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Walter Straßmeier: Frühförderung konkret

Cover Walter Straßmeier: Frühförderung konkret. 260 lebenspraktische Übungen für entwicklungsverzögerte und behinderte Kinder. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2007. 6., aktualisierte Auflage. 290 Seiten. ISBN 978-3-497-01942-7. 26,90 EUR, CH: 42,70 sFr.

Reihe: Frühförderung.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-497-02534-3 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen.
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Ziel

Das Buch möchte allen im Bereich der Förderung von entwicklungsverzögerten und behinderten Kindern Tätigen (Eltern und Professionellen) Hilfen bei der Beantwortung der Fragen geben, „in welchen Bereichen das Kind altersentsprechende Leistungen erbringt, auf welche Weise Ansätze für eine gezielte Förderung zu finden sind und wie diese Entwicklung aussehen kann“ (S. 9).

Aufbau und Inhalt

In den ersten - sehr kurzen - Kapiteln werden Aufbau, theoretischer Hintergrund und Leistungsfähigkeit des Programms erläutert. Im 5. Kapitel erhält der Leser Vorschläge zur Vorgehensweise:

  1. Abschätzen des Entwicklungsstandes
  2. Festlegen der Ziele
  3. Arbeit mit dem Kind
  4. Überprüfen des Erfolges.

Im Hauptteil werden Fördervorschläge zu folgenden Bereichen gemacht:

  • Selbstversorgung/Sozialentwicklung
  • Feinmotorik
  • Grobmotorik
  • Sprache
  • Denken/Wahrnehmung.

Die Vorschläge sind so aufgebaut, dass Absicht, Material, Vorgehen, zusätzliche Aufgaben und das Endziel dargestellt werden. Sie umfassen in der Regel eine halbe bis eine Seite.

Diskussion

Strassmeiers Buch ist ein „Klassiker“ der Frühförderung, dessen erste Auflage schon 1981 erschienen ist. Hierin liegt auch die Problematik: es ist in einer Phase der Frühförderung entstanden, in der die „Übungsbehandlung“ noch eine zentrale Rolle in der Förderung von entwicklungsverzögerten und behinderten Kindern gespielt hat. Die Frühförderung war in dieser Phase ihrer Entwicklung auf Förderangebote an das Kind ausgerichtet.

Neuere Ansätze stellen dagegen die Eltern-Kind-Interaktion in den Mittelpunkt. Dies ist insbesondere deswegen notwendig, weil besorgte Eltern auf eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten ihrer Kinder häufig inadäquat, z.B. überstimulierend reagieren. Verstärkt wird ein solches Verhalten auch durch die Orientierung an Altersnormen, die der Verfasser für die genannten Förderbereiche vorgibt, obwohl er sie selbst als „recht grobe Grundlage“ relativiert, weil die Streuung sehr groß sei.

Fazit

Die vorgeschlagenen Übungen können nach wie vor wichtige und gute Anregungen für die Förderung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen und Behinderungen geben, wenn man berücksichtigt, dass Eltern weder Therapeuten noch Ko-Therapeuten für ihre Kinder sind, sondern die emotionale Basis für die Eltern-Kind-Interaktion wichtiger ist als die Durchführung von Übungen. Bei den meisten Professionellen kann dieses Verständnis heute vorausgesetzt werden. Eltern sind hierzu häufig erst nach einer langen und intensiven Auseinandersetzung mit der Behinderung ihres Kindes in der Lage, an deren Ende die Akzeptanz steht, dass ihr Kind keine „Normwerte“ erreichen kann.


Rezensent
Prof. i.R. Manfred Baberg
Hochschule Emden/Leer, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit. Arbeitsgebiete u.a. Behindertenarbeit und Integrationspädagogik in den Studiengängen Soziale Arbeit/Sozialpädagogik und Integrative Frühpädagogik
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Zitiervorschlag
Manfred Baberg. Rezension vom 29.01.2010 zu: Walter Straßmeier: Frühförderung konkret. 260 lebenspraktische Übungen für entwicklungsverzögerte und behinderte Kinder. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2007. 6., aktualisierte Auflage. ISBN 978-3-497-01942-7. Reihe: Frühförderung.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-497-02534-3 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/5670.php, Datum des Zugriffs 19.11.2018.


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