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Ulrike Six, Uli Gleich et al. (Hrsg.): Kommunikationspsychologie - Medienpsychologie

Rezensiert von Prof. Dr. Hans-Peter Michels, 01.11.2008

Cover Ulrike Six, Uli Gleich et al. (Hrsg.): Kommunikationspsychologie - Medienpsychologie ISBN 978-3-621-27591-0

Ulrike Six, Uli Gleich, Roland Gimmler (Hrsg.): Kommunikationspsychologie - Medienpsychologie. Lehrbuch. Beltz Psychologie Verlags Union (PVU) (Weinheim) 2007. 498 Seiten. ISBN 978-3-621-27591-0. D: 46,90 EUR, A: 48,20 EUR, CH: 74,00 sFr.

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Thema

Die Kommunikations- und Medienpsychologie sind noch junge Sparten in der Psychologie. Eine Beschäftigung mit diesen Themengebieten ist geboten, da Kommunikations- und Medienkompetenz eine immer größere Bedeutung für Orientierung und Partizipation in unserer Gesellschaft erlangen werden. Kurz umrissen beinhaltet die Kommunikationspsychologie die Psychologie der direkten Kommunikation sowie die Medienpsychologie. Die Medienpsychologie wiederum beschäftigt sich mit der  Massenkommunikation sowie der medialen Individualkommunikation.

Herausgeberin und Herausgeber

Die Herausgeber des Lehrbuches - Prof. Dr. Ulrike Six, Dr. Uli Gleich und  Dr. Roland Gimmler -   sind ausgewiesene Experten auf den Gebieten der Kommunikations- und Medienpsychologie. Sie arbeiten am Institut für Kommunikationspsychologie, Medienpädagogik und Sprechwissenschaft im Fachbereich Psychologie der Universität Koblenz-Landau.

Aufbau

Im 1. Kapitel erläutern die Herausgeber den Aufbau des Lehrbuches und stellen jeweils zusammenfassend die Inhalte der jeweiligen Kapitel vor. Jedes dieser Kapitel kann unabhängig von den anderen vom Leser rezipiert werden, obwohl die Herausgeber Kapitel 2, weil hier wichtige Begriffe und Theorien erläutert werden, als grundlegend ansehen. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert:

Teil I: Direkte Kommunikation – mediale Individualkommunikation – Massenkommunikation (Kapitel 2 bis 14)

In verschiedenen Kapiteln werden kognitive, emotionale und soziale Aspekte der Kommunikation dargestellt, die es auch den Lesern aus anderen als psychologischen Professionen ermöglichen sollen, sich in psychologiewissenschaftliche Themen der Kommunikation einzuarbeiten.

In weiteren Kapiteln werden interpersonale Kommunikation, Kommunikation in Gruppen und Organisationen sowie Kommunikations- und Medienkompetenz abgehandelt.

Das Kapitel 10 "Interkulturelle Kommunikation" von Alexander Thomas und Celine Chang möchte ich hervorheben, da hier auf Unterschiede in den verbalen, nonverbalen und paraverbalen Aspekten der Kommunikation von Personen aus unterschiedlichen Kulturen eingegangen wird. Der Leser erhält dadurch aufschlußreiche Hinweise, wird dafür sensibilisiert, was zu beachten ist, wenn er in Kommunikationen mit Menschen aus anderen Kulturkreisen tritt. Des weiteren führen die beiden Autoren Anwendungsbereiche für  interkulturelle Kommunikationskompetenz an: Trainingseinheiten für Fach- und Führungskräfte, um sie auf einen Auslandsaufenthalt vorzubereiten, Fremdsprachenunterricht, internationale Jugendbegegnungen sowie Integrationsarbeit mit Migranten.

Ein weiteres Kapitel, welches ich gesondert hervorheben möchte, ist Kapitel 13 "Gesundheitsbezogene Risikokommunikation" von Britta Renner, Martina Panzer und Andries Oeberst. In Zeiten von Kampagnen zur Gewichtsreduzierung, zu gesundem Essen oder zum Nichtrauchen ist es auch für den "Laien" interessant zu wissen, wie er angesprochen oder motiviert werden soll, ob z.B. durch Informationsübermittlung oder Furchtappelle.

Teil II: Mediale Individualkommunikation – Massenkommunikation

Die Kapitel 15 bis 23 beinhalten exklusiv Themen der Medienkommunikation: Beispielsweise wie die Qualität von Medienangeboten analysiert und bewertet werden kann, was unter pathologischer Mediennutzung zu verstehen ist, wie Werbung, pornographische Medienangebote und politische Kommunikation einzuschätzen sind.

Zwei Kapitel gehen auf "neue" Medien ein: Manuela Paechter analysiert in Kapitel 18 "Wissensvermittlung, Lernen und Bildung mit Medien" u.a. die Besonderheiten des Lernens mit Computer und Internet. Im letzten Kapitel setzt sich Roland Gimmler mit Computer- und Videospielen auseinander. Er untersucht, welchen Stellenwert sie bei Kindern und Jugendlichen haben und diskutiert die Chancen und Risiken des Computerspielens.

Zielgruppen

In erster Linie ist das Lehrbuch für Studierende der Psychologie sowie der Kommunikations-, der Sozial- und Erziehungswissenschaften geschrieben, die sich einen Überblick über den Stand der Kommunikations- und Medienpsychologie verschaffen möchten.

Ich würde es aber allen empfehlen, die sich mit Fragen der Kommunikation und/oder Medien theoretisch beschäftigen möchten. Darüber hinaus sollten es diejenigen nutzen, die im Bereich der Kommunikation und Medien arbeiten.

Fazit

Das Lehrbuch bietet einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die Bereiche der Kommunikations- und Medienpsychologie.

Rezension von
Prof. Dr. Hans-Peter Michels
Dipl.-Psychol.

Es gibt 40 Rezensionen von Hans-Peter Michels.

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Zitiervorschlag
Hans-Peter Michels. Rezension vom 01.11.2008 zu: Ulrike Six, Uli Gleich, Roland Gimmler (Hrsg.): Kommunikationspsychologie - Medienpsychologie. Lehrbuch. Beltz Psychologie Verlags Union (PVU) (Weinheim) 2007. ISBN 978-3-621-27591-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/4733.php, Datum des Zugriffs 26.05.2024.


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