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Heinz Schott, Rainer Tölle: Geschichte der Psychiatrie

Cover Heinz Schott, Rainer Tölle: Geschichte der Psychiatrie. Krankheitslehren, Irrwege, Behandlungsformen. Verlag C.H. Beck (München) 2006. 688 Seiten. ISBN 978-3-406-53555-0. 39,90 EUR, CH: 69,40 sFr.
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Autoren

Es ist schon ein auch im wahrsten Sinne des Wortes opus magnum, das Heinz Schott, Professor für Geschichte der Medizin an der Universität Bonn, und Professor Rainer Tölle, bis 1998 Leiter der Klinik für Psychiatrie der Universität Münster und Autor eines immer wieder neu aufgelegten Lehrbuches für Psychiatrie, gemeinsam geschrieben und als Geschichte der Psychiatrie veröffentlicht haben.

Geschichte ist für die Autoren nichts Totes, Belangloses oder Selbstzweck, sondern eine Quelle von Erfahrungen und Einsichten, von gelungenen Experimenten und Irrwegen, von Kritik und Theoriebildung, kurz: eine Schatzkammer, die man nur bei Strafe von Wissens- und Erkenntnisverlust übersehen  kann.

Der geschichtlichen Fülle an psychiatrischer Theorie-, Organisations- und Praxisformen Herr zu werden und Ordnung in die psychiatrischen Materialien zu bringen, ist nicht leicht. Dazu bedarf es sowohl psychiatrischer Kompetenz als auch geschichtlicher Analysekraft – Qualitäten, die die Autoren schon in zahlreichen anderen Veröffentlichungen unter Beweis gestellt haben.

Blick in die Geschichte

Der Blick in die Geschichte soll vor allem erkennen helfen, wie sich Wissenschaft und Praxis der Psychiatrie zu ihrer gegenwärtigen Gestalt entwickelt haben. Darüber hinaus aber geht es darum, vergangene Lehren und Erfahrungen auf die Bedeutung für die Gegenwart zu befragen. Vielleicht gibt es ja historische Ansichten und Erkenntnisse, die nicht nur einfach von wissenschaftlichem Interesse sind, sondern vielmehr die vorherrschenden Psychiatrietheorien in Frage stellen können oder inkompatibel mit den gegenwärtigen Entwicklungen sind?

Die Autoren der "Geschichte der Psychiatrie" wollen jedenfalls Geschichte und Aktualität der Psychiatrie zusammenbringen. Dabei – so die Autoren – sollen einerseits historische Gegebenheiten durch aktuelle Fragestellungen neu gesichtet, andererseits die Verhältnisse der gegenwärtigen Psychiatrie im Lichte ihrer Geschichte einem tieferen Verständnis zugeführt werden.

Sie wehren sich insbesondere gegen eine Geschichtsauffassung, die geradlinig von den Anfängen bis zur Gegenwart eine Fortschrittslinie zieht und die die verstreuten und heterogenen geschichtlichen Wurzeln der Psychiatrie nicht berücksichtigt. Es geht nicht an, die Geschichte der Psychiatrie z. B. bei den wissenschaftlich denkenden Griechen beginnen zu lassen und sie dann unter Abwertung des Mittelalters in der europäischen Moderne zu einem vorläufigen wissenschaftlichen Höhepunkt zu führen.

Auch das Drei-Stufen-Modell in seiner chronologischen Abfolge: Magie – Religion –Wissenschaft  hilft nicht weiter, wenn man weiß, dass die Zunahme wissenschaftlicher Erkenntnis  keineswegs mit einer Abnahme des magischen Denkens und der Religiosität  verbunden ist. Die Gegenwart des Ungleichzeitigen ist wohl eher das Problem der Psychiatrie.

Standpunkt der Autoren

Ihren Blick werfen die Autoren allerdings nicht interesselos in die Geschichte: Ihr Standpunkt ist die gegenwärtige klinische Psychiatrie , deren Entstehung sie mit allen ihren geschichtlichen Wegen und Irrwegen nachzeichnen und deren Gegenwart sie keineswegs kritiklos gegenüberstehen. Natürlich findet sich eine die Vorgeschichte einbeziehende Darstellung der Psychiatrie im Nationalsozialismus , aber eben auch eine Warnung vor der Gefahr einer neuen Eugenik auf molekularmedizinischer Grundlage ( " Wenn die pränatale  Diagnostik  ein Down-Syndrom erkennen lässt ,wird die Abtreibung als selbstverständliche Konsequenz angesehen ."(S.114) oder eine Warnung vor der Verabsolutierung der neurobiologischen Forschung. Man darf also keine - wie auch immer ausfallende – "alternative" Geschichte der Psychiatrie erwarten, sei es z.B. in Form einer ausschließlich patientenorientierten Darstellung , sei es z.B. in Form einer sich ausschließlich auf die Inhumanität geschichtlicher und gegenwärtiger  Psychiatriepraxis konzentrierenden Darstellung. Wohl aber darf man sich auf eine im besten Sinne des Wortes kritische Sichtung und Vergewisserung der Vergangenheit und Gegenwart der in Deutschland institutionalisierten Psychiatrie freuen.

Historische Voraussetzungen der modernen Psychiatrie

Die im ersten Kapitel genannten historischen Voraussetzungen der modernen, um 1900 mit der klinischen Arbeit und Forschung beginnenden Psychiatrie sind den Autoren zufolge sehr vielfältig und heterogen. Dazu zählen sie u. a.:

  • die bis in die Gegenwart reichenden Vorstellungen von Religion und Dämonologie,
  • die hippokratische Medizin und die Humoralpathologie, wie sie von Galen (um 129 n. Chr. - um 216 n. Chr. ) ausformuliert wurde,
  • Magie und Imagination bei Paracelsus (1493 – 1541), der die "chemische Medizin" aus dem Geist der Alchemie begründete,
  • die Ideen und die Praxis der Aufklärung und der Romantik, die die psychisch Kranken erstmals als eigene, therapierbare Krankheitsgruppe wahrnahmen.
  • Auch die französische Schule - Philippe Pinel (1745 – 1826) und sein kongenialer Schüler Jean Etienne Dominique Esquirol (1772 – 1840) - gehört zu den von den Autoren genannten wesentlichen Voraussetzungen der modernen Psychiatrie des 20. Jahrhunderts.

Die in der Mitte des 19. Jahrhunderts formulierte Psychiatrie Wilhelm Griesingers (1817 – 1868) wird in ihrer Bedeutung für die moderne Psychiatrie als "Magna Charta der Psychiatrie" besonders herausgestellt und ausführlich behandelt. Wie sah diese Magna Charta aus? Hier eine stichwortartige Skizzierung der Bestandteile dieser Psychiatrie:

  • Anspruch auf Bildung eines eigenen Faches für klinische Psychiatrie,
  • empirische Arbeit statt spekulativen Denkens,
  • Verbindung von Wissenschaft und Praxis,
  • Durchbruch der biologischen Psychiatrie und Anerkennung des somatischen Faktors in Ätiologie und Diagnostik,
  • psychologische Beiträge ("Die psychischen Ursachen halten wir für die häufigsten und ergiebigsten Quellen des Irreseins"(S.72),
  • Betonung der Individualität und Subjektivität des einzelnen Kranken.

Man kann leicht sehen, dass  wissenschaftliche Vielfalt und unterschiedliche Formen der Behandlung der Griesingerschen Psychiatrie zu eigen sind. Dementsprechend vertrat Griesinger auch ein differenziertes Versorgungssystem, wobei sich die Anstalten u. a. nach dem Non restraint system von John Conolly (1794- 1866) richten sollten, welches auf die Anwendung von Gewalt verzichtet.

Aus den noch verbliebenen, im Kapitel dargestellten "historischen Voraussetzungen" soll nur noch die Degenerationslehre, der Sozialdarwinismus und die Eugenik erwähnt werden, da sie ja Wegbereiter der "Vernichtung unwerten Lebens" im Nationalsozialismus waren. 

Moderne Psychiatrie

Zu den großen Begründern der modernen Psychiatrie zählen zusammen mit Emil Kraepelin (1856-1926) auch Eugen Bleuler (1857 – 1939) und Sigmund Freud (1856 – 1939).

Emil Kraepelin war es, der um 1900 dazu beitrug, die klinische Psychiatrie auch in der Forschung durchzusetzen. Außerdem begründete er mehrere Arbeits- und Forschungsrichtungen der Psychiatrie:

  • Experimentelle Psychologie,
  • Erforschung des Alkoholismus,
  • Vergleichende Psychiatrie,
  • biologisch / psychiatrische Forschung.

Durch seine klinische Forschung wie durch die Vielfalt neuer Arbeitsrichtungen hat Kraepelin ohne Zweifel die Psychiatrie des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt. Er hätte so eine umfangreiche und differenzierte Praxis nicht leisten können, wenn ihm nicht auch eine Konzeption der Psychiatrie vor Augen gestanden hätte, die keiner Methode vor der anderen den Vorzug gibt.

Die Autoren beschäftigen sich  auch ausführlich mit der Psychoanalyse und ihrer Geschichte sowie mit Eugen Bleuler und der Zürcher Schule. Bei Eugen Bleuler wird u. a. die Vielseitigkeit seiner Arbeit hervorgehoben und die Tatsache, dass er die Psychoanalyse mit der Psychiatrie verbinden konnte. So wird er auch zu einem  Wegbereiter einer offenen und undogmatischen Psychiatrie: "Er war Arzt und Wissenschaftler, biologisch und psychopathologisch eingestellt, klinischer Psychiater und Psychotherapeut." (S. 139 ).

Die Psychiatrie im Nationalsozialismus wird mit ihrem Vernichtungswahn in mehreren Kapiteln ausführlich dargestellt: Zwangssterilisationen, "Euthanasie", Hungersterben, "Kindereuthanasie", T4-Aktionen, "wilde Euthanasie", Rolle und Funktion der Psychiater, "Endlösung".

Auch der Missbrauch der Psychiatrie in der Sowjetunion, in der DDR und in anderen Ländern wird thematisiert.

Ein Überblick über soziologische und sozialpsychiatrische Ansätze wie über die Anti-Psychiatrie schließt  sich an.

Es folgt ein ausführlicher Beitrag zu der mit großem Aufwand betriebenen neuro-biologischen Forschung.

Pluridimensionale Psychiatrie

Am Beispiel einer Gegenüberstellung von Karl Bonhoeffer (1868 – 1948) und Robert Gaupp (1870-1953)  wird von den Autoren deutlich gemacht, dass es zwei Wege gibt, die sich in der Psychiatrie des 20. Jahrhunderts verfolgen lassen. Da gibt es auf der einen Seite die von der Hirnfunktion ausgehende neuropathologisch orientierte Psychiatrie bei Bonhoeffer, die methodebezogen – unidimensional arbeitet, und auf der anderen Seite die pluridimensionale Psychiatrie eines Gaupp. Dabei gilt es zu beachten, dass in der pluridimensionalen Psychiatrie jede unidimensionale Arbeitsrichtung ihre Berechtigung und ihren festen Platz hat. Wissenschaftlich muss nämlich jeder Forschungsansatz zuerst unidimensional – methodenbezogen sein. Doch sollte er sich letztendlich im Kontext der Psychiatrie einordnen lassen und die Pluridimensionalität des Faches anerkennen.

In der Tübinger Schule von Robert Gaupp  wurde dann in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die pluridimensionale Psychiatrie bewusst praktiziert, die Griesinger vorgezeichnet und Kraepelin vorbereitet hatte. Nach Robert Gaupp repräsentierte Ernst Kretschmer (1888 – 1964) die Tübinger Schule und machte sie weltweit bekannt. Ohne auf die praktischen und wissenschaftlichen Leistungen von Gaupp und Kretschmer in dieser Rezension eingehen zu können, soll wegen ihres Vorbildcharakters kurz die pluridimensionale Psychiatrie skizziert werden, wie sie in Tübingen praktiziert wurde: Ohne Bewährtes aufzugeben, wurden neue Wege eingeschlagen. Die Entwicklung einer introspektiven Psychologie, Erweiterung der Psychopathologie um den Entwicklungsaspekt, biografische Forschung, Psychotherapie, Psychodynamische Orientierung der Psychiatrie, Kinderpsychiatrie. Das weite Spektrum der angewandten Methoden wurde ergänzt um die morphologische Hirnforschung und um die Phänomenologie und Daseinsanalyse als Grundlegung der Psychiatrie. Gaupp selbst hat das Programm der Pluridimensionalität wie folgt formuliert: "Nicht eine Ursache, sondern mehrere schaffen die Geisteskrankheit. Aber wir kennen meist nur eine, niemals alle, und darum wundern sich manche, wenn diese eine bei verschiedenen Wirkungen beteiligt ist und doch ist dies alles selbstverständlich; denn es gibt in der ganzen Natur keinen Vorgang, der nur eine Ursache hätte." (S. 144) Und: "Klar über die Grenzen unserer psychiatrischen Erkenntnis, die uns nötigt, bald rein naturwissenschaftlich – induktiv, bald psychologisch – einfühlend vorzugehen, werden wir auf dem Wege exakter Beobachtung und Untersuchung und, wo angängig, auch Messung all dessen, was bei psychischen Erkrankungen vorkommt, unseren Weg fortsetzen, um immer vollständiger zu erfassen, in welchen Zusammenhängen es sich bei unseren Kranken äußert." (S. 144)

In der Anmerkung 138 wird von den Autoren nach den Bedingungen der Realisierung der pluridimensionalen Psychiatrie in der Tübinger Schule gefragt. Es sind, so heißt es dort, mehrere Voraussetzungen zu erkennen: Keine Methode wurde verabsolutiert, keine Arbeitsrichtung monopolisiert, keine Theorie dogmatisiert. Vielmehr wurde aufgegriffen, was Erfolg versprach. Psychologische und biologische Arbeiten schlossen einander nicht aus. Dem entsprach Offenheit nach außen. Die Tübinger Psychiater verschlossen sich nicht gegenüber anderen Forschungsgruppen, sondern übernahmen, was anderswo überarbeitet und als richtig erkannt wurde.

Nun darf man nicht meinen, dass die geschichtlich extrahierte pluridimensionale Psychiatrie ohne Stachel und ohne Ecken sei. Zu ihrer methodologischen Vielfalt zählt  auch die Fragestellung einer medizinischen Anthropologie, z. B. die Frage nach dem Menschenbild und nach der Würde des Menschen. Von hier aus ist es kein weiter Weg, z. B. die heutige molekulargenetische Biologisierung des Menschen in ihrer Einseitigkeit und Ausschließlichkeit zu kritisieren und ihr gegenüber programmatisch die "Einführung des Subjekts in die Medizin" (Viktor von Weizsäcker) einzufordern. (S. 509)

Angesichts einer offenkundigen Geschichtsvergessenheit und Philosophieferne der gegenwärtigen Biomedizin – so die Autoren – gelte es, die Notwendigkeit anthropologischen Nachdenkens zu betonen. (S. 497)

Kurzbeschreibung weiterer Kapitel

Das dritte Kapitel stellt die geschichtlichen Formen der Versorgung psychisch Kranker von den Vorläufern im Orient und Okzident bis hin zu den durch die Psychiatriereform in den 70er – 90er Jahren bewirkten Differenzierungen und Spezialisierungen dar. Wer sich über die Entwicklung, Geschichte und Überwindung der Anstaltspsychiatrie informieren will, findet hier reichlich Anregungen und Informationen.

Eingangs beschäftigt sich das vierte Kapitel mit der Krankheitslehre und erläutert in der Folge die wichtigsten psychiatrischen Krankheiten: Alkoholismus, Drogenabhängigkeit, Hysterie / Neurosen / Neuasthenie, Persönlichkeitsstörungen, psychotraumatische Störungen, Wahn, Schizophrenien und Melancholie / Depressionen.

Das Zusammenspiel von therapeutischen Leitlinien und praktischen Methoden aus den Anfängen der Psychiatrie – in der Umbruchszeit an der Schwelle zur Moderne – ist Gegenstand des fünften Kapitels: Physische und moralische Behandlung, Arbeitstherapie, die Darstellung der Behandlungsbasis: Milieutherapie / Musiktherapie / Kunst und Psychiatrie / Psychiatrie und Pädagogik / Pflege, Psychotherapie, Insulin- und Krampfbehandlung / Psychochirurgie und Psychopharmaka sind die einzelnen Themen.

Der kranke Mensch und die Psychiatrie

In ihrem Schlusskapitel sprechen die Autoren das Befinden von Kranken in der Psychiatrie an: Es ist bekannt, dass der Kranke in der Regel mit der psychiatrischen Diagnose stigmatisiert wird. Die psychiatrische Stigmatisierung wird "durch eine geradezu bedingungslose Klassifikation der Diagnosen" (S. 500) verstärkt. Zwar mag die Akzeptanz der Depressionsdiagnose in der Öffentlichkeit zunehmen, aber es bleibt doch, dass Geisteskrankheiten oder "Psychosen" Etikettierungen mit weitreichenden Konsequenzen sind. Da die sozialen Folgen der Stigmatisierung oft erheblich schwerwiegender sind als die der Krankheit, gewinnen die schwierig durchzuführenden Anti-Stigmatisierungs-Kampagnen an Bedeutung.

Eine weitere Gefährdung der Patienten liegt darin, dass es zu einer weiteren Biologisierung der psychiatrischen Behandlung kommt und neben der Pharmakotherapie andere Verfahren als zweitrangig angesehen werden. Der persönliche Umgang mit dem Kranken, die Pflege der Milieutherapie und die personelle Ausstattung der psychiatrischen Institutionen könnten auf die Verlustliste geraten.

Auch bleibt der Patient trotz aller Gewaltvermeidung und Öffnung der psychiatrischen Institutionen in seiner Freiheit und Entfaltung eingeschränkt – "eine kaum vermeidbare, wenn auch unabsichtliche Begleiterscheinung der Behandlung". (S. 504) "Selbst die Betreuung in einem modernen sozialpsychiatrischen Zentrum, in einem "liberal" geführten Übergangshaus oder in einer Behindertenwerkstatt ist jeweils mit Bindung und Abhängigkeit verbunden." (S. 504)

Was die Bewahrung der Menschenwürde und die Selbstbestimmung angeht, so sollte die Menschenwürde – Garantie des Grundgesetzes auch in der Psychiatrie uneingeschränkt gelten. Für unterschiedslos alle Patienten gilt die Garantie der Menschenwürde als verbindliche und normative Grundentscheidung, der auch jeder in der Psychiatrie Tätige verpflichtet ist.

Fazit: Lexikon und Lehrbuch

Die Geschichte der Psychiatrie hat insgesamt 688 Seiten; davon fallen ca. 170 Seiten auf Anmerkungen, Literatur, Personen- , Orts- und Sachregister. Mit dieser guten Ausstattung kann das Buch hervorragend als Nachschlagewerk für Biografien und Sachthemen genutzt werden. Da es durchaus zu Überschneidungen in den einzelnen Kapiteln kommt, kann man sich mit Hilfe der Register gut und leicht ein biografisches und / oder sachliches Gesamtbild verschaffen.

Auch die Anmerkungen sind durchweg lesenswert, denn sie geben zusätzliche Informationen, liefern Hinweise und verdeutlichen das im Text Gesagte.

Jeder, der in der Psychiatrie arbeitet, ob als Arzt, Krankenschwester, Pfleger, Therapeut, Sozialarbeiter oder Verwaltungskraft, ist gut beraten, wenn er sich dieses Werk in seine Handbibliothek stellt.

Aber auch Betroffene und Angehörige können sich in der "Geschichte der Psychiatrie" kompetent informieren und vertiefend mit den sie interessierenden Themen auseinandersetzen.

Für Leute, die in der Ausbildung zu einem helfenden Beruf stehen, sollte es eine Pflichtlektüre sein.


Rezension von
Dr. Alexander Brandenburg
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Zitiervorschlag
Alexander Brandenburg. Rezension vom 08.06.2008 zu: Heinz Schott, Rainer Tölle: Geschichte der Psychiatrie. Krankheitslehren, Irrwege, Behandlungsformen. Verlag C.H. Beck (München) 2006. ISBN 978-3-406-53555-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/5448.php, Datum des Zugriffs 05.07.2020.


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ISSN 2190-9245

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