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Eva Feldmann-Wojtachnia, Adrian Nastula et al. (Hrsg.): Praxishandbuch Aktiv eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit

Rezensiert von Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer, 23.07.2008

Cover Eva Feldmann-Wojtachnia, Adrian Nastula et al. (Hrsg.): Praxishandbuch Aktiv eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit ISBN 978-3-89974-439-2

Eva Feldmann-Wojtachnia, Adrian Nastula, Britta Schellenberg, Tamir Sinai (Hrsg.): Praxishandbuch Aktiv eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit. Seminarbausteine zur bewussten Auseinandersetzung mit Identität und Toleranz. Wochenschau Verlag (Frankfurt am Main) 2008. 108 Seiten. ISBN 978-3-89974-439-2. 14,80 EUR.

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Gezielte Demokratie- und Toleranzerziehung ist notwendig

Über den Zustand, die Verfasstheit und die Befindlichkeiten der Menschen in unserer Gesellschaft gibt es zahlreiche Analysen, Forschungsergebnisse und Prognosen. Dabei überwiegen eher pessimistische denn optimistische Einschätzungen. Zukunftsangst, Perspektivlosigkeit, das Auseinanderdriften der gesellschaftlichen Gruppen in Wohlhabende und immer Wohlhabender werdende und Arme, die immer ärmer werden, in Gewinner der globalisierten Entwicklung und Verlierer. Allen Bestandsaufnahmen ist dabei gleich, dass es einen Zusammenhang zwischen der Fähigkeit und Möglichkeit gibt, entweder am gesellschaftlichen Leben aktiv teilnehmen zu können, oder am Rande zu stehen und davon ausgeschlossen zu sein.

Entstehungshintergrund und Thema

Weil der Mensch, das ist ein Allgemeinplatz seit der Antike, ein zoon politikon, ein politisches, mit Vernunft begabtes Lebewesen ist, deshalb muss die Fähigkeit, politisch zu denken und zu handeln, anerzogen werden. Dazu aber, wie bei allem Lernen, bedarf es des aktiven Tuns und Mittuns eines jeden Menschen, egal welchen Alters und aus welcher gesellschaftlichen Gruppe. Politikerziehung muss also von frühester Kindheit an beginnen bis ins hohe Alter fortgesetzt werden. Lebenslanges Lernen als Daueranforderung und –anspruch hat hier seine originäre Bedeutung. Weil Lernen aber nicht vom Himmel fällt und auch nicht in die Wiege gelegt, auch nicht im Supermarkt gekauft oder sich, wie in der Konsumsprache ausgedrückt, einfach "geholt" werden kann, bedarf es der Lernanleitung. Die Forschungsgruppe Jugend und Europa am Centrum für angewandte Politikforschung (C.A.P) in München, hat 2006 ein vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördertes Bildungs- und Seminarkonzept entwickelt. Ziel ist es, "zur Stärkung der demokratischen Identität und einer darauf begründeten Toleranzkompetenz bei jungen rechtsgefährdeten Jugendlichen, aber auch bei ihren Altersgenossen im Allgemeinen" beizutragen und die verschiedenen Aktivitäten, Lerneinheiten und didaktischen und methodischen Anregungen in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von relevanten Einrichtungen im Bereich der Jugendbildung zu verbinden. Das Unterrichts- und Kurskonzept verbindet drei didaktische Schritte miteinander: Es geht um Lernanregungen zur Persönlichkeitsbildung und zum sozialen Lernen. Es werden Anregungen zur politischen Bildung und zur Stärkung der Toleranzkompetenz gegeben. Es wird praktische Aufklärung über Rechtsradikalismus angeboten.

Aufbau und Inhalt

1.     Das Team – die Ethnologin und Kulturwissenschaftlerin Eva Feldmann-Wojtachnia (Jg. 65), der Direktor der Dortmunder Akademie für europäische Integration, Interaktion und Kommunikation, Adrian Nastula (1959), die Germanistin und Anglistin Britta Schellenberg (1972) von der Bertelsmann-Forschungsgruppe Politik am C.A.P. und der Politikwissenschaftler von der University of Tel Aviv und der Hebrew University Jerusalem, Tamir Sinai (1967) – gibt im ersten Teil des Handbuchs eine theoretische Einführung in die Aspekte des Rechtsextremismus und in die Internet-Präsenz der Ideologie.

2.     Im zweiten (Praxis-)Teil werden zahlreiche und vielfältige Übungen, Spieleanregungen und Gruppenaktivitäten zur Thematik "Identität", "Sicherheit" und "Toleranz und ihre Grenzen" vorgestellt, in Arbeitsblättern angeboten und Anleitungen dazu vorgeschlagen.

3.     Im dritten Teil werden Diskussionstexte, wie etwa "Thesen zur Aktivierung gegen Fremdenfeindlichkeit", Definitionen, Hinweise auf Internetseiten und eine kommentierte Literaturliste zur Weiterarbeit vermittelt. Modellvorschläge zur Durchführung von Seminaren für die Jugendbildungsarbeit vervollständigen die Anregungen, ebenso wie eine Liste mit Adressen von möglichen Projektpartnern.

Fazit

Zwar ist das Praxishandbuch vornehmlich für die außerschulische Jugendbildungsarbeit gedacht; doch sicherlich können auch Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler der oberen schulischen Jahrgänge, der Berufsschulen und Hochschulen von den Vorschlägen profitieren.

Rezension von
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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Es gibt 1748 Rezensionen von Jos Schnurer.

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ISSN 2190-9245