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Bob Reinalda, Ewa Kulesza: The Bologna Process - harmonizing Europe´s higher education

Cover Bob Reinalda, Ewa Kulesza: The Bologna Process - harmonizing Europe´s higher education. Including the essential original texts. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2006. 2., überarbeitete Auflage. 230 Seiten. ISBN 978-3-86649-042-0. 19,90 EUR.
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Thema

Der Bologna-Prozess verändert nicht nur die Hochschullandschaft in Deutschland und anderen europäische Ländern, sondern ist in einen globalen Kontext eingeordnet. Dieser wird neben der Umfassenden Abhandlung des Bologna-Prozesses in seiner Entwicklung und seinen Folgen von den Autoren dargestellt.

Inhalt

  • Part I beschäftigt sich mit dem Bologna-Prozess im globalen Kontext. Nach einer inhaltlichen Einleitung und einer Erklärung zur Strukturierung des Buches werden die Magna Charta Universitatum als Vorgänger-Dokument sowie die Bologna-Erklärung abgehandelt. Anschließend erfolgt die Einbettung in den globalen Kontext in Zusammenhang auch mit neuen Phänomenen wie das Lernen über Distanzen. Abschließend wird der internationale "Bildungsmarkt" anhand einiger Daten abgesteckt und der Bologna-Prozess als window of opportunity zur Etablierung der beteiligten Staaten charakterisiert.
  • Part II beschreibt im Detail den Bologna-Prozess und setzt sich mit seiner Bedeutung für die EU auseinander. Die Autoren setzen sich mit der Sorbonne-Erklärung 1998, der Bologna- Erklärung 1999, dem Prager Communiqué von 2001, dem Berlin Communiqué von 2003 und dem Bergen Communiqué von 2005 auseinander. Auf die Weiterführung des Bologna-Prozesses in London 2007 wird hingewiesen. Weiterhin wird dargestellt, inwiefern sich die Rolle der EU im Bildungsbereich durch den Bologna-Prozess verändert hat. Allgemeinere und speziellere Beiträge der EU zum Bologna-Prozess wie im Bereich der Qualitätssicherung durch ENQA und im Bereich der Anerkennung von Studiengängen durch NARIC als Organisationen der EU werden hier abgehandelt.
  • Part III setzt sich mit zwischenstaatlichen Organisationen im Kontext des Bologna-Prozesses auseinander. So haben etwa der Europarat und die UNESCO durch Abkommen bereits eine Entwicklung zur gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen angetrieben. Hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Bologna-Prozess und den globalen Entwicklungen im Bereich der higher education beleuchtet.das Buch neben Europarat und UNESCO auch die OECD, dem GATS als relevantem Bvertragswerk der WTO und auch die Weltbank.
  • Part IV handelt die relevanten Nichtregierungsorganisationen im Zusammenhang mit der Bologna-Erklärung ab. Hier sind vor allem Organisationen von universitärer und von der Arbeitgeberseite zu nennen, die einen gewissen Einfluss ausüben.

Schließlich findet abschließend eine Schlussfolgerung statt. Hier wird ein übergreifender Zusammenhang dargestellt, der den Bologna-Prozess auf globaler Ebene verortet. Zudem werden Kritikpunkte aufgezählt, die jedoch nicht die Ziele des Bologna-Prozesses an sich infrage stellen, sondern immanenter Art sind.

Im Anhang finden sich die wichtigsten originalen Dokumente zum Bologna-Prozess.

Diskussion

Das Buch ist in englischer Sprache verfasst worden. Es zeichnet sich jedoch durch einen klaren Satzbau aus ist sehr strukturiert aufgebaut, so dass es nicht nur ein gezieltes Nachschlagen ermöglicht, sondern auch für im Englischen nicht überragend bewanderte Leser noch gut verstehbar sein dürfte, auch ohne ständig ein Wörterbuch zur Hand zu haben. Insofern häufig sonst in der Beschreibung des Bologna-Prozesses eine eurozentrische Perspektive vorgenommen wird, liefert dieses Buch einen wichtigen Beitrag zur Einordnung des Geschehens in den weltweiten Zusammenhang. Dies geschieht vor allem, indem auch internationale Organisationen wie die Weltbank oder die UNESCO in ihrer Bedeutung miteinbezogen werden. Es erfolgt somit nicht nur ein oberflächlicher Verweis auf die Bedeutung der USA und den internationalen Markt im Zeichen der so genannten „Wissensgesellschaft“, sondern es wird deutlich, dass der Bologna-Prozess als Teil einer globalen Entwicklung betrachtet werden muss, ja aus dieser beinahe zwingend hervorging. Auch stellt das Buch die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit im Bereich der Hochschulbildung heraus, die nicht nur die EU-Mitglieder umfasst und somit auch integrative Wirkung erhält.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass das Buch umfassend und strukturiert informiert. Es bleibt dabei auf einer weitgehend neutralen Ebene, die dem Leser eine Beurteilung der Thematik überlässt. Es ist somit sicherlich für Interessierte empfehlenswert.


Rezension von
Dr. Lena Becker
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Zitiervorschlag
Lena Becker. Rezension vom 21.03.2008 zu: Bob Reinalda, Ewa Kulesza: The Bologna Process - harmonizing Europe´s higher education. Including the essential original texts. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2006. 2., überarbeitete Auflage. ISBN 978-3-86649-042-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/5727.php, Datum des Zugriffs 15.07.2020.


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