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Katrin Killmann: Hilfe bei auffälligem Verhalten

Rezensiert von Prof. Dr. Bettina Schuhrke, 24.03.2010

Cover Katrin Killmann: Hilfe bei auffälligem Verhalten ISBN 978-3-8288-9461-7

Katrin Killmann: Hilfe bei auffälligem Verhalten. Zur Kooperation psychosozialer Fachdienste mit Kindertagesstätten. Tectum-Verlag (Marburg) 2007. 152 Seiten. ISBN 978-3-8288-9461-7. D: 24,90 EUR, A: 24,90 EUR, CH: 43,70 sFr.

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Entstehungshintergrund

Bei dem vorliegenden Buch von Karin Killmann handelt es sich um die Veröffentlichung ihrer Diplomarbeit, die sie im Studiengang Erziehungswissenschaft an der Universität Bamberg geschrieben hat. Laut Text auf dem Bucheinband hat die Arbeit von der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft eine Auszeichnung als beste Abschlussarbeit erhalten, eine Bewertung, der ich mich hier durchaus anschließen kann. Aus den Jahreszahlen der zitierten Literatur und der Datierung der Datenerhebung kann man schließen, dass die Arbeit bereits ca. 2001 erschienen ist. Dies ist dann auch der Stand der durchaus sachkundig und kritisch aufgearbeiteten wissenschaftlichen Diskussion in diesem Buch.

Aufbau und Inhalt

Die Verfasserin setzt sich zunächst mit der Frage der Auffälligkeiten im Kindesalter auseinander und schließt sich einer wissenschaftlichen Position an, die Auffälligkeit nicht als individuelle Eigenschaft sehen will, sondern darauf verweist, dass Auffälligkeit vor dem Hintergrund von Normen konstatiert wird und diese daher immer anzugeben sind. Im Weiteren wird auf Häufigkeit, mittel- und langfristige Folgen und Erklärungsmodelle kindlicher Auffälligkeit eingegangen.

Das dritte Kapitel ist dem Umfang kindlicher Auffälligkeiten in Kindertageseinrichtungen und der wahrgenommenen Belastung der Erzieherinnen gewidmet, das vierte den Aufgaben und Qualitätsmerkmalen mobiler Fachdienste, die die Kindertageseinrichtungen im Hinblick auf auffällige Kinder unterstützen sollen.

Im empirischen Teil des Buches wird der Kooperation von Kindertageseinrichtungen mit dem „Mobilen Fachdienst für Kindertagesstätten“ in Bamberg (MoFa) nachgegangen. Killman beschreibt die Entstehung des MoFa und wertet mittels deskriptiver Statistik eine von ihr durchgeführte schriftliche Befragung der hauptsächlichen Zielgruppen aus. Dies sind vor allem die Gruppenleiterinnen der Kindergärten, Krippen und „Netz-für-Kinder“-Einrichtungen. Von den an 105 Personen verteilten Fragebogen wurden über 90 % beantwortet. Sie eruiert im Fragebogen die Belastungen, die auf die Einrichtungen durch auffällige Kinder zukommen und die Zusammenarbeit mit den mobilen Diensten und ihre Qualität. Die Definition von Auffälligkeit wird den Befragten überlassen. Die Quote auffälliger Kinder in den Gruppen variiert sehr stark, ebenso der angegebene Grad der Belastung. Die Erzieherinnen scheinen jedoch vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten für sich nutzen zu können und sich im Umgang mit auffälligen Kindern überwiegend eher sicher zu fühlen. Immerhin 64 % der Befragten hatten psychosoziale Dienste wegen auffälliger Kinder kontaktiert. Die Zusammenarbeit mit dem MoFa wird sehr gut angenommen und sehr positiv bewertet, womit die Studie einen wichtigen Hinweis für die Planung der psychosozialen Versorgung in anderen Städten liefert. Zur Effektivität des MoFa im Hinblick auf die Verminderung kindlicher Auffälligkeiten, bemerkt die Verfasserin selbstkritisch, können mit dieser Untersuchung keine Aussagen getroffen werden.

Fazit

Rezension von
Prof. Dr. Bettina Schuhrke
Evangelische Hochschule Darmstadt, FB Sozialarbeit/Sozialpädagogik

Es gibt 4 Rezensionen von Bettina Schuhrke.

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ISSN 2190-9245