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Susanne Nußbeck: Sprache - Entwicklung, Störungen und Intervention

Cover Susanne Nußbeck: Sprache - Entwicklung, Störungen und Intervention. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2007. 220 Seiten. ISBN 978-3-17-019292-8. 25,00 EUR.

Reihe: Module angewandter Psychologie.
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Autorin

Prof. Dr. Susanne Nußbeck lehrt Psychologie an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, Department Heilpädagogik und Rehabilitation.

Gegenstand und Zielgruppen

Die Reihe „Module angewandter Psychologie“ hat das Ziel, für die neuen Studieninhalte der Bachelor - Studiengänge Lehr- und Lernmaterialien zur Verfügung zu stellen, die wissenschaftlich fundiert und zugleich praxisbezogen sind. Für Studierende der neuen Studiengänge sind u.a. auch deswegen gut lesbare Einführungen unverzichtbar. Das trifft in hohem Maße auf das vorliegende Buch zu. Zuerst werden Aspekte der Sprache und theoretische Zugänge thematisiert und anschließend wird ausführlich die Sprachentwicklung von Kindern und Erwachsenen, der Schriftspracherwerb und die besonderen Bedingungen bei Zweisprachigkeit referiert. Weiterhin wird auf Beeinträchtigungen des Spracherwerbs und auf Sprachstörungen bei Erwachsenen sowie auf alternative Sprachsysteme eingegangen.

Dieses Buch richtet sich vorwiegend an Studierende der Heil - und Sonderpädagogik, aber auch Studierenden der Sozialpädagogik und Fachkräften in der Kinder- Jugendhilfe bietet es eine Orientierungshilfe.

Es werden Zusammenhänge und Entwicklungsstränge verdeutlicht, die einen fundierten und differenzierten Überblick ermöglichen, und zu einem intensiveren, selbständigen Studium anleiten.

Aufbau

Nach einem Vorwort der Autorin folgen sechs Kapitel, die jeweils mit Fragen zur Selbstprüfung abschließen. Den Schluss bilden eine ausführliche Literaturliste, ein Glossar und ein Stichwortverzeichnis.

0. Einleitung

In der Einleitung wird die Bedeutung der einzelnen Kapitel vorgestellt. Den Grundtenor der Einleitung bringt folgender Zusammenhang zum Ausdruck:„Nicht nur der gesprochenen Sprache, auch der Schriftsprache kommt in unserer Kultur eine große Bedeutung zu. Sprache, Sprachbeherrschung in Wort und Schrift, sind unerlässliche Voraussetzungen einer qualifizierten Bildung und Ausbildung. Kinder und Erwachsenen, die sprachlich eingeschränkt sind, haben einen erschwerten Zugang zur Teilhabe am sozialen Leben und zum allgemeinen Weltwissen.“ (Nußbeck, S.7)

Es wird darauf hingewiesen, dass das Buch nicht den Anspruch erheben kann, einen vollständigen Überblick über alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Thematik zu dokumentieren, sondern es soll einen Überblick geben werden, der durch weiterführende Literaturhinweise vertieft werden kann.

1. Aspekte der Sprache und theoretische Zugänge

In diesem Abschnitt werden die einzelnen Komponenten der Sprache wie Phonetik, Phonologie, Semantik, Morphologie und Prosodie im Zusammenhang erläutert. Im zweiten Teil stellt die Autorin drei große Spracherwerbstheorien vor:

Inside- out- Theorien, Outside- in-Theorien und die Theorie der rational- konstruktivistischen oder „radikalen Mitte“, wobei die Inside- out- Theorien und die Outside- in- Theorien als Extreme eines Kontinuums angesehen werden und eine gewisse Präferenz der rational- konstruktivistischen Theorien deutlich wird.

2. Sprachentwicklung

2.1 Spracherwerb im Säuglings- und Kleinkindalter

  • Prosodie (Sprachmelodie) und Phonologie (Lautrepräsentationen). Wie verschiedene Forscher nachweisen konnten, ist es möglich, anhand von modernen Projektions- und Computertechniken die Erfassung der kognitiven Leistungen von den motorischen abkoppeln, um Wahrnehmungsleistungen differenzieren zu können. Man unterscheidet drei verschiedene Untersuchungsparadigmen, die das Wechselspiel von Habituierung (Gewöhnung) und Dishabituierung, also Orientierungsreaktion, beschreiben (Habituierungsparadigma). Beim Präferenzparadigma wird untersucht, welche Reize ein Kind bevorzugt. Beim Überraschungsparadigma wird dem Kind ein „unmögliches Ereignis“ gezeigt und daraufhin seine Reaktion beobachtet und gemessen. Auf diese Art und Weise ist es möglich, in dieser sehr frühen Phase der Sprachentwicklung differenzierte Einblicke zu erhalten.
  • Konzeptbildung und Lexikon. Beim Produzieren und Differenzieren der Lautfolgen der Muttersprache des Kindes, braucht es kognitive Fähigkeiten der Kategorisierung und des Symbolverständnisses. Das Kind erkennt dann, dass die Lautgebilde, die es hört, etwas bedeuten, aber auch dass einige Wörter „nichts“ bedeuten, und dennoch wichtig sind. Im Alter von 10 Monaten versteht ein Kind durchschnittlich mehr als 60 Wörter. Mit zwei Jahren kennt es etwa 300; ca. 10 neue Wörter pro Tag führen zu einem Wortschatz von etwa 14000, wenn das Kind in die Schule kommt.
  • Syntax und Grammatik. Beim Überschreiten einer Grenze von ca. der 50 Wörtern braucht das Kind Regeln, um die länger werdenden Äußerungen zu kombinieren und in einem zweiten Schritt Phrasen zu erwerben und einfache Sätze zu bilden. Sprachliche Einheiten werden zueinander in Beziehung gesetzt, um eine zusammenhängende Rede zu gestalten. Anhand verschiedener Theorien wird der Erwerb von Syntax und Grammatik erläutert, außerdem werden auch konkurrierende Standpunkte referiert.
  • Pragmatik. Pragmatik als Bezeichnung für den Gebrauch der Sprache analysiert die Verwendung der Sprache als Kommunikationsmittel und zeigt, wie Gedanken in sozialer Interaktion so „versprachlicht“ werden, dass eine kohärente Rede entsteht. In diesem Abschnitt wird der Dialog zwischen der Mutter und dem Kind im ersten Lebensjahr nachvollzogen, wobei die Mutter ihre Sprache dem kindlichen Entwicklungsstand anpasst und damit das Lernvermögen des Kindes stimuliert.

2.2 Sprachentwicklung und – Verarbeitung über die Lebensspanne

Sprache ist ein Werkzeug des Denkens und ein Mittel zur Kommunikation der Gedanken. Es wird zum Ausdruck gebracht, dass Sprache und Kognition in einem Wechselverhältnis stehen, aber wie die Beziehung sich genau gestaltet, wird kontrovers diskutiert. Die Abhängigkeiten zwischen Sprache und Kognition stellen sich auch zu verschiedenen Zeitpunkten des Lebens anders dar und sind anscheinend komplizierter als von Piaget, Watson, Whorf und Wygotzky angenommen. Neuere Modelle wie das von Levelt ( 1989), von Grabowski (1994) u.a. bilden jeweils unterschiedliche Aspekte der Sprachproduktion ab, sind daher weder richtig noch falsch, haben sich aber empirisch bewährt. Außerdem liefern sie wertvolle Anhaltspunkte für die Therapie von Sprachstörungen.

2.3 Schriftsprachenerwerb

Schriftsprache bildet die Lautsprache in einer anderen Modalität ab und ist von ihr abhängig, trotzdem sind beide nicht identisch. Da in der Lautsprache viele Zusatzinformationen aus dem Kontext erschlossen werden, können auch unvollkommene Sätze, die sogar syntaktisch falsch sein mögen, trotzdem verstanden werden. In der Schriftsprache allerdings müssen Ungenauigkeiten vermieden werden, wenn sie verstanden werden soll.

An verschiedenen theoretischen Modellen (z.B. Kognitives Modell metalinguistischer Entwicklung und Leseerwerb nach Tunmer& Hoover 1992; Logogenmodell der multimodalen Wortverarbeitung; Netzwerkmodelle von McClelland & Rumelhart 1981, Seidenberg & McClelland 1990) wird die Komplexität des Schriftspracherwerbs in gleicher Weise anspruchsvoll wie verständlich dargeboten.

2.4. Spracherwerb bei Zweisprachigkeit

Obwohl in den letzten Jahrzehnten durch Migration und Globalisierung Zwei- und Mehrsprachigkeit zunehmend in den Fokus gerückt sind, gibt es vergleichsweise darüber weniger Studien als zu monolingualem Spracherwerb.

Es stellt sich häufig heraus, dass eine Reihe von Kindern aus Migrationsfamilien im Kindergarten und in den ersten Schuljahren nicht die für einen erfolgreichen Schulbesuch erforderlichen Deutschkenntnisse aufweisen und dadurch Nachteile bei der Integration in die Gesellschaft haben. Deshalb ist es notwendig über aussagekräftige Studien Erkenntnisse zu gewinnen, wie Kindern mit Migrationshintergrund die Verkehrssprache eines Landes besser vermittelt werden kann.

3. Ansprüche an die Wirksamkeit von Interventionen

Wenn die Sprachentwicklung eines Kindes nicht regelgerecht verläuft oder wenn nach dem Spracherwerb vorhandene Kompetenzen verloren gehen, müssen geeignete therapeutische Maßnahmen oder Interventionen gefunden werden.

Therapien sind in Anwendung, Dauer und Wirksamkeit begrenzt. Finanziert werden sie in der Regel von den Krankenkassen und setzen damit Diagnosen nach der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD -10) oder dem DSM IV voraus.

Der Interventionsbegriff ist allgemeiner gehalten sowie nicht im medizinischen Feld verankert und muss daher mit anderen Methoden expliziert werden. Eine Möglichkeit zur Bewertung der Wirksamkeit und Güte von Interventionen bietet das Konzept der „Evidence based practice“ als eine Intervention, deren Wirksamkeit in klinischen oder Forschungsstudien nachgewiesen ist.

4. Beeinträchtigungen des Spracherwerbs und Interventionen

Sprachentwicklung bei kognitiver Beeinträchtigung und Interventionen

Kinder, die aufgrund ihrer bio - psycho - sozialen Entwicklungsbedingungen in ihrer Entwicklung verzögert sind, haben neben kognitiven, motorischen und sozial-emotionalen Problemen auch Rückstände in der Sprachentwicklung, was ein hohes Risiko für spätere Schulschwierigkeiten darstellt.

Es werden zwei Gruppen von kognitiver Beeinträchtigung unterschieden:

Eine homogene Gruppe mit leichten Beeinträchtigungen (IQ unter 70), die nach dem Normalverteilungsmodell etwa 2,5% der Bevölkerung umfasst und eine wesentlich kleinere und heterogenere Gruppe mit einer Prävalenz von 0,4%, die Personen mit mittelschwerer, schwerer bis schwerster geistiger Behinderung umfasst.

Bei der Gruppe mit leichteren kognitiven Beeinträchtigungen finden sich meist keine organischen Verursachungen. Häufiger als bei den Personen mit schwerer geistiger Behinderung kommen die Personen aus sozial depriviertem Milieu und haben Eltern und Geschwister mit ähnlichen intellektuellen Fähigkeiten. Hinsichtlich ihrer Sprachentwicklung zeigen diese einen verspäteten Sprechbeginn und eine allgemeine Sprachentwicklungsverzögerung ohne spezifische Profile. Sie holen in der Regel während der Schulzeit ihre Rückstände in der gesprochenen Sprache bis zu einem zur täglichen Kommunikation ausreichendem Niveau auf, bleiben aber arm im Ausdruck und im Sprachgebrauch. Weiterhin für diese Gruppe kennzeichnend ist die Fortsetzung der Sprachentwicklungsschwierigkeiten beim Erwerb von Lesen und Schreiben. Viele bleiben funktionelle Analphabeten. In den betreffenden Familien herrschen häufig restriktive, Kontrolle ausübende und kritisch- strafende Interaktionsstile vor.

Während also bei den Sprachentwicklungsverzögerungen die sprachliche und erzieherische Umgebung oft eine große Rolle spielt, sind die Sprachprobleme bei geistiger Behinderung eher der Behinderung zuzuschreiben.

Die verschiedenen Formen der geistigen Behinderung wie bspw. das Down-Syndrom, Williams- Beuren- Syndrom, Fragiles X- Syndrom, Angelman - Syndrom, Prader- Willi- Syndrom, Katzenschrei-Syndrom, Rett-Syndrom u.a. schlagen sich in hohem Maße und durchaus voneinander unterschieden auf die Sprachentwicklung und dem Gebrauch der Sprache nieder. Demzufolge sind auch die Fördermöglichkeiten sehr differenziert einzusetzen.

Sprachentwicklung bei Störungen aus dem Autismusspektrum und Interventionen

„Die autistische Störung ist – anders als die genetischen Syndrome – eine bisher allein auf der Verhaltensebene zu diagnostizierende Störung, die sich regelmäßig in einer Triade der Beeinträchtigung aus Störungen der Kommunikation, des Sozialverhaltens und der Imagination/Phantasietätigkeit konstituiert.“ ( Nußbeck, 2007, S. 81)

Im Autismusspektrum steht der frühkindliche Autismus („Kannertyp“) an einem und das Asperger-Syndrom mit intellektuellen Fähigkeiten im Normbereich am anderen Ende. Beim „Kannertyp“ sind die Ausprägungen intellektueller Fähigkeiten wesentlich häufiger abweichend als beim Asperger- Syndrom. Das bedingt auch ein anderes Herangehen bei der Sprachförderung. Für die Sprachförderung ist die Palette der Therapieansätze besonders groß, aber nicht immer seriös. Exemplarisch sollen hiermit kurz einzelne wirkungsvolle Verfahren der Sprachförderung benannt werden.

Das Sprachtraining, das im verhaltenstherapeutischen Setting (nach Lovaas) eingebettet ist, wurde mit ABA (Applied Behavior Analysis nach Maurice, Green & Luce 1996) weiterentwickelt und vervollkommnet. Wenn auch eine „Heilung“, wie ursprünglich erwartet, nicht erreicht wurde, so lassen sich doch erhebliche Verbesserungen erzielen. Weiterhin gilt das seit den 70er Jahren kontinuierlich weiterentwickelte TEACCH- Programm (Treatment and Education of Autistic an related Communication handicapped Children nach Mesibov, Shea & Schopler 2004) als ein umfassendes Förderprogramm für Menschen mit Autismus. Aber auch im Bereich der Kommunikationsförderung spielt es als probates Programm eine nicht unwesentliche Rolle.

Kritisch wird aus empirischer Sicht der Einsatz der Gestützten Kommunikation gesehen.

Weiterhin werden die Sprachentwicklung bei einer Hörstörung und spezifische Sprachentwicklungsstörungen ausführlich referiert.

Aussprachestörungen und Störungen des Redeflusses sowie dazugehörige Interventionen

Aussprachestörungen werden im ICD 10 als Artikulationsstörung bezeichnet. Unbestritten ist die Unterteilung in organische und funktionelle Aussprachestörungen.

Organische Ursachen können Zerebralparesen, kindliche Dysarthrophonie, Muskeldystrophien, kraniofaziale Anomalien, Zahnfehlstellungen oder Hörstörungen sein. Wenn sich keine organische Verursachung finden lässt, wie bei den meisten Kindern, dann wird von funktionellen Aussprachestörungen gesprochen.

Neben den Aussprachestörungen werden Störungen des Redeflusses charakterisierend aufgeführt. Hierbei handelt es sich um Stottern und Poltern.

Kindliche Aphasie und Interventionen

Bisher wurden Störungen beschrieben, bei denen der Spracherwerb aufgrund interner Faktoren sehr früh vom Regelerwerb abweicht und zu qualitativ anderen Sprachmustern führt. „Kindliche Aphasien entstehen demgegenüber durch äußere Einwirkungen, haben einen klaren Beginn und treffen das Kind nach Beginn des Spracherwerbs, so dass bereits erworbenes sprachliches Wissen verloren geht oder eingeschränkt wird.“ (Nußbeck 2007, S.123)

Kindliche Aphasien sind eine seltene Störung, sodass auch nur wenige Forschungsergebnisse vorliegen. Ursachen für auftretende Aphasien können Schädel-Hirn-Traumen, entzündliche Prozesse (z.B. Meningitis/ Enzephalitis, Malaria, Hirnabzesse), zerebro- vaskuläre Läsionen (Hirngefäßverletzungen), Folgen von Epilepsien u.a. sein.

Elektiver Mutismus und Interventionen

Die betroffenen Kinder fallen dadurch auf, dass sie dauerhaft nicht sprechen, obwohl sie sprechen können. Elektiver Mutismus liegt vor, wenn ein Kind in einigen sozialen Situationen fließend und angemessen spricht, und in anderen Situationen und /oder bei anderen Personen stumm bleibt.

Störungen des Schriftsprachenerwerbs und Interventionen

Mittelpunkt dieses Abschnittes ist die Erörterung von Schwierigkeiten beim Erwerb des Lesens und Schreibens. Die Identifikation der Kinder mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten ist nicht einfach. Grundsätzlich wird auch für die Lese- und Rechtschreibstörungen diskutiert, ob es sich um eine Verzögerung des Erwerbs der Schriftsprache oder um einen qualitativ verschiedenen Erwerb handelt. Auch über die Verursachung der Störung herrscht Uneinigkeit. Vermutlich kommen mehrere Faktoren zusammen. Es wird eine genetische Komponente diskutiert, aber auch neurologische Aspekte (hirnmorphologische Abweichungen, abweichende zentralnervöse Aktivierungsmuster) werden in Betracht gezogen. Häufig treten auch komorbide Störungen, wie beispielsweise Schulangst, Schulverweigerung oder aggressive Verhaltensweisen auf. Bei der Auswahl der passenden Interventionen sollten Fachleute fallspezifisch entscheiden.

5. Erworbene Sprachstörungen bei Erwachsenen

Sprachverluste nach vollendetem Spracherwerb werden als Aphasie bezeichnet. In Deutschland sind ca. 100. 000 Personen betroffen. Jährlich verlieren ca. 24.000 Menschen ihre Sprachfähigkeit. Ursachen sind Störungen des Zentralnervensystems, die durch Mangeldurchblutungen wie Schlaganfälle, Traumata, Tumore und entzündliche oder degenerative Erkrankungen hervorgerufen werden. Es werden verschiedene Ausprägungen von Aphasien unterschieden, wie die motorische Aphasie (Broca-Aphasie), Wernicke –Aphasie, amnestische Aphasie und die globale Aphasie.
Die Behandlung ist langwierig und zielt auf eine Verbesserung der sprachlichen Beeinträchtigungen und den Einsatz Sprache ergänzender oder ersetzender kommunikativer Strategien sowie auf eine Erweiterung der psychosozialen Möglichkeiten ab.

6. Alternative Sprachsysteme

Es wird exemplarisch und abschließend noch ein kurzer Überblick über die Gebärdensprache und die Unterstützte Kommunikation gegeben, der Bedeutung und Kritikpunkte alternativer Sprachsysteme referiert.

Fazit

Der Autorin gelingt es, ihre vielfältigen praktischen Erfahrungen im heilpädagogischen und psychologischen Bereich mit dem nötigen theoretischen Anspruch zu verknüpfen und ein Buch vorzulegen, das sowohl inhaltlich als auch sprachlich-stilistisch von Wert ist. Es werden Einblicke in die sprachliche Entwicklung sowie in Störungen der Kommunikation ermöglicht und Fördermöglichkeiten aufgezeigt, die sowohl für Profis aber auch für Eltern betroffener Kinder und für Erwachsene sehr hilfreich sein können


Rezensentin
Prof. Dr. Eva-Mia Coenen
Studienrichtungsleiterin Hilfen für Erziehung an der Staatlichen Studienakademie Breitenbrunn
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Zitiervorschlag
Eva-Mia Coenen. Rezension vom 13.07.2009 zu: Susanne Nußbeck: Sprache - Entwicklung, Störungen und Intervention. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2007. ISBN 978-3-17-019292-8. Reihe: Module angewandter Psychologie. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/5438.php, Datum des Zugriffs 22.03.2019.


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