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Jutta König: Was die PDL wissen muss

Cover Jutta König: Was die PDL wissen muss. Das etwas andere Qualitätshandbuch in der Altenpflege. Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Hannover) 2007. 3., vollständig überarbeitete Auflage. 390 Seiten. ISBN 978-3-89993-173-0. 34,90 EUR, CH: 59,00 sFr.

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Autorin

Jutta König ist Altenpflegerin, Pflegedienst- und Heimleiterin, Wirtschaftsdiplombetriebswirtin und selbstständige Unternehmensberaterin. Sie ist ferner Mitglied im Bundesverband der unabhängigen Pflegesachverständigen und Pflegeberater, Mitglied im Bundesverband der Rentenberater e. V. und Dozentin in den Bereichen SGB XI, SGB V, BSHG, Heimgesetz und Betreuungsrecht. Des Weiteren ist sie Sachverständige und gerichtlich zugelassene Rentenberaterin auf dem Gebiet der Pflegeversicherung.

Thema

Durch die im  § 80 SGB XI  formulierten "Maßstäbe und Grundsätze zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalitäten"  an eine zugelassene Pflegeeinrichtung, dem Heimgesetz (HeimG) und dem Pflege-Qualitätssicherungsgesetz (PQsG)  entstanden neue Anforderungen für Führungskräfte  und Pflegende in der Altenhilfe. Diese verlangen nach einem fundierten Wissen über den Prozess der Qualitätssicherung und Entwicklung. Jutta König stellt mit ihrem Buch dem Leser ein Nachschlagewerk zur Verfügung, welches den Anspruch erhebt all dieses erforderliche Wissen und zugleich den geeigneten Praxistransfer zu liefern.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist in zwei große Teile gegliedert und umfasst ingesamt 19 Kapitel.

  1. Der erste Teil der in 13 Kapitel aufgeteilt ist,  befasst sich mit den Gesetzen, Verordnungen und Bestimmungen, welche Pflegeeinrichtungen, ambulant wie stationär, einzuhalten haben. Meist wird der Leser über eine Einleitung in das Kapitel eingeführt. In ihr werden in unterschiedlicher Ausführlichkeit  Begriffe geklärt, der Inhalt des Kapitels kurz vorgestellt oder eine persönliche Bewertung oder Kommentierung hinzugefügt. In den einzelnen Kapiteln selbst werden Paragraphen und Gesetzestexte kommentiert oder auch wörtlich zitiert. Über einen Mix von persönlichen Einschätzungen, Schaubildern, Auszügen aus Fachzeitschriften, Checklisten und Mustervordrucken versucht die Autorin stets einen Praxisbezug für den Leser herzustellen. Die Ausführungen zum Pflege-Qualitätssicheungsgesetz (PQsG), Heimgesetz (HeimG)  und zur Qualitätsprüfungsrichtlinie (QPR) werden besonders ausführlich behandelt.
  2. Im zweiten Teil des Buches, welches in sechs Kapitel aufgeteilt ist, widmet sich die Autorin der Qualitätssicherung und -entwicklung und fortführend deren allgemeine Regelungen. Im ersten Kapitel des zweiten Teils widmet sich Jutta König den Expertenstandards und behandelt die für den MDK-Prüfung relevanten Standards. Anschließend werden in einem zweiten und dritten Kapitel Vorschriften der Berufsgenossenschaft und die  medizinische Codierung ICD-10 behandelt. Das vierte Kapitel erläutert die Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001:2000. Im fünften Kapitel werden sowohl rechtliche Voraussetzungen und Konsequenzen, wie auch die praktische Handhabe der Pflegedokumentation diskutiert. Im letzten und umfassensten Kapitel wird der Qualitätsbegriff definiert, eingegrenzt und einzelne Qualitätssicherungsmaßnahmen anhand von Praxisbeispielen ausführlich in Form von Handlungsanweisungen und Empfehlungen vorgestellt. In allen Kapiteln wie auch im ersten Teil des Buches erhält die Leserin eine Reihe von Checklisten und Mustervordrucken für die praktische Arbeit.

Zielgruppe

Die Autorin selbst benennt Führungs- und Leitungspersonen der Altenpflege, ambulant wie stationär,  als Zielgruppe ihres Buches. Aber auch für alle anderen in der Pflege tätigen, soll es als Handreichung dienen, um sich mit dem komplexen und wichtigen Thema der Qualitätssicherung besser arrangieren zu können. Meines Erachtens ist es auch für  manche Angehörige interessant, da sie sich dadurch ein besseres Bild von der gesetzlich geforderten Qualität und deren Umsetzung in der Pflege machen können.

Diskussion

Dem Leser präsentiert sich ein in 19 Kapiteln aufgeteiltes preiswertes Nachschlagewerk. Genau so ist es auch zu begreifen. Führungskräfte haben die Möglichkeit, über ein Stichwortregister am Ende des Buches gezielt Antwort auf meine Fragen zu erhalten. Dabei stört allerdings die oft polemische  Kommentierung der Autorin, welche sich durch das gesamte Handbuch zieht. Die subjektiven Einschätzungen haben allzu sehr einen berufspolitischen Charakter und verleihen dem Umgang mit einem Qualitätsicherungssystem einen bitteren Beigeschmack. Den Anspruch des Buches Nachschlagewerk, Konzept, Standard und Rezept in einem zu sein, wie auf dem Klapptext zu lesen ist, wird es nicht immer gerecht.  Informationen sind teils zu knapp und auf keinen Fall allumfassend, was den formulierten Anspruch eines Standardwerkes  negiert. Ein Vermerk, dass dieses Buch nicht allumfassend ist, sollte schon zu finden sein.  Positiv hervorzuheben sind allerdings manche der Checklisten und Mustervordrucke, die sich für den direkten Praxistransfer sehr gut eignen.

Fazit

Für PflegedienstleiterInnen, die mal eben auf die Schnelle etwas finden wollen, besonders  bei der Qualitätsentwicklung und Qualitätsarbeit, ist dieses Buch eine gute Hilfestellung. Um einen Einblick in die Aufgabenvielfalt einer Führungsperson zu erhalten, ist dieses Buch genau das Richtige. Aber als umfassendes Standardwerk kann es nicht gelten.


Rezension von
Michael Billmann
cand. Diplom Pflegewirt, Institut für Gerontologie und Ethik Neuendettelsau
Homepage www.i-ge.de
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Zitiervorschlag
Michael Billmann. Rezension vom 03.01.2008 zu: Jutta König: Was die PDL wissen muss. Das etwas andere Qualitätshandbuch in der Altenpflege. Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Hannover) 2007. 3., vollständig überarbeitete Auflage. ISBN 978-3-89993-173-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/4766.php, Datum des Zugriffs 08.07.2020.


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