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Alexander Häfele: "Trau ich mich?" Abenteuersport in der Turnhalle

Cover Alexander Häfele: "Trau ich mich?". Abenteuersport in der Turnhalle. Erlebnispädagogische Persönlichkeitsförderung mit Schülern der Schule für Geistigbehinderte. verlag modernes lernen Borgmann (Dortmund) 2007. 86 Seiten. ISBN 978-3-8080-0611-5. 15,80 EUR, CH: 27,80 sFr.
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Thema und Zielgruppe

In der Schule liegt der Ursprung der Erlebnispädagogik und nun kehrt sie in die Schule zurück. Bernhard Buebs "Lob der Disziplin" und Hartmut von Hentigs "Bewährung" machen dies unter großem Getöse der Öffentlichkeit, dieses Buch bringt viele Praxisvorschläge, die den Unterricht in der Turnhalle sicherlich bereichern werden. Die Zielgruppe wird im Untertitel noch genauer definiert: "Erlebnispädagogische Persönlichkeitsförderung mit Schülern der Schule für Geistigbehinderte."

Aufbau und Inhalt

Was Abenteuersport bedeutet, wird im Anfangskapitel erläutert: Um diesen Begriff kreisen in der Skizze auf Seite 9

  • Bewegung,
  • Wahrnehmung,
  • Kreativität,
  • Learning by doing.
  • Risiko und Neugierde,
  • Individualität und
  • Soziales Lernen.

Nach wenigen  Ausführungen geht es dann schon zur Praxis des Abenteuersports. Chance und Begrenzung stellt die Tatsache dar, dass alle Übungen in der Turnhalle stattfinden. Alles drinnen, nichts draußen also, wo doch die Erlebnispädagogik so viel Wert auf Erlebnisse in der Natur legt. Wenn die pfiffigen Übungen nicht dazu führen, sich den Weg in die Natur zu sparen, sondern eher die Motivation dazu steigern, dann haben sie ihren Sinn erfüllt.

Zunächst werden einige Tipps zum Aufwärmen gegeben (S. 32 - 34), die durch farbige Fotos verdeutlicht werden. Dann folgen eine Reihe von Übungen zu Vertrauensbildung, Wahrnehmungsförderung und Kooperation. Die Beschreibungen sind kurz und präzise, die Bilder tragen viel zur Erläuterung der Übung bei. Viele bekannte Spiele und Übungen, etwa aus den "Kooperativen Abenteuerspielen", werden hier in die Situation und in die Gegebenheiten der Turnhalle umgesetzt. Da gibt es die "Blinde Schlange" (S. 39), die "Flussüberquerung" (S. 41), den "Platzwechsel auf der Langbank" (S. 42), die "Insel" (S. 43), die "menschliche Leiter" (S. 44) und viele weitere spannende Übungen mit Matten, Ringen, Pferden und Langbänken. Will man unbedingt kritisieren, so nur das, was alle Spielebücher auch nicht machen, nämlich den Ursprung des Spiels zu erwähnen. Es könnte ja sein, dass Häfele die eine oder andere Übung tatsächlich selbst erfunden hat.

Fazit

Der Reflexion widmet Häfele nur wenige Seiten. Das hätte etwas ausführlicher sein können. Insgesamt aber liegt sehr brauchbares kleines Buch vor, das die Schulturnhalle nicht nur in den Schulen für Geistigbehinderte bereichern wird. Man muss hoffen, dass möglichst viele Sportlehrer/innen dieses Buch in die Hand bekommen. Eigentlich wäre es eine lohnende Aufgabe für die Fortbildungsakademien für Lehrer/innen, diesen Abenteuersport in der Turnhalle durch Seminare und Workshops zu verbreiten.


Rezensent
Prof. Dr. Werner Michl
Homepage www.wernermichl.de
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Zitiervorschlag
Werner Michl. Rezension vom 17.03.2007 zu: Alexander Häfele: "Trau ich mich?". Abenteuersport in der Turnhalle. Erlebnispädagogische Persönlichkeitsförderung mit Schülern der Schule für Geistigbehinderte. verlag modernes lernen Borgmann (Dortmund) 2007. ISBN 978-3-8080-0611-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/4775.php, Datum des Zugriffs 24.09.2017.


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