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Homfeldt, Laaser u.a. (Hrsg.): Studienbuch Gesundheit

Rezensiert von Prof. Dr. Johanna Hartung, 30.06.2003

Cover  Homfeldt,  Laaser u.a. (Hrsg.): Studienbuch Gesundheit ISBN 978-3-472-05199-2

Homfeldt, Laaser, Prümel-Phililppsen, Robertz-Grossmann (Hrsg.): Studienbuch Gesundheit. Soziale Diferenz - Strategien - Wissenschaftliche Disziplinen. Luchterhand Verlag (München) 2002. 324 Seiten. ISBN 978-3-472-05199-2. 27,00 EUR.
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Anliegen des Buches, Zielgruppen

Die Beiträge des Buches sind "pointierte, verdichtete Fassungen" von ausführlicheren Texten, die in dem "Loseblattwerk Gesundheit: Strukturen und Handlungsfelder" im Luchterhand Verlag erschienen sind, das von der Bundesvereinigung Gesundheit e.V. mit fortlaufenden Ergänzungslieferungen herausgegeben wird.

Das Studienbuch Gesundheit richtet sich an Studierende der Gesundheitswissenschaften, der Soziologie, der Psychologie, der Sozialen Arbeit, der Pflege sowie an Praktiker in gesundheitsrelevanten Tätigkeitsfeldern, die an einer Reflexion grundlegender Aspeke interessiert sind.

Der Kreis der Autorinnen und Autoren setzt sich zusammen aus Lehrenden unterschiedlicher Fachdisziplinen an deutschen Hochschulen sowie aus Experten der Bereiche Gesundheitsbildung, -aufklärung und -forschung.

Gliederung und Inhalte

Der erste Themenkomplex problematisiert das Phänomen sozialer Differenzen und sozialer Ungleichheit im Bezug auf relevante Gesundheitsaspekte wie Lebenserwartung, Erkrankungen, subjektives Wohlbefinden, gesundheitsrelevante Verhaltensweisen, Inanspruchnahme von gesundheitsbezogenen Leistungen. Es werden aktuelle empirische Befunde referiert. Multifaktorielle Erklärungsmodelle werden vorgestellt und diskutiert, die sowohl Risikofaktoren beinhalten, die im sozialen Kontext anzusiedeln sind, als auch solche, die durch das Erleben und Verhalten der Person wirksam werden. Politische Folgerungen für eine adressatenspezifische Gesundheitsförderung werden formuliert und einzelne Pojekte beispielhaft vorgestellt.

Der Beiträge von Thomas Elkeles und Cornelia Bormann beziehen sich dabei auf die Adressatengruppe der Arbeitslosen und die der Frauen, der Beitrag von Andreas Mielck auf Personen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status.

Der Beitrag von Margret Dörr hat im Rahmen dieses Themenkomplexes eher den Stellenwert eines Exkurses, in dem die Gender-Perspektive als "soziale Konstruktion" problematisiert wird.

Im zweiten Themenkomplex werden unterschiedliche Strategien der Gesundheitsförderung vorgestellt:

  • Gesundheitserziehung (Georg Hörmann)
  • Gesundheitsbildung (Ulrich Papenkort)
  • Gesundheitsberichterstattung (Alf Trojan)
  • Gesundheitsberatung (Regina Krause)
  • Gesundheitsaufklärung (Harald Lehmann).

Begriffsklärungen, historische Aspeke, aktuelle gesundheitspolitische Programmatik und Kritik, Arbeitsfelder, Anbieter, Adressaten, Zielsetzung und Methoden sowie Befunde zur Inanspruchnahme werden vorgestellt. Da die Autoren des Sammelbandes keine expliziten Bezüge zu den anderen Beiträgen herstellen, bleibt es dem Leser überlassen, Gemeinsamkeiten, Überschneidungen und Akzentuierungen der unterschiedlichen Strategien herauszuarbeiten.

Der dritte Themenkomplex umfasst Beiträge unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen und Studiengänge zum Gegenstand Gesundheit:

- Gesundheitswissenschaften (Ulrich Laaser)

- Gesundheitssoziologie (Wolfgang Slesina)

- Gesundheitspsychologie (Britta Renner und Ralf Schwarzer)

- Soziale Arbeit (Bettina Hünersdorf)

- Pflegewissenschaft (Stefan Görres und Heiner Friesacher)

Gegenstände, Anwendungsbereiche, theoretische Modelle, Forschung und Entwicklungsperspektiven werden komprimiert dargestellt.

Fazit

Der Sammelband ist gut eignet, um sich einen Einblick in die aktuelle Fachdiskussion zu verschaffen und bietet einen Fundus an Literaturhinweisen. Die Beiträge variieren hinsichtlich der Strukturiertheit und Prägnanz der Darstellung sowie der Vorkenntnisse, die für die Lektüre vorausgesetzt werden. Bei einzelnen Beiträgen mag sich der Leser/die Leserin durch das anhaltende Klagen der Autoren bspw. über die unzureichende Entwicklung des Faches und Umsetzung von Zielen sowie durch programmatische Appelle etwas bedrängt fühlen. Insgesamt hat das Studienbuch einen hohen Anregungsgehalt, sich vertiefend mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Rezension von
Prof. Dr. Johanna Hartung
Hochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Fachgebiet Psychologie
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Es gibt 13 Rezensionen von Johanna Hartung.

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Zitiervorschlag
Johanna Hartung. Rezension vom 30.06.2003 zu: Homfeldt, Laaser, Prümel-Phililppsen, Robertz-Grossmann (Hrsg.): Studienbuch Gesundheit. Soziale Diferenz - Strategien - Wissenschaftliche Disziplinen. Luchterhand Verlag (München) 2002. ISBN 978-3-472-05199-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/636.php, Datum des Zugriffs 13.08.2022.


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