Dietmar Molthagen, Andreas Klärner et al.: Lern- und Arbeitsbuch "gegen Rechtsextremismus"
Rezensiert von Dr. Susan Gniechwitz, 25.06.2010
Dietmar Molthagen, Andreas Klärner, Lorenz Korgel, Bettina Pauli, Martin Ziegenhagen: Lern- und Arbeitsbuch "gegen Rechtsextremismus". Handeln für Demokratie. Verlag J.H.W.Dietz (Bonn) 2008. 410 Seiten. ISBN 978-3-8012-0381-8. 19,90 EUR.
Thema
Es handelt sich bei dem vorliegenden Buch um ein systematisch gegliedertes Lern- und Arbeitsbuch, welches sich nicht nur für Studierende der Sozialwissenschaften eignet, sondern vor allem auch für Personen, Gruppen und Institutionen geeignet ist, die in den Praxisfeldern Demokratische Bildung und Rechtsextremismus arbeiten. Verfasst wurden die einzelnen Bildungsbausteine vorrangig für Lehrer/-innen, Mitarbeiter/-innen von Jugendeinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen gegen Rechtsextremismus, aber auch für die in ihrer Kommune aktiven Bürger/-innen.
Dabei ist ein Leitgedanke hervorzuheben, der sich durch das gesamte Buch zieht: „Bei aller Vielfalt und Verschiedenartigkeit der in diesem Band versammelten Ideen und Vorschläge […] Menschen sollen nicht allein informiert sein, sondern auch befähigt werden, wirksam zu handeln.“ (S. 10). Das vorliegende Buch soll daher in Bezug auf die theoretische wie praktische Bildungsarbeit im Bereich Rechtsextremismus nicht nur Informationen bereitstellen, sondern vorrangig Anstöße zu eigenständigem Denken und Handeln vermitteln.
Herausgeber und Herausgeberin
Dr. phil. Dietmar Molthagen studierte Geschichte, Politik und Theologie an den Universitäten Hamburg und Leicester. Er promovierte im Fach Geschichte an der Universität Hamburg und leitet seit 2005 das Projekt „Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus“ im Forum Berlin der Friedrich-Ebert-Stiftung. In dieser Funktion organisiert er öffentliche Diskussionsveranstaltungen, koordiniert sowohl die Vergabe von Studien zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Rechtsextremismus, als auch die Durchführung von Modellprojekten der politischen Bildung sowie die Herausgabe von Materialien für die politische Bildungsarbeit.
Dr. phil. Andreas Klärner ist Soziologe und promovierte an der TU Darmstadt mit einer Lokalstudie zur rechtsextremen Szene. In den Jahren 2001 bis 2005 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung. Seit 2006 ist er am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock tätig und zugleich Dozent der Universität Rostock. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Rechtsextremismus, Antisemitismus, politische Soziologie, Familiensoziologie, Methoden der empirischen Sozialforschung.
Lorenz Korgel ist Politikwissenschaftler und arbeitet für den Integrationsbeauftragten des Berliner Senats. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Koordination des Berliner Beratungsnetzwerkes und in der Weiterentwicklung der Berliner Landeskonzeption gegen Rechtsextremismus. Zuvor koordinierte er mehrere Jahre für die RAA Berlin e.V. das Netzwerk der „Mobilen Beratungsteams“ in Ostdeutschland.
Dr. Bettina Pauli diplomierte in den Bereichen Sozialpädagogik und zusätzlich in Sozialarbeit an der Universität Kassel. Seit 2001 arbeitet sie am Institut für Erziehungswissenschaft zur Theorie und Praxis der Jugend- und Erwachsenenbildung der Universität Kassel. Sie promovierte zur Frage nach subjektiven Bedeutungen partizipativer Prozesse für Jugendliche und widmet sich in unterschiedlichen Kontexten (z.B. Studien zur Ganztagsschulentwicklung, Kooperationen von Jugendarbeit und Schule) dem Themenschwerpunkt Partizipation. Seit 1999 arbeitet sie außerdem bei kommunalen Trägern in der politischen, sozialen und kulturellen Jugendbildung.
Martin Ziegenhagen ist Diplom-Pädagoge und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Vereinigung Gegen Vergessen – Für Demokratie. Er ist als Projektleiter schwerpunktmäßig mit der Planung und Durchführung von Projekten und Veranstaltungen mit dem Ziel der Förderung von demokratischer Kultur und zivilgesellschaftlichem Engagement gegen demokratiefeindliche Phänomene wie Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus beschäftigt.
Aufbau
Das Buch ist in sieben große Abschnitte unterteilt:
- Einführung
- Informationen zu Inhalten und Erscheinungsformen des Rechtsextremismus
- Informationen zu Demokratie und Gesellschaft
- Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in der Schule
- Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in der Kommune
- Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in der außerschulischen Jugendarbeit
- Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus als Aufgabe der Zivilgesellschaft
Das vorliegende Handbuch versammelt insgesamt 30 Bildungsbausteine zu verschiedenen Aspekten der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus. Der Herausgeberkreis räumt hierbei explizit ein, dass diese 30 ausgewählten theoretischen wie praktischen Bausteine keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben (S. 11), sondern vielmehr einen Freiraum zur Anpassung der versammelten Bildungsbausteine an die jeweiligen Rahmenbedingungen eröffnen sollen. Es wurde eine Mischung aus eher wissens- und anwendungsorientierten Bausteinen gewählt, um in der Anwendung flexibel zu bleiben.
Jeder Bildungsbaustein beginnt mit einer Zusammenfassung und/oder Zielformulierung entsprechend des thematischen Schwerpunktes, die der/dem Leser/-in eine schnelle Orientierung ermöglichen soll, was in dem jeweiligen Baustein enthalten ist. Nach einem Abschnitt mit inhaltlichen Informationen zum jeweiligen Thema folgen Vorschläge zur Gestaltung einer Seminareinheit und/oder einer Aktion. Die hierzu notwendigen Informationen und Arbeitsmaterialien (Fallbeispiele, Übungen und Hinweise) finden sich auf der dem Buch beiliegenden CD. Gleichermaßen enthält jeder Bildungsbaustein eigene und somit spezielle Literaturhinweise für eine vertiefende Vor- und Nachbereitung des umrissenen Themas.
Darüber hinaus werden innerhalb der einzelnen Bildungsbausteine Erkenntnisse und Befunde aktueller wissenschaftlicher Studien einbezogen und vor dem Hintergrund einzelner Fallbeispiele aus der demokratischen Bildungsarbeit mit aktuellen pädagogischen Konzepten, Erfahrungsberichten und Materialien verknüpft. Es werden nicht in erster Linie Fakten gesammelt, sondern Methoden vorgestellt und Praxisbeispiele gegeben (S. 10).
I. Einführung
Das Lern- und Arbeitsbuch zeichnet sich durch eine ausführliche Einführung in das Thema und die Handhabung des vorliegenden Buches aus. Grundlage hierfür liefern ausführlich erläuterte Qualitätskriterien für eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus, die von den Herausgeber/-innen systematisch und überblickshaft herausgearbeitet werden. Zu diesen Qualitätskriterien erfolgreicher Maßnahmen gegen Rechtsextremismus zählen die Herausgeber/-innen erstens eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Problem Rechtsextremismus; zweitens eine angemessene Qualifizierung der in der Bildungsarbeit tätigen Menschen, drittens die Befähigung der betroffenen Zielgruppen zu eigenen Erkenntnissen und Lösungsansätzen zu gelangen und viertens die erfolgreiche Einbettung solcher Maßnahmen in das soziale Umfeld. Sowohl Rieker (2009, https://www.socialnet.de/rezensionen/7874.php.) als auch Held et al. (2008, https://www.socialnet.de/rezensionen/6317.php.) verweisen in diesem Zusammenhang auf ähnliche Aspekte bei der Prävention und Intervention von Rechtsextremismus.
Die beiden Einführungskapitel, die sich hintergründig dieser Thematik widmen, sind:
- Handeln für Demokratie – Ein Lern- und Arbeitsbuch gegen Rechtsextremismus von Dietmar Molthagen, Andreas Klärner, Lorenz Korgel, Bettina Pauli und Martin Ziehenhagen
- Hinweise für den pädagogischen Umgang mit dem Thema Rechtsextremismus von Gabi Elverich
II. Informationen zu Inhalten und Erscheinungsformen des Rechtsextremismus
Rechtsextreme Einstellungen und Ideologien, deren Verbreitung in Deutschland, ihre historischen Entwicklungen und mögliche Gegenmaßnahmen in der Argumentationsweise sind die zentralen Themen dieses zweiten Buchabschnittes. In aktuellen Studien (z.B. Decker & Brähler, 2006) werden deutlich niedrigere rechtsextremistische Einstellungen bei Personen mit höherer Bildung deutlich. Allerdings erscheint Bildung lediglich als ein Mittel gegen Rechtsextremismus, da auch in den höheren Bildungsschichten rechtsextreme Einstellungen zu finden sind (vgl. Baustein von Molthagen). Informationen über die historischen und aktuellen Entwicklungen des Rechtsextremismus in Deutschland nach 1945 (vgl. Baustein von Klärner) sind ebenso notwendig wie das Wissen über die rechtsextreme Jugendkultur (vgl. Bautein von Jentsch/Weiss) und somit grundlegend für die Bekämpfung von rechtsextremen Einstellungen (vgl. Bausteine von Dittrich/Geden und Reimer/Köhler). Es scheint aber das Erfahrungswissen, d.h. die positive Erfahrung mit Demokratie, gegenüber dem reinen rationalen Wissen, an Bedeutung zu gewinnen. Aus diesem Grund bieten die hier zusammengefassten Bildungsbausteine nicht nur ein breites Spektrum an Fakten und Informationen zum Thema Rechtsextremismus, zeigen aktuelle Entwicklungen in der rechtsextremen Bewegung in Deutschland auf, sondern werden durch Übungen, Fallbeispiele, Erfahrungsberichte und pädagogische Umsetzideen ergänzt. Dies sind im Folgenden:
- Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland von Dietmar Molthagen
- Überblick über den Rechtsextremismus in Deutschland: Geschichte, Parteien, Organisationen, Gewalttaten und andere Aktions-formen von Andreas Klärner
- Die rechtsextreme Szene in Deutschland: Zeichen, Jugendkultur, Musik von Ulli Jentsch und Michael Weiss
- Rechtsextreme Strategien und Argumentationsweisen von Sebastian Dittrich und Oliver Geden
- Gegenargumente zu rechtsextremen Parolen von Katrin Reimer und Timm Köhler
III. Informationen zu Demokratie und Gesellschaft
Der dritte Buchabschnitt beschäftigt sich mit Fragen der „Demokratie und Gesellschaft“, da die Herausgeberschaft der Meinung ist, dass Rechtsextremismus kein isoliertes Einzelphänomen unserer Gesellschaft darstellt, sondern eng mit dem Zustand der Demokratie und der gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland zusammenhängt. Die folgenden vier Bausteine widmen sich dieser Problematik:
- Was ist Demokratie? Geschichte, Theorie und Praxis in Deutschland von Tanja Lakeit
- Wie funktioniert unsere Demokratie? von Matthias Brandl, Kristina Nauditt und Gerd Wermerskirch
- „Ich bin stolz ein Deutscher zu sein“ – Nation und Patriotismus als Gegenstand der politischen Bildung von Armin Steil
- Deutschland als Einwanderungsland von Albert Scherr
IV. Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in der Schule
Die in diesem Kapitel, ebenso wie die in den drei folgenden Kapiteln, enthaltenen Bausteine, widmen sich unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten in den Bereichen Schule, Kommune (siehe Kap.V.), außerschulische Jugendarbeit (siehe Kap. VI.) und zivilgesellschaftliche Initiativen (siehe Kap.VI.). Die Herausgeberschaft betont explizit, dass viele der gemachten Vorschläge in entsprechender Abwandlung auch mit anderen Zielgruppen durchführbar sind (vgl. S. 12).
„Schule kann und sollte bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus eine herausragende Rolle spielen. Denn Schule hat in Deutschland zum einen den Bildungsauftrag, Kinder und Jugendliche zur Toleranz zu erziehen […] Zum anderen werden Haltungen in jungen Jahren entwickelt. Gleichzeitig ist Schule die Institution, in der sich jedes Kind mindestens zehn Jahre seines Lebens aufhalten muss.“ (Seidel, S. 136). Daraus lässt sich absehen, dass Schule der Ort ist, an dem die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus am nachhaltigsten und effektivsten geführt werden kann. Themen wie Partizipation, Argumentation, Demokratieerleben und demokratische Lern- und Kooperationsprozesse sind daher zentrales Thema der hier zusammengefassten sechs Bildungsbausteine:
- Dimensionen des schulischen Umgangs mit Rechtsextremismus von Eberhard Seidel
- Partizipation in der Schule: Der Klassenrat als Beispiel für Partizipation in der Schule von Martin Ziegenhagen
- Projekttage und anderweitige Schulöffnung von Kirsten Genenger
- Argumentationstraining gegen Rechtsextremismus in der Schule von Christopher Vogel
- Hierarchien im Klassenzimmer – Erfahrungen von Macht und Ohnmacht von Michael Cramer
- Demokratie lernen und leben von Sascha Wenzel
V. Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in der Kommune
„Die Kommune ist der Ort, an dem die Auseinandersetzung zwischen rechtsextremer Agitation und demokratischen Gegenkräften am unmittelbarsten erfolgt. Sie ist zum zentralen Schauplatz des Kampfes der Rechtsextremen um gesellschaftlichen Anschluss geworden. Dem kommunalen Handeln kommt daher eine Schlüsselrolle bei der Verhinderung einer schrittweisen Normalisierung rechtsextremer Weltbilder, Personen und Erscheinungsformen zu.“ (Klose/Benzing, S. 208). Die vier folgenden Bildungsbausteine widmen sich dementsprechend den Hintergründen kommunalen Handelns, der Rolle kommunaler Leitbilder und Akteure, aber auch den möglichen Grenzen und Problemen kommunaler Wirkungsweisen und Interventionsstrategien:
- Problemaufriss Rechtsextremismus in der Kommune von Bianca Klose und Anne Benzing
- „Hilfe, die Rechten kommen!“ Der schwierige Umgang mit rechtsextremen Aufmärschen von David Begrich und Michael Sturm
- Die NPD in den Kommunalparlamenten: Was tut sie? Und wie kann man ihr begegnen? von Toralf Staud
- Demokratische Kultur in der Kommune stärken – wie geht das? von Ingo Siebert
VI. Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in der außerschulischen Jugendarbeit
„Praktiker/-innen in diesem Feld bewegen sich in unterschiedlichen Dilemmata, wovon eines ist, die Balance zu finden zwischen dem Auftrag zur Unterstützung von Jugendlichen im Übergang zwischen Kindheit ins Erwachsenenalter und gleichzeitig rechtsextrem orientierte, das heißt unsoziale, menschenverachtende und ausgrenzende Verhaltensweisen nicht zu tolerieren […].“ (Köttig, S. 258). Bei der Überwindung solcher Dilemmata bedarf es u.a. der Kenntnis über „subkulturelle Erfahrungswelten“, wie dies im Baustein von Thomas anhand der rechtsextremen Musikszene behandelt wird. Aber auch alternative pädagogische Konzepte der offenen Kinder und Jugendarbeit (vgl. Baustein von Sturzenhecker)oder der Theaterpädagogik (vgl. Baustein von Güssow), wie sie in den darauf folgenden Bildungsbausteinen zusammengetragen wurden, weisen einen hohen Stellenwert auf und erweitern die Sichtweise auf Kinder- und Jugendarbeit auf kreative Weise:
- Gegenstrategien in der Jugendarbeit: Umgang mit rechtsextremen Jugendlichen in der Offenen Jugendarbeit von Michaela Köttig
- Rechtsextremismus und Jugendkultur – Die rechtsextreme Musikszene von Jens Thomas
- Demokratie praktizieren in der Offenen Kinder und Jugendarbeit von Benedikt Sturzenhecker
- Die Faszination von Rechtsextremismus auf Jugendliche: Ein Praxisbericht aus theaterpädagogischer Perspektive von Zoi Kathrin Güssow
VII. Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus als Aufgabe der Zivilgesellschaft
„Zivilgesellschaft ist zu einem zentralen Begriff geworden, wenn es um die Bekämpfung von rechtsextremen Tendenzen in unserer Gesellschaft geht. Viele der aktuellen Programme gegen Rechtsextremismus sind zivilgesellschaftlich angelegt, das heißt, sie verstehen sich als Reparatur- und Selbstheilungsangebote an „reale“ Zivilgesellschaften, die ihren normativen Ansprüchen auf Zivilität im Sinne von Toleranz und Gewaltfreiheit nicht genügen.“ (Roth, S. 308). Gemessen an der Einflussstärke der anderen Bereiche (Schule, Kommune, Jugendarbeit) erscheint die der Zivilgesellschaft deutlich schwächer. Dennoch führt an der Stärkung der Zivilgesellschaft kein Weg vorbei, wenn Maßnahmen in den bereits genannten Bereichen ihre Wirkungen entfalten sollen. Denn nur so kann sich eine Bürgerschaft entwickeln, für die demokratisch-menschenrechtliche Normen eine alltäglich gelebte Selbstverständlichkeit sind (vgl. auch Roth, S. 308). Möglichkeiten und Grenzen einer solchen Stärkung der Zivilgesellschaft, wie sie auch zur Verhinderung und Bekämpfung von Rechtsextremismus beitragen kann, werden in den sechs unterschiedlichen Bildungsbausteinen dieses Kapitels aufgezeigt:
- Problemskizze: Rechtsextremismus als Herausforderung der Zivilgesellschaft von Roland Roth
- Bündnisse gegen Rechtsextremismus gründen: Mobilisierung, Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkbildung von Grit Hanneforth
- „Stop and Go“ im ländlichen Raum. Rechtsextremismus in meinem persönlichen Umfeld – Zivilcourage entwickeln von Jan Kasiske
- Respekt wachsen lassen – Kooperation statt Konfrontation von Heide Hoffmann und Sabine Grünewald
- Rechtsmotivierte Gewalt – Auswirkungen auf die Opfer und gesellschaftliche Verantwortung von Dominique John
- Rechte Jugendliche – ratlose Eltern, Beratung von Eltern und Angehörigen rechtsextremer Jugendlicher von Andrea Müller und Cornelius Peltz
Fazit
Das Lern- und Arbeitsbuch „Gegen Rechtsextremismus“ – Handeln für Demokratie ist nicht nur als Einstieg und Nachschlagewerk zur demokratischen Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus geeignet, sondern vorrangig als ein wertvoller Leitfaden für die Praxis auf theoretisch vielfältigem und didaktisch anspruchsvollem Niveau anzusehen. Es gelingt der Herausgeberschaft auf eindrucksvolle Weise mittels eines breiten Spektrums an Autoren/-innen aus der Wissenschaft und Praxis, aktuelle Erkenntnisse der Rechtsextremismusforschung und angrenzender Disziplinen mit Fragen der praktischen Umsetzung in unterschiedlichen Interventionskontexten (z.B. Schule, Kommune, Jugendarbeit) zu verbinden und dadurch wertvolle Hinweise zur Weiterarbeit zu vermitteln.
Die ausführlichen Seminareinheiten und zusätzlichen Literaturhinweise für jeden Bildungsbaustein können für die Vertiefung der jeweiligen Themen genutzt werden. Die Zusammenfassungen zu Beginn jedes Bausteins sorgen für einen direkten Einstieg in das Thema, die Zielstellung und den Praxisbezug der jeweiligen Bausteine. Beispielhaft sind dies zwei der didaktischen Aspekte, die die Handhabung des „Arbeitsbuches“ ausgesprochen erleichtern und damit in höchstem Maße praxistauglich werden lassen.
Rezension von
Dr. Susan Gniechwitz
Website
Es gibt 3 Rezensionen von Susan Gniechwitz.





