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Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.): Fachlexikon der sozialen Arbeit

Cover Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.): Fachlexikon der sozialen Arbeit. VSTP Verlag Soziale Theorie und Praxis (Gelsenkirchen) 2002. 5., aktualisierte Auflage. 1234 Seiten. ISBN 978-3-89983-048-4. 44,00 EUR.

Ursprünglich im Eigenverlag des Deutschen Vereins erschienen unter der ISBN 3-17-006848-2.
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Thema

Fünf Jahre nach der 4. Auflage liegt die nunmehr vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage des „Fachlexikon der sozialen Arbeit“ vor, das seit seinem ersten Erscheinen vor über 20 Jahren zu den Standardwerken der Sozialarbeit und Sozialpädagogik gehört.

Herausgeber und Hintergrund

Im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge haben sich die öffentlichen (z.B. Bund, Länder, Städte und Gemeinden) und freien Träger der sozialen Arbeit in Deutschland zusammengeschlossen. Durch Weiterbildung, Erarbeiten von Empfehlungen und Gutachten, Veranstaltung von Tagungen, Veröffentlichungen und weitere Aktivitäten fördert und beeinflusst der Deutsche Verein die soziale Arbeit in Deutschland. Das Fachlexikon erscheint im Eigenverlag des Deutschen Vereins.

Inhalte

Eine Durchsicht der neuen Auflage macht deutlich, wie viel Mühe und Fleiß die Redaktion in die Überarbeitung des Fachlexikons investiert hat. Alle Artikel wurden aktualisiert bzw. mit neuen Literaturangaben angereichert. Viele Schlagworte wurden neu aufgenommen oder vollständig umgeschrieben.

Aus der neueren Diskussion in der sozialen Arbeit finden sich beispielsweise Ausführungen zu Empowerment und Stadtteilarbeit, Straßenkindern und Streetwork. Eine besondere Stärke des Fachlexikons stellt das Eingehen auf aktuelle Gesetzeslagen, -entwicklungen und Ausführungsbestimmungen dar. Neben den neuen Entwicklungen im SGB finden sich beispielsweise Ausführungen zur Insolvenzordnung und zum Lebenspartnerschaftsgesetz.

Informativ und bereichernd ist auch die internationale und europäische Orientierung des Fachlexikons.

Alle Artikel sind in bewährter prägnanter Form gestaltet. Neben knappen Definitionen (häufig unter Berücksichtigung unterschiedlicher Einordnungen) skizzieren die Artikel kurz die historische Entwicklung, legen die wichtigsten zeitgenössischen Strömungen dar und benennen ggf. Entwicklungstendenzen. Kurz gefasste Literaturverweise ergänzen die meisten Artikel. Für mich als Leserin wäre hier grundsätzlich eine Aufnahme der Jahreszahl informativ. In der vorliegenden Form enthüllt mir erst das Gesamt-Literaturverzeichnis, ob die VerfasserInnen auf eine Veröffentlichung von 2002 oder 1978 hinweisen.

Die Stärke des Fachlexikons ist die Vielzahl der behandelten Begriffe. Hier finden Studierende wie Fachkräfte gleichermaßen eine Erst-Orientierung oder eine Kurzinformationen über Bereiche, die in der speziellen Alltagspraxis sozialer Arbeit vielleicht nur gelegentlich auftreten. Bei der Fülle instrumentellen Wissens, das in der sozialen Arbeit relevant werden kann, stellt das Fachlexikon mit seiner Fülle an Stichworten ein unschlagbares und unverzichtbares Werk dar.

Moderne soziale Arbeit ist vielschichtig und jede/r Leser/in wird Schlagworte favorisieren, die sich auch in der neuen Ausgabe des Fachlexikons nicht finden. Eine kleine Auswahl, die ich selbst vergeblich gesucht habe: Diskurs, Sozialraum (-orientierung), Globalisierung, Risikogesellschaft, Aufstellungsarbeit (Familien / Organisationen), Ritual, Open Space, Burnout, Konstruktivismus, Lösungsorientierung, Ressourcen, Video-Trainings mit Familien,.....

Bei dem breiten Spektrum instrumentellen Wissens und einschlägiger Modelle und Verfahren ist es aber nahezu unmöglich, die wichtigsten zeitgenössischen Schlagworte der sozialen Arbeit vollständig zu erfassen und der Redaktion ist für das Mammutwerk der Überarbeitung und Neufassung insgesamt nur Hochachtung auszusprechen.

Ein Wermutstropfen stellt für mich allerdings die Ausgestaltung des Stichwortes „Sozialarbeiter/-innen und Sozialpädagog/-innen“ durch den Kollegen Rauschenbach dar. Er selbst ist an einer Universität tätig und vertritt hier eine universitäts-zentrierte berufspolitische Position (siehe auch sein Stichwort „Diplom-Pädagoge / Diplom-Pädagogin“), die der besonderen Qualifikation eines Fachhochschul-Studiums in keiner Weise Rechnung trägt. Während ich andere Ausführungen Rauschenbachs schätze, wäre die Redaktion m.E. gut beraten gewesen, dieses Stichwort durch eine/n fachkundige/n Fachhochschul-Kolleg/in bearbeiten zu lassen.

Zielgruppen

Studierende, Lehrende und PraktikerInnen der Sozialen Arbeit.

Fazit

Eine Fülle von prägnanten Informationen und Stichworten, überarbeitet und mit vielen Ergänzungen besonders bei neuen Entwicklungen im rechtlich-instrumentellen Bereich macht das Fachlexikon auch heute zum Standardwerk. Dieses Nachschlagewerk sollte in keiner Einrichtung der sozialen Arbeit fehlen!


Rezension von
Prof. Dr. Lilo Schmitz
ILBB – Institut für lösungsorientierte Beratung Brühl Ethnologin und Dipl. Sozialpädagogin
ehem. Hochschule Düsseldorf, Lehrgebiet Methoden der Sozialarbeit am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Homepage www.gutberaten.cologne
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Zitiervorschlag
Lilo Schmitz. Rezension vom 02.01.2003 zu: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.): Fachlexikon der sozialen Arbeit. VSTP Verlag Soziale Theorie und Praxis (Gelsenkirchen) 2002. 5., aktualisierte Auflage. ISBN 978-3-89983-048-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/634.php, Datum des Zugriffs 14.08.2020.


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