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Birgit Mertens, Sabine Pankofer: Kindesmisshandlung. Körperliche Gewalt in der Familie

Cover Birgit Mertens, Sabine Pankofer: Kindesmisshandlung. Körperliche Gewalt in der Familie. UTB (Stuttgart) 2011. ISBN 978-3-8252-2895-8.
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Thema

Körperliche Kindesmisshandlung zählt zu den Formen von Kindeswohlgefährdung und ist damit ein hochaktuelles Thema. Auch einige der spektakulären Fälle von Kindstötungen in den letzten Jahren waren oftmals eine Folge körperlicher Kindesmisshandlungen, die über lange Zeiträume erfolgten und ein kaum vorstellbares Spektrum an gewalttätigen Handlungen von Sorgeberechtigten gegenüber ihren Kindern umfassten. Aber gerade jenseits dieser spektakulären Fälle ist die Gewalt gegen Kinder in der Gesellschaft noch immer weit verbreitet. Körperliche Kindesmisshandlungen fangen zumeist in Form von erzieherisch gemeinten Strafen an, wie der Ohrfeige oder dem Klaps auf den Po. Die Grenzen zwischen Erziehungsgewalt und Misshandlung sind dabei fließend, da die Handlungen der Erwachsenen oft gewalttätiger und die Gründe für das vermeintliche Bestrafen vielfältiger werden. Nach Meinung der Autorinnen ist die Gewalt in unserer Gesellschaft so normal, dass das Leid vieler Kinder nicht gesehen wird.

Hinzu kommt die Frage, welche Hilfe für Familien, die ihr Kind oder ihre Kinder misshandeln, die richtige ist. Gerade die Jugendämter sehen sich häufig dem Vorwurf ausgesetzt, entweder zu früh, zu drastisch und zu schnell interveniert zu haben oder im Gegensatz, zu spät, zu zögernd, zu wenig durchgriffswillig. Einerseits muss jeder Fall individuell betrachtet werden um angemessen intervenieren zu können und andererseits weisen manche Hilfeverläufe aber auch auf Risiken und Schwierigkeiten im Hilfesystem hin.

Da Kindesmisshandlung in Familien nicht nur ein individuelles Problem ist, sondern verschiedenste gesellschaftliche und soziale Faktoren ebenfalls eine Rolle spielen, ist sie als Ergebnis komplexer und wechselseitiger Wirkungszusammenhänge zu begreifen. Daher setzen sich die Autorinnen mit einem systemischen Verständnis der Kindesmisshandlung auseinander. Sie konzentrieren sich wegen der Komplexität auf die körperlichen Formen der Kindesmisshandlung, auch wenn nach ihrer eigenen Aussage eine Abgrenzung schwierig ist, da sich die unterschiedlichen Formen der Kindesmisshandlung überschneiden.

Autorinnen

Birgit Mertens ist Dipl. Sozialpädagogin und arbeitet in der Beratung für chronisch kranke Kinder und Erwachsene sowie deren Familien. Außerdem ist sie beim bundesweiten Elterntelefon tätig. Mit der Problematik der Gewalt gegen Kinder hat sie sich während eines Praxissemesters sowie in ihrer Diplomarbeit auseinandergesetzt.

Sabine Pankhofer, Dr. phil., M.A. ist Professorin für Psychologie in der Sozialen Arbeit an der Kath. Stiftungsfachhochschule München. Davor war sie in verschiedenen Feldern der Jugendhilfe tätig. Ihr Schwerpunkt in Forschung und Praxis ist das Thema „Aggression“, auch gegen Kinder und Jugendliche. Sie arbeitet darüber hinaus als Supervisorin und Beraterin.

Entstehungshintergrund

Die Veröffentlichung ist als Studienbuch konzipiert. Zielgruppe sind vor allem Studierende sowie Fachkräfte, die eine erste Orientierung über die verschiedenen Erklärungsansätze und Handlungsmöglichkeiten der am Hilfeprozess beteiligten Professionen benötigen. Die eher knapp gehaltenen Darstellungen der unterschiedlichen Aspekte können mit Hilfe der Hinweise auf weiterführende Literatur vertieft werden.

Aufbau und Inhalt

Die Veröffentlichung setzt sich im Wesentlichen aus zwei Teilen zusammen: Den Ausführungen des Grundlagenwissens zur körperlichen Kindesmisshandlung folgt die Darstellung von Präventions- und Interventionsmöglichkeiten.

Nach einer Einleitung durch die beiden Autorinnen werden im ersten Kapitel mit der Überschrift „Gesellschaftlicher Kontext von Kindesmisshandlung“ Gewalt und Aggression, ein historischer Ansatz zur Gewalt in der Familie, die Betrachtung der Gewalt gegen Kinder im kulturellen Kontext sowie der Zusammenhang von Gewalt und Aggression, womit der Einfluss der Kirche auf körperliche Erziehungsmaßnahmen ausgeführt wird, skizziert.

Ein weiterer Punkt des ersten Kapitels widmet sich der Kindesmisshandlung in der Familie in Form von Definitionen, der Differenzierung der Misshandlungsformen (körperliche oder physische Misshandlung, seelische oder psychische Misshandlung, Vernachlässigung, sexuelle Misshandlung oder sexuelle Gewalt), durch Ausführungen zur Symptomatik und Diagnostik sowie den körperlichen, psychischen und psychosozialen Folgen. Der dritte Punkt befasst sich mit den rechtlichen Aspekten der Kindesmisshandlung durch eine geschichtliche Darstellung der Züchtigung als legitimem Erziehungsmittel bis hin zum Recht auf gewaltfreie Erziehung sowie den Auswirkungen und Problemen der Gesetzesnovellierung, die im Jahr 2000 erfolgte. Im vierten Punkt finden sich dann Angaben zur Häufigkeit von Kindesmisshandlung sowohl in Deutschland wie im internationalen Vergleich sowie mögliche Auswirkungen veränderten Erziehungsverhaltens auf die Häufigkeit von Misshandlungen.

Der fünfte und letzte Punkt des ersten Kapitels greift die Ursachen von Kindesmisshandlung durch die Darstellung von Lebensbelastungen und Stressoren, Krisen als Auslöser von Misshandlungssituationen und dem Zusammenhang von gesellschaftlichen Prozessen und individuellen Krisen auf. Des Weiteren werden der psychopathologische und der biografische Ansatz zur Erklärung von dysfunktionalen Verhaltensmustern von Eltern vorgestellt sowie die Wechselwirkung des Verhaltens des Kindes und der Misshandlung skizziert. Der multifaktorielle Erklärungsansatz dient als Zusammenfassung des fünften Punktes.

Im zweiten Kapitel „Präventions- und Handlungsmöglichkeiten bei körperlicher Kindesmisshandlung“ wird die Förderung von Kindern und Familien bis zum Schutz der Kinder vor Misshandlung thematisiert und ein Überblick über die rechtlichen Grundlagen für das Handeln in einem Misshandlungsfall geboten. In einem dritten Punkt wird die Wahrnehmung von Kindesmisshandlung und daraus folgende Konsequenzen sowohl für betroffene Eltern, Kinder und Jugendliche, wie für das soziale Umfeld oder die Wahrnehmung in schulischen und außerschulischen Erziehungsinstitutionen und in Institutionen der Jugendhilfe dargestellt sowie Ausführungen über das Netzwerk Frühe Hilfen gemacht. Die Handlungsmöglichkeiten von Ärztinnen und Ärzten sind Gegenstand des vierten Punktes und das sozialpädagogische Handeln wird im fünften Punkt aufgegriffen. Hier erfolgt eine Differenzierung in die Grundlagen sozialpädagogischer Hilfsangebote und das professionelle Selbstverständnis und in die Aufgaben und Interventionsmöglichkeiten sozialpädagogischer Institutionen (Amt für Jugend und Familie, Jugendhilfe-Träger und Beratungsstellen). Die Handlungsmöglichkeiten des Familiengerichts sowie Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten der Polizei sind in den beiden letzten Punkten aufgegriffen und skizziert.

Im Schluss wird die Schwierigkeit diskutiert, Kinder vor Misshandlung zu schützen und gleichzeitig die richtige und gute Hilfe zu leisten.

Die Veröffentlichung schließt mit einem Serviceteil, dem Literaturverzeichnis und einem Sachregister ab.

Diskussion

Die Motivation der beiden Autorinnen, ein Studienbuch zur körperlichen Kindesmisshandlung zu konzipieren und zu veröffentlichen, das Studierenden und Fachkräften einen ersten Überblick über das komplexe Thema, sowie Hilfe- und Interventionsmöglichkeiten bietet, ist grundsätzlich begrüßenswert. Auch ist die körperliche Kindesmisshandlung bis heute ein Problem, unter dem zu viele Mädchen und Jungen leiden und von daher ist es notwendig, dieses Thema immer wieder ins Bewusstsein der (Fach-)Öffentlichkeit zu heben.

Gleichzeitig zeigt die Veröffentlichung hinsichtlich des Grundlagenwissens zur körperlichen Kindesmisshandlung, dass es nichts wirklich Neues darzustellen gibt, weil zwischen älteren Veröffentlichungen zur Thematik und dem vorliegenden Buch keine neuen Erkenntnisse vorliegen bzw. aktuelle Forschungen fehlen. So rekurrieren die beiden Autorinnen auf eben die älteren Veröffentlichungen zu Zahlen, Daten und Fakten sowie verschiedenen Erklärungsansätzen des Phänomens und bieten dahingehend eine Zusammenstellung vorhandener Literatur.

So verständlich die Aussage der Autorinnen ist, dass aufgrund der Komplexität der unterschiedlichen Misshandlungsformen gegen Kinder und Jugendliche in der vorliegenden Veröffentlichung eine Fokussierung auf die körperliche Kindesmisshandlung erfolgte, so bleibt es fachlich problematisch die Verschränkung der Formen von Gewalt gegen Kinder außen vor zu lassen. Insbesondere gilt dies für die psychische Kindesmisshandlung, denn körperliche Formen der Gewalt gegen Mädchen und Jungen haben immer auch psychische Auswirkungen, worauf die Autorinnen durchaus hinweisen. Und diese wirken oftmals länger und nachhaltiger als die entstandenen körperlichen Verletzungen und Schädigungen. Denn Körperstrafen, Züchtigungen und körperliche Misshandlungen stellen u. a. Angriffe gegen die Würde der Kinder und Jugendlichen dar, erniedrigen, führen zu Ohnmachtsempfindungen und haben erhebliche Auswirkungen auf das Selbstwert- und Selbstwirksamkeitsgefühl der betroffenen Mädchen und Jungen. Beschreibungen von heute erwachsenen Opfern legen für die vielfältigen, möglichen Folgen beredtes Beispiel ab. Hinzu kommt hinsichtlich der von den Autorinnen in der Einleitung genannten publik gewordenen Fälle, dass diese zumeist auch Beispiele für Kindesvernachlässigung in Kombination mit körperlicher Misshandlung waren, z. B. Kevin aus Bremen. Die Verschränkung verschiedenster Formen der Kindesmisshandlung muss entsprechend differenzierte Hilfen und Maßnahmen nach sich ziehen, so dass die von den Autorinnen gewählte Eingrenzung durchaus kritisch betrachtet werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt der vorliegenden Veröffentlichung, die Handlungsmöglichkeiten der am Hilfeprozess beteiligten Professionen zu skizzieren, ist aus meiner Sicht nur sehr eingeschränkt gelungen. Es werden zu viele unterschiedliche Aspekte verschiedener Ebenen aufgegriffen, die beim Lesen zu Irritationen führen und zur Folge haben, dass Vieles angerissen wird, aber nicht zu einer systematischen Darstellung führt. Die Ausführungen bleiben häufig oberflächlich, manche Sachverhalte werden sehr lückenhaft abgehandelt und Verknüpfungen zwischen den unterschiedlichen Aspekten bleiben auf der Strecke. So ist es beispielsweise begrüßenswert, dass unter der Überschrift „Wahrnehmung in Institutionen der Jugendhilfe“ (S. 108 ff) die Risiken durch Gleichaltrige und durch das Personal genannt werden. Am Ende der Aufzählung gibt es dann auch Hinweise auf das aktuelle Thema der sexualisierten Gewalt durch Mitarbeiter/innen. Aber gleichzeitig geraten die Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten der Institutionen aus dem Blick, die eigentlich an dieser Stelle und in der Systematik der Gliederung zu erwarten gewesen wären. In den Ausführungen unter der Überschrift „Betroffene Eltern, Kinder und Jugendliche“ (S. 96 ff) finden sich überraschend Aussagen zu Kindern als Tätern. Auch hier wird ein neues Themenfeld eröffnet, zu dem weder vorher noch nachher ein Zusammenhang mit den anderen Ausführungen hergestellt wird. Ähnliches gilt für die Skizzierung zum Wissenschaftsverständnis und der „theoretischen Fundierung Sozialer Arbeit anhand einer Handlungstheorie“ (S. 127 ff), die für sich steht und inhaltlich keine Verknüpfung mit anderen Aussagen findet.

Ein Verständnis von Entwicklungen und Zusammenhängen ist auf diese Weise für Leser/innen, die keine oder wenige Kenntnisse der Kinder- und Jugendhilfe haben, kaum möglich. Insofern ist die beabsichtigte Übersichtlichkeit nicht wirklich gelungen.

Eine Erklärung hierfür ist möglicherweise die Aussage der beiden Autorinnen in ihrer Einleitung, dass während der Erarbeitung der Veröffentlichung eine Vielzahl von Entwicklungen und Änderungen erfolgten, die aus ihrer Sicht eine ständige Anpassung des Konzepts erforderlich machten. So verständlich und nachvollziehbar diese Herausforderungen sind, so führt das im Buch zu unausgewogenen Ausführungen und Gewichtungen, fehlenden Begriffsklärungen und auch einem Begriffsdurcheinander und -nebeneinander. Die Aufnahme neuer Entwicklungen in das Konzept scheint eher ergänzend erfolgt zu sein, da Bezugnahmen und Verschränkungen zwischen verschiedenen Aspekten ausbleiben. So findet sich eine Beschreibung der Primärprävention von Kindesmisshandlung durch „vorbeugende Maßnahmen (…), die sich an die gesamte Bevölkerung richten und in deren Fokus die allgemeine Förderung der Erziehung in Familien steht.“ (S. 86) Diese Aussage unterstellt im Grundsatz allen Eltern, ein Misshandlungsrisiko ihren Kindern gegenüber zu tragen. In den Ausführungen zum Netzwerk Frühe Hilfen wird dann als Ziel formuliert, dass Kleinkinder besser vor Gefährdungen geschützt, Risiken für eine Kindeswohlgefährdung früher erkannt und durch Hilfen und niederschwellige Angebote die Elternkompetenzen gestärkt werden sollen (S. 112). Primärpräventive Maßnahmen und Frühe Hilfen ausschließlich im Kontext von Kindesmisshandlung und Kindeswohlgefährdung zu verorten, wird in fachlicher Hinsicht vielen Konzepten sowie den Unterstützungsbedarfen von Eltern nicht gerecht. Sicherlich auch als Ausdruck der Diskussionen um die Frage, welchem Zweck die verschiedensten Angebote der Frühen Hilfen dienen, hat das Bundeskinderschutzgesetz hier Klarheit geschaffen: Alle Eltern haben Anspruch auf Frühe Hilfen und diese dienen der Förderung in der Erziehung und zwar unabhängig von einem vorliegenden Risiko. Wenn in den Angeboten der Frühen Hilfen Hinweise auf Risiken für Kindeswohlgefährdungen wahrgenommen werden, dann sind weitere Hilfen und Maßnahmen für diese Eltern und Kinder zu erschließen.

Als verwirrend und problematisch sehe ich auch die Ausführungen der vorliegenden Veröffentlichung zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (§ 8a SGB VIII) an bzw. der Verbindung mit den Hilfen zur Erziehung bzw. zum staatlichen Wächteramt. § 8a SGB VIII gibt es seit 2005 und kann insofern nicht als neue Entwicklung während der Erarbeitung der Veröffentlichung interpretiert werden. So wird der Schutzauftrag sehr verkürzt dargestellt und es fehlt eine angemessene Differenzierung zwischen öffentlichen und freien Trägern, beispielsweise hinsichtlich des Anspruchs auf Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft bei Vorliegen von Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung oder welche Fachkräfte zusammenwirken müssen. Die rechtliche Vorgabe im § 8a SGB VIII, die Personensorgeberechtigten, sowie das Kind oder den Jugendlichen in die Risikoeinschätzung einzubeziehen, sofern dadurch der wirksame Schutz nicht gefährdet wird, wird von den Autorinnen völlig ausgeblendet und statt dessen verkürzt als Einschätzung, die mit den Personensorgeberechtigten zu besprechen ist, dargestellt. Dieser Mangel schlägt sich dann auch in den verwendeten Diagrammen und Ablaufplänen nieder. Bei wem die Verantwortung für das staatliche Wächteramt liegt („Hieraus resultiert das staatliche Wächteramt, das bis 2005 hauptsächlich durch die Jugendämter ausgeübt wurde“, S. 9) und wer welche Verantwortung hinsichtlich des Schutzauftrages hat, wird chaotisch und unzulänglich beschrieben. Auch die aufgegriffenen Zusammenhänge zwischen Schutzauftrag mit und ohne Hilfeplan hinterlassen beim Lesen erhebliche Verständnisprobleme. So unterbleibt eine systematische und nachvollziehbare Skizzierung und Struktur. Und die Darstellung der Hilfen zur Erziehung (§§ 27ff SGB VIII) werden als „spezielle Maßnahmen“ genannt, „die sich an besonders gefährdete Zielgruppen richten, (…) vor einer weiteren Gefährdungsschwelle Kindeswohlgefährdung“ (S. 87). Hier tappen die beiden Autorinnen in eine Falle, die nicht selten auch in der Praxis zu konstatieren ist: Die Hilfen zur Erziehung werden nur noch im Kontext der Kindeswohlgefährdung und der Gefahrenabwehr begriffen. Dass es Familien in verschiedenen Entwicklungsphasen und Problemsituationen gibt, für die sie nach dem SGB VIII einen Anspruch auf Unterstützung und Hilfe haben, ohne dass ein Risiko auf Kindeswohlgefährdung vorliegt, scheint im Bewusstsein mancher Fachkräfte verloren gegangen zu sein.

Last but not least fokussiert die gesamte Veröffentlichung vor allem mögliche Risiken. Zwar werden auch die Stichworte „Salutogenese“ und „Resilienz“ aufgegriffen, dennoch fehlt der systematische Blick auf mögliche Ressourcen, gerade auch in den Hilfesystemen, in den weiteren Ausführungen. Es scheint mir für eine aktuelle Abhandlung zur Kindesmisshandlung geboten, die möglichen Wechselwirkungen von Risiken und Ressourcen konsequenter zu berücksichtigen.

Fazit

Weniger wäre mehr gewesen, ist mein Fazit des Buches. Es hätte die Chance geboten, wichtige Aspekte systematischer, differenzierter und abgerundeter aufzugreifen. Das im ersten Kapitel gebündelte Grundlagenwissen bietet einen gewissen Überblick über vorhandene, wenn auch nicht neue Erkenntnisse. Die Darstellung der Möglichkeiten der Hilfesysteme ist nicht sehr strukturiert und zuweilen unübersichtlich. Einerseits werden manche Sachverhalte derart verkürzt dargestellt, dass sie im Ergebnis zu falschen Schlussfolgerungen führen und andererseits Aspekte nebeneinander gestellt, die nicht oder unzulässig in Bezug zueinander gesetzt werden.


Rezension von
Martina Huxoll-von Ahn
Stellv. Geschäftsführerin Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
Homepage www.dksb.de
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Zitiervorschlag
Martina Huxoll-von Ahn. Rezension vom 18.06.2012 zu: Birgit Mertens, Sabine Pankofer: Kindesmisshandlung. Körperliche Gewalt in der Familie. UTB (Stuttgart) 2011. ISBN 978-3-8252-2895-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/4771.php, Datum des Zugriffs 30.11.2020.


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ISSN 2190-9245

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