Gudrun Pelster: Burnout. Ist Humor eine wirksame Strategie?
Rezensiert von Prof. (em) Dr. Herbert Effinger, 09.09.2007
Gudrun Pelster: Burnout. Ist Humor eine wirksame Strategie? VDM Verlag Dr. Müller (Saarbrücken) 2006. 98 Seiten. ISBN 978-3-86550-845-4. 49,00 EUR. CH: 78,00 sFr.
Thema und Hintergrund
Seit einigen Jahren lässt sich eine zunehmende wissenschaftliche Beschäftigung mit der Frage nach den positiven Funktionen des Phänomens Humor feststellen. Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Veröffentlichung, mit der die Autorin im Jahre 2004 ihr Diplom als Pädagogin erhielt. Sie "wollte herausfinden, was einerseits das Spezifische des Lächelns, des Lachens und des Humors ist. Andererseits (...) was ein Burnout genau ist und wie man ihn verhindern bzw. ihm vorbeugen kann." (1) Sie will zeigen, dass Humor und Lachen eine wirksame Strategie gegen das "Ausbrennen" darstellen, wenn es mit deren Hilfe gelingt, eine gelassene Einstellung zu sich, zu seiner Arbeit und seiner Umwelt aufzubauen.
Aufbau und Inhalte
Entsprechend ihrer Fragestellungen trägt die Autorin zunächst Informationen und wissenschaftliche Erkenntnisse der Humorforschung über die Entwicklung und die Funktion von Lächeln und Lachen zusammen. Bevor Sie sich mit dem Phänomen Burnout auseinandersetzt, beschreibt sie kurz den Humor im Kontext der europäischen Ideengeschichte und seine positiven Funktionen für das soziale Zusammenleben und die individuelle Gesundheit. Im Kapitel über Burnout und das Burnout-Syndrom setzt sie sich knapp mit gängigen Bewältigungs- und Stresstheorien auseinander. Vor diesem Hintergrund belegt sie nun, ihre Thesen vom Humor als Mittel der Problem- und Konfliktbewältigung sowie der Gegensteuerung zum Ausbrennen.
Einschätzung
Das Buch ist klar strukturiert und liefert dem eiligen Leser einen brauchbaren und durchaus anregenden Überblick zur Bedeutung des Humors im Spiegel der allgemeinen Erkenntnisse der Humorforschung. Dem Entstehungscharakter der Arbeit entsprechend handelt es sich dabei mehr um einen Überblick als um eine tiefer gehende Analyse und theoretische Durchdringung des Gegenstandes. So werden recht unterschiedliche Studien mit durchaus verschiedener theoretischer Provenienz nebeneinander gestellt, ohne deren divergierende Bedeutung für die Entwicklung unterschiedlicher Humorstrategien herauszuarbeiten oder auch nur anzudeuten. So fehlen auch Hinweise auf bedeutende ältere und neuere Studien (z.B. Rißland 2002) und mit Humor arbeitende Therapie- und Beratungskonzepte, wie beispielsweise der Provokative Stil von Farrelly/Brandsma (1974) oder Höfner/Schachtner (1995) sowie Titze/Patsch (2004), die in den letzten drei Jahren, aber auch schon vor 2004, erschienen sind. Vielleicht liegt das auch daran, dass sich die Autorin im humortheoretischen Teil wesentlich auf eine Dissertation von Dopychai aus dem Jahre 1988 beruft.
Leider passen die teilweise schlecht lesbaren Schaubilder nicht zu dem sonst gut lesbaren Text.
Fazit
Das Buch eignet sich für jene, die sich einen schnellen Überblick über die verschiedenen Facetten des Humors verschaffen möchte. Dafür ist der Preis allerdings nicht ganz ohne. Wer es etwas günstiger haben möchte, kann sich die Diplomarbeit auch bei www.Diplomarbeiten24.de für 39,90 herunterladen.
Rezension von
Prof. (em) Dr. Herbert Effinger
Diplomsozialpädagoge (DBSH, Supervisor (DGSv), Case Management Ausbilder (DGCC), Professor für Sozialarbeitswissenschaft/Sozialpädagogik an der Evangelischen Hochschule Dresden
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