einen fachlichen Leser ist "Scheidung ohne Verlierer" ein außerordentlich empfehlenswertes Buch!


Rezensent
Dipl.-Psych. Christian Hemschemeier
Psychologische Praxis Alstertal
Homepage www.mediation-in-hamburg.de


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Zitiervorschlag
Christian Hemschemeier. Rezension vom 13.07.2002 zu: John M. Haynes, Reiner Bastine, Gabriele Link, Axel Mecke: Scheidung ohne Verlierer. Familienmediation in der Praxis. Kösel-Verlag (München) 2002. vollst. überarb. und aktualisierte Auflage. ISBN 978-3-466-30577-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/463.php, Datum des Zugriffs 23.08.2019.


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