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Hans-Jürgen Beins (Hrsg.): Kinder lernen in Bewegung

Cover Hans-Jürgen Beins (Hrsg.): Kinder lernen in Bewegung. verlag modernes lernen Borgmann (Dortmund) 2007. 176 Seiten. ISBN 978-3-938187-24-1. D: 25,50 EUR, A: 41,30 EUR.

Mit DVD-Video 47 Min..
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Thema

Es vergeht kaum ein Tag, an dem in der Zeitung kein Artikel über Bewegungsmangel und Übergewicht insbesondere bei Kindern zu finden ist. Man sucht und findet die Ursachen beim Turbo-Abi und TV-Konsum, bei Computerspielen und Mamas Taxi, dessen Sitze vom Fast-Food in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Buch "Kinder lernen in Bewegung" thematisiert weniger die Ursachen und Folgen von Bewegungsmangel, sondern es stellt Lösungsansätze vor, die Kindern Bewegungsräume in Kindergarten, Schule und Förderprogrammen eröffnen.

Neben dem Buch wird auf einer DVD gezeigt, wie Kinder Spaß an Bewegung bekommen können und wie ihr Lernen durch Bewegung unterstützt werden kann.

Film und Buch

Auch wenn der Film als Beiwerk des Buches erscheint, war er doch zuerst da und es ist das Buch, das ihn ergänzt. Im Film werden unterschiedliche Bewegungsprogramme für Kinder aller Altersstufen und mit verschiedenen Problemlagen gezeigt. Ergänzt werden diese Praxisbeiträge durch Interviews mit Fachleuten aus der Praxis und der Forschung.

Das Buch soll den Film vertiefen, indem zunächst auf die theoretischen Hintergründe der Bewegungsangebote eingegangen wird. Der Schwerpunkt liegt zumeist auf der Praxis, wobei viele konkrete Beispiele gegeben werden bis hin zu Spielanleitungen und Liedtexten.

Inhalt des Buches

  • Den Anfang macht Marion Jost, die das psychomotorische Eltern-Kind-Angebot "Vom Stehaufmännchen zum Klettermax" für Kinder zwischen 1,5 und 3,5 Jahren beschreibt, wobei sie insbesondere auf die Bedeutung der Sprache bei bewegungsorientierten Angeboten eingeht.
  • Hans Jürgen Beins beleuchtet zunächst den Begriff der Bildung in den Bildungsvereinbarungen unterschiedlicher Bundesländer, um dann auf die Bedeutung des Lernens durch Bewegung im Kindergarten zu kommen. An zahlreichen Beispielen zeigt er, wie psychomotorische Ansätze im Kindergarten verwirklicht werden können.
  • Cornelia Scholl stellt am Beispiel der Arbeit mit einem heilpädagogischen Kindergarten die Arbeit des Förderzentrums E. J. Kiphard, die Rheinische Modelleinrichtung für Psychomotorik in Bonn vor.
  • Barbara und Rudolf Lensing zeigen, dass Bewegung auch in der  Grundschule wichtig ist und wie sie im Grundschulunterricht Raum finden kann.
  • Patrick Reinecke erläutert die theoretischen Grundlagen für "Motomathe", das Konzept eines Mathematikunterrichts mit Bewegung, das an der Königin-Juliana-Schule in Bonn, einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung erarbeitet worden ist. Er illustriert das Konzept mit zahlreichen Praxisbeispielen.
  • Birgit Hahnemann beschreibt das "Projekt M", ein ganzheitliches Schulungsprogramm für übergewichtige Kinder und deren Eltern.
  • Beate Salz zeigt an zahlreichen Beispielen, wie Psychomotorik in den Unterricht einer Hauptschule integriert werden kann.
  • Zuletzt diskutiert Wolfgang Beudels die Bedeutung von Bewegung als Mittel der Gesunderhaltung, als Medium des Lernens und als Lerngegenstand.

Diskussion

Für wen ist das Buch interessant? Es fällt mir – bei der Vielfalt der beschriebenen Angebote - schwer, eine klare Zielgruppe für das Buch auszumachen. Der Bogen wird vom Kleinkind bis zum Jugendlichen gespannt, von der Elementarpädagogik bis zur Sekundarstufe, von Spielgruppen bis zum Mathematikunterricht, von "normalen" Kindern zu Kindern mit besonderen Förderbedarfen. Das Buch zeigt die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Zielsetzungen von – insbesondere psychomotorischen – Bewegungsangeboten. Dabei sehe ich es als ein besonderes Verdienst an, dass nicht vor den Schultoren Halt gemacht wird. Auch in der Schule muss Bewegung nicht nur auf dem Schulhof und in der Turnhalle stattfinden. Am Beispiel verschiedener Schulformen wird gezeigt, wie Bewegung in den Unterricht integriert werden kann und wie sie ihn verbessert statt ihn zu stören.

Wahrscheinlich werden sich die meisten Leserinnen eher für einzelne Kapitel als für das ganze Buch interessieren. Neben der Fülle an Praxisbeispielen finden sie hier auch zahlreiche Literaturangaben und – last but not least – den Film, der alles anschaulich macht und insbesondere Multiplikatorinnen wertvolle Dienste leisten kann.

Fazit

Ein anregendes Buch, das PädagogInnen in unterschiedlichen Bereichen zeigt, wie sie Bewegung ins Leben ins Leben von Kindern und Jugendlichen bringen können.


Rezensentin
Dr. Anke Meyer
Fachschule für Sozialpädagogik, Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen
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Zitiervorschlag
Anke Meyer. Rezension vom 28.04.2008 zu: Hans-Jürgen Beins (Hrsg.): Kinder lernen in Bewegung. verlag modernes lernen Borgmann (Dortmund) 2007. ISBN 978-3-938187-24-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/5808.php, Datum des Zugriffs 24.09.2019.


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