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Günter Bentele, Hans-Bernd Brosius u.a. (Hrsg.): Lexikon Kommunikations- und Medienwissenschaft

Cover Günter Bentele, Hans-Bernd Brosius, Otfried Jarren (Hrsg.): Lexikon Kommunikations- und Medienwissenschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2006. 337 Seiten. ISBN 978-3-531-13535-9. 29,90 EUR, CH: 52,20 sFr.

Reihe: Studienbücher zur Kommunikations- und Medienwissenschaft.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-531-16963-7 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen.
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Einführung in die Themenstellung

Lexika können recht nützlich sein, da sie auf knappem Raum die wesentlichen Begriffe und Sachverhalten aus wissenschaftlichen Teilgebieten erklären. Zugleich ist ihnen in der Regel eigen, dass sie die Begriffe und Sachverhalte nicht systematisch, sondern alphabetisch ordnen. Beides hat sicher Vor- und Nachteile, die alphabetische Ordnung ist jedoch vor allem dem Charakter eines Lexikons als Nachschlagewerk dienlich, um schnell die Erläuterungen zu gesuchten Begriffen zu finden. Daher wird auch erwartet, dass Lexika die Fachgebiete mit ihren Stichworten weitgehend umfassend abdecken. Nachdem seit den 1970er Jahren erste Lexika zur Publizistik- und Kommunikationswissenschaft erschienen, wurden immer mal wieder Versuche unternommen, neue Lexika aufzulegen. Das vorliegende ist nun der aktuellste Versuch.

Inhalt

Die Herausgabe eines Lexikons ist ein großes Unterfangen. Zahlreiche Autoren und Autorinnen müssen unter einen Hut gebracht werden. In diesem Fall waren es 92 Kommunikations- und Medienwissenschaftler, die an dem Lexikon mitgewirkt haben. Die Einträge reichen von A wie Abonnement und Action-Film bis Z wie Zweites Deutsches Fernsehen und Zweiwegekommunikation. Allein die vier genannten Einträge machen deutlich wie breit die Thematik der Begriffe und Sachverhalte ist, die beschrieben und erklärt werden. Allerdings lässt sich nicht unbedingt eine Systematik erkennen. So ist der zweite Eintrag zwar dem Action-Film gewidmet, wer nun allerdings erwarten würde, dass ein breites Spektrum an Filmgenres erklärt wird, sieht sich getäuscht, denn das Melodram kommt z.B. gar nicht vor. Während die Einträge zum Zweiten Deutschen Fernsehen sowie zur ARD und deren einzelnen Sendeanstalten teilweise sehr umfangreich geraten sind, werden die privat-kommerziellen Sender wie RTL und ProSieben nur knapp mit den wichtigsten Fakten erwähnt. Die Deutsche Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) hat zwar einen eigenen Eintrag, nicht aber die Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM), die aber immerhin beim Stichwort Medienwissenschaft Erwähnung findet. Immerhin haben es zwei Filmhochschulen in das Lexikon geschafft, die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) - der Eintrag enthält allerdings leider einige Fehlinformationen - und die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. Warum aber die älteste deutsche Filmhochschule, die Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg keine Erwähnung findet, bleibt das Geheimnis der Herausgeber.

Die meisten Einträge finden sich zu den zusammengesetzten Begriffen, die mit Kommunikation und Medien beginnen. Die Einträge bezeichnen nicht nur Ausbildungsstätten und Fachgesellschaften, sondern decken ein breites Spektrum ab, von Genrebezeichnungen über Fachbegriffe im Zusammenhang mit Medienwirkungen, Medientheorien sowie Begriffen aus dem Medienrecht, der Medienwirtschaft und der Medienpädagogik. Dem geneigten Leser erschließt sich leider nicht, nach welchen Kriterien die Länge der Einträge zu einzelnen Stichworten variiert. So ist der Eintrag zu Kommunikationstheorien recht kurz geraten, wohingegen der Eintrag zur Karikatur länger ausfällt.

Fazit

Das vorliegende Lexikon eignet sich sicher als Nachschlagewerk für alle, die an den Themen der Kommunikations- und Medienwissenschaft interessiert sind - allerdings richtet es sich offenbar mehr an den geneigten Laien, denn an Fachwissenschaftler. Die Strukturierung der Einträge erschließt sich leider nicht. Zudem weist das Lexikon einige - nicht nur die genannten - Lücken auf. Es ist zu wünschen, dass diese Lücken ebenso wie die Unstimmigkeiten in der Strukturierung der Einträge bei einer neuerlichen Auflage behoben werden.


Rezension von
Prof. Dr. Lothar Mikos
Professor für Fernsehwissenschaft
Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf", AV-Medienwissenschaft


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Zitiervorschlag
Lothar Mikos. Rezension vom 18.07.2006 zu: Günter Bentele, Hans-Bernd Brosius, Otfried Jarren (Hrsg.): Lexikon Kommunikations- und Medienwissenschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2006. ISBN 978-3-531-13535-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/668.php, Datum des Zugriffs 22.09.2021.


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