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Heinz Bude, Andreas Willisch (Hrsg.): Exklusion. Die Debatte über die "Überflüssigen"

Cover Heinz Bude, Andreas Willisch (Hrsg.): Exklusion. Die Debatte über die "Überflüssigen". Suhrkamp Verlag (Frankfurt/M) 2008. Orig.-Ausg., 1. Auflage. 335 Seiten. ISBN 978-3-518-29419-2. 12,00 EUR.

Reihe: Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft - 1819.
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Herausgeber

Heinz Bude ist Hochschullehrer an der Universität Kassel und Leiter des Bereichs „Die Gesellschaft der Bundesrepublik“ am Hamburger Institut für Sozialforschung. Andreas Willisch ist Soziologe und ist in der Leitung des Thünen-Instituts Bollewick tätig.

Thema und Entstehungshintergrund

Zum Thema Exklusion gibt es eine Debatte unter Sozialwissenschaftlern (die männliche Form ist hier angesagt, weil es sich vorwiegend um eine Männerdebatte handelt) zur Angemessenheit und Treffsicherheit des Begriffs. Diese Debatte wurde in der Zeitschrift Mittelweg 36 des Hamburger Instituts für Sozialforschung in den Jahren 1998-2004 geführt und in dem vorliegenden Band des Suhrkamp-Verlages einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zwischen dem ersten Erscheinen der Beiträge und der Buchveröffentlichung liegen somit vier bis 6 Jahre. Und seit Erscheinen des Buches ist schon wieder ein Jahr vergangen, eines, in dem die Finanzkrise die kapitalistische Ordnung zwar nur durchgerüttelt hat, die Anzahl derer, die keinen Anschluss nach oben finden, aber gestiegen ist und voraussichtlich weiter steigen wird.

Viele der Thesen in den 22 Beiträgen sind jedoch auch heute noch aktuell und regen zu Überlegungen an.

Die Begriffe

Die Debatte um Exklusion und „die Überflüssigen“ (Bude/Willischs Einführungsartikel) entstammt verschiedenen soziologischen Schulen. Der Begriff Exklusion wurde von Luhmann eingeführt, der, nachdem er jahrzehntelang eine Systemanalyse ohne Auftauchen menschlicher Schicksale betrieben hatte, beim Besuch der Favelas in Südamerika so erschüttert war, dass seine Soziologie sich ihren Subjekten stärker zuwandte. Imbusch spricht in diesem Zusammenhang von einer „Entdeckung des Menschen“ (196) und hält die von Luhmann eingeführte Begrifflichkeit für die neue „Leitdifferenz moderner Gesellschaften“ (197). Der Begriff „Die Überflüssigen“ hingegen, den Bude, Vogel, Schroer, Imbusch schon im Titel ihrer Beiträge benutzen, bezieht sich auf die soziologische Tradition der Ungleichheitsforschung. Er erscheint Bude und anderen erforderlich, weil die deutsche Soziologie nicht wie die anglophone eine Underclass-Theorie pflegt und auch nicht wie die französische den Begriff der Exklusion etablierte. Über eine gemeinsame Begrifflichkeit für die Beschreibung der heutigen sozialen Veränderungen verfügt die deutsche Soziologie nicht.

Das Gespräch zwischen Heinz Bude, Dirk Baecker, Axel Honneth und Helmuth Wiesenthal (31 ff.) kreist um diese begrifflichen Fragen und macht die Differenz zwischen systemtheoretischem Ansatz, Ungleichheitstheorie und Honneths Anerkennungstheorie ebenso deutlich wie die Fragen, die sich innerhalb der Theorien stellen. Budes Begriff der Überflüssigen ist unklar, weil damit einerseits die aus dem Arbeitsmarkt auf Dauer Herausgefallenen gemeint sind, andererseits aber auch diejenigen, die keinen Anschluss mehr an relevante Kommunikationssysteme haben (vgl. Wiesenthal:32). Für Baecker ist dieser Anschluss eine Alternative zur Integration in den Arbeitsmarkt. Er kritisiert Budes „Integrationsimpetus“. Nach seiner Auffassung hat die Soziologie die Aufgabe, die Gesellschaft zu beschreiben. Denn das Einzige, was Soziologie verändern könne, sei sie selbst (48).

Diesem Verzicht auf Parteinahme stellen sich neben Bude und Willisch auch Axel Honneth entgegen, der den „Bedarf der politischen Öffentlichkeit nach einer normativ inspirierten Zeitdiagnose“ (48) betont. Das sei zwar keine Soziologie, aber „interessanter als das, was in der Soziologie geschieht“ (48 f.).

Baecker versucht, den Begriff der Überflüssigen zu entdramatisieren, indem er neue Optionen für diejenigen diagnostiziert, die aus dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Als Beispiel nennt er die Künstler, die in Berlin Mitte neue Milieus kreieren, in denen es sich leben lässt. Mit Baeckers nivellierender Perspektive, so Markus Schroer in seinem Artikel, bekommt man jedoch „die Lebenslage derer, die am Rande des Existenzminimums leben, nicht in den Blick. Der unbedingte Wille, sich nicht einer Dramatisierung ganz normaler Anschlussprobleme schuldig zu machen, verkennt die Gefahr einer Verharmlosung der Lebensbedingungen im Exklusionsbereich“ (184 f.). Die „Beschreibung“ Baeckers entbehrt darüber hinaus jeglicher Analyse auf empirischer Basis, ähnlich wie seine wiederholte Zitierung der „alten Damen“, die mangels anderer Kommunikationsmöglichkeiten ständig vor dem Fernseher sitzen (44, 45). Diese Kritik an der fehlenden Empirie äußert auch Markus Schroer im Zusammenhang mit dem „inflationären Gebrauch des Exklusionsbegriffs“ (185). Darüber hinaus ist die systemtheoretische Perspektive zu hinterfragen, nach der es eigentlich nur um den Anschluss an andere Systeme geht. Denn, so argumentiert Willisch (311): „Die Überflüssigen sind Ergebnis unangepasster Integrationsanstrengungen einer Gesellschaft insgesamt und nicht Ausgrenzungsopfer einzelner ihrer Bereiche.“

Auch aus der systemtheoretischen Ecke kommt Kritik am Exklusionsbegriff. U.a. im Hinblick auf die Maßnahmen des Wohlfahrtsstaates kommt Armin Nassehi zum Ergebnis, dass der Exklusionsbegriff untauglich ist. Nach seiner Analyse produzieren die gesellschaftlichen Funktionssysteme Ungleichheit und er plädiert für eine andere Perspektive, nämlich Armut und Unterprivilegierung nicht als Exklusionsfolgen, sondern als Inklusionsfolgen zu diskutieren (124). „So zynisch es sich auch anhört: Man kann kaum für sozialrelevanter gehalten werden und man hat kaum weniger … Chancen, auf gesellschaftlichen Zugriff optional zu reagieren, denn als Insasse eins Gefängnisses, als Bewohner eines Gettos, als Vertriebener oder gar als Todeskandidat“ (123, vgl. a. Vogel: 159) Damit setzt er auch Castels Definition eine paradoxierende Kritik der Inklusions-/Exklusionsdebatte entgegen. Ähnlich argumentiert Kronauer, der an die Stelle eines dichotomischen Ausgrenzungsbegriffs die Idee von Ausgrenzung als gesellschaftlichem Verhältnis entwickelt. Das Denken in Drinnen und Draußen, das sich in den Begriffen Inklusion-Exklusion manifestiert, ist demnach irreführend. So ist Exklusion auch nicht ohne weiteres mit wachsender sozialer Ungleichheit gleich zu setzen, „sondern stellt ein Ungleichheitsverhältnis besonderer Art dar“ (149).

Robert Castel, auf den sich auch Martin Kronauer bezieht, rät ebenfalls zur Vorsicht gegenüber dem Begriff, allerdings mit anderer Begründung. Er unterscheidet drei Formen der Exklusion: die Aberkennung von Rechten und Beteiligungen, den Aufbau geschlossener Räume und die Vernichtung. Alle drei Phänomene belegt er mit Beispielen aus der Geschichte. Die Degradierung von Menschen aufgrund ihres Ausgeschlossenseins vom Arbeitsmarkt bezeichnet Castel zunächst „nur“ als Prekarisierung, Verwundbarkeit, Marginalisierung. Diese Phänomene allerdings können in Exklusion münden, „das heißt in einer explizit diskriminierenden Behandlung dieser Bevölkerungsgruppen“ (83).

„Die Überflüssigen“ und die Sozialpolitik

Unter den Parametern, die Ausgrenzung bewirken bzw. verhindern, nimmt der Arbeitsmarkt „allen Unkenrufen vom Ende der Arbeitsgesellschaft zum Trotz“ (wie z.B. bei Baecker) die zentrale Rolle ein (Kronauer: 148). Die Integration in den Arbeitsmarkt ist denn auch der Anlass für Interventionen des Staates. Aber auch seine Hilfsmaßnahmen können Ausgrenzung, gar Exklusion bewirken, weil sie diskriminieren und den Rezipienten leicht der Status von BürgerInnen zweiter Klasse zugeschrieben wird (Castel:74 ff.). Diese negative Folge der „sekundären Integration“ (Bude/Willisch: 21) durch den Wohlfahrtsstaat angesichts des Mangels an Arbeitsplätzen auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt auch Heinz Bude und Andreas Willisch in ihrem Einführungsartikel. Die Erwerbslosen müssen im zum Jobcenter mutierten Arbeitsamt ihre Kompetenzen „vermessen“ lassen. Häufig kommt es zu einer „Maßnahmekarriere“ (20, sowie Willisch: 322). Sie beginnt mit der Verunsicherung durch den Verlust des Arbeitsplatzes oder die Misserfolge bei der Suche nach einer Lehrstelle. Protest oder gar Widerstand sind zumeist zwecklos. „Wer dann aufhört zu rebellieren, versucht es mit Anpassung und folgt – durchaus auch wider besseres Wissen – den Integrationsanforderungen des bevormundenden Staates…Wenn in einer positiven Karriere Erfahrungen, Wissen, Ressourcen oder auch Bildungszertifikate akkumuliert werden, wird diese negative Karriere charakterisiert durch die beständige Entwertung erworbener Kenntnisse und Anrechte… Am Ende des aktiven Verlierens steht die Defiziteinarbeitung in die Lebenskonstruktion und das Selbstbild der Leute“ (21). Jeder „Aktivierungsvorgang“ bringt „einen neuen individualisierten Makel hervor“. Diese Sorgen kennen Autoren wie Baecker oder Wiesenthal (im Gespräch) nicht, wenn sie vorwiegend die Chancen bzw. Optionen nach der Freisetzung aus alten Bindungen betonen.

Wenn der Staat sich der Wohlfahrt zugunsten von Repression mehr und mehr entledigt, sind US-amerikanische Zustände erreicht. Loic Wacquant zitiert in einem Interview das US-amerikanische Beispiel für den Übergang vom sozialen Wohlfahrtsstaat zum strafenden Staat, für den Polizei, Strafgerichtsbarkeit und Gefängnisse Mittel sind, um das Problem der Armut zu lösen (213, vgl. a. Dangschat: 140). Auch der Wohlfahrtsstaat in Deutschland bedient sich zunehmend „einer Ausweitung von Kontrollpraktiken und Zwangsmaßnahmen in den sozialen Randlagen“ (Vogel: 293), ist aber von den US-amerikanischen Verhältnissen noch weit entfernt. Wacquant empfiehlt, im Diskurs die soziale und wirtschaftliche Unsicherheit der physischen entgegenzuhalten, um zu verhindern, dass der Justizapparat weiter ausufert (223).

„Die Überflüssigen“ und die Gesellschaft

Der Inklusionsbereich stellt eine „spiegelbildliche Wiederholung der Differenzierungen im Exklusionsbereich“ dar (Schroer: 192). Die „Überflüssigen“ sind dabei keineswegs überflüssig, denn sie erfüllen eine wichtige Disziplinierungsfunktion für die Menschen, die (noch) inkludiert sind. „ Die ausgrenzende Sonderbehandlung des Armen dient der Verteidigung des gesellschaftlichen Status quo“ (Kronauer:152). Von daher ist eine wichtige Frage, wie die Angst der Noch-Nicht-Verlierer die Exklusionsdynamik in Gang hält. Ähnlich argumentiert Lapeyronnie (161 ff), der die Exklusionen Anderer in Form von (auch gewalttätigem) Rassismus als Spiegelbild der Differenzierungen von der Ober- und Mittelschicht zur Unterschicht sieht. Ein Verdienst dieses Aufsatzes ist es, dass er damit die moralische Trennung der „bösen“ Rassisten in der Unterschicht von den „guten“ Bürgern der Ober- und Mittelschicht drastisch in Frage stellt. Auch Lapeyronnie widerspricht der Dichotomie von Drinnen und draußen. Mittelschicht und Unterschicht sind miteinander verwoben, denn das „Eindringen von Lebensmustern der Mittelschicht“ und die Übernahme des „Konsumverhalten (s) zum einzigen kulturellen Bezugpunkt und damit zum ausschließlichen Integrationsmodus“ ist die Ursache für die gleichzeitige „Überintegration“ der unteren Schichten und ihren „Bruch mit der Gesellschaft“ (168).

Nicht nur aus Gründen der political correctness ist Castels Differenzierung der Marginalisierten in „Erwerbsunfähige, Behinderte oder Sozialfälle“ (76), auf der einen, und in die Gruppe der aus dem Arbeitsmarkt Ausgeschlossenen auf der anderen Seite äußerst problematisch. Dazu Anja Weiß: „Zum einen ist ein Überschuss in Marktgesellschaften eher die Regel als die Ausnahme. Zum anderen gibt es kein ‚eigenes‘ Defizit, das für ‚den‘ Arbeitsmarkt untauglich macht“ (236).

Katherine Newman bezieht sich wiederum auf die USA und weist auf Unterschiede der Gefährdung, aus dem Arbeitsmarkt herauszufallen, in verschiedenen Generationen hin. Sie beschreibt, dass viele jüngere Menschen nicht mehr erreichen können, was die Eltern erreicht haben (ähnlich für Deutschland: Hillmann:107). Der Artikel ist eine Nabelschau der Mittelschicht und konzentriert sich auf „diese Erwartung der steten Steigerung an materieller und sozialer Versorgt- und Sicherheit., die den Kern ihrer Enttäuschung schon in sich trägt“, so kritisch dazu Oswald (135). Oswald (136) wie Dangschat (138) weisen darauf hin, dass sozialer Aufstieg sich auch bei uns jetzt wieder stärker an askriptiven Kriterien orientiert. Empirische Belege für diese plausible Behauptung wären hier hilfreich.

Ausgrenzung und Exklusion sind als Prozess zu sehen. Sie werden erst durch den Blick auf Biographien und Erwerbsverläufe deutlich (Vogel: 298). So können sie auch nicht allein aufgrund sozialdemographischer Merkmale diagnostiziert werden (Callies: 276). Es ist nicht allein die ökonomische Lage, die das Gefühl, überflüssig zu sein, hervorruft. Callies macht anhand von Fallbeispielen deutlich, dass die übliche Sozialstrukturanalyse nicht mehr greift. Dies hat ja auch die Renaissance des Begriffs „Milieu“ von Bourdieu (und nachfolgend anderen Autoren) gezeigt.

Der Wohlfahrtsstaat in der Welt

Die entscheidende Frage in der Armuts-, Exklusions- oder Ungleichheitsdiskussion – wie auch immer man dieses Kind nennen mag – ist die nach der Kompatibilität der Sicht auf den Wohlfahrtsstaat mit dem Blick in eine Welt, in der Millionen an Hunger und Durst sterben, wo die Lebenserwartung in vielen Ländern weniger als halb so hoch ist wie bei uns, die wir mit unseren verschiedenen Politiken von der Armut und der Zerstörung der Lebensräume in anderen Kontinenten (noch) profitieren.

Zwar verweisen Jens Dangschat (145) auf den EU-Kontext und Felicitas Hillmann (108 f.) auf die Funktion der Migrantenpopulation in den westlichen Industrieländern. Der einzige Beitrag aber in diesem Buch, der den Blick auf die Menschen in anderen Ländern außerhalb der Industrienationen richtet, ist der Aufsatz von Anja Weiß: „Raumrelationen als zentraler Aspekt weltweiter Ungleichheiten“ (225-245). Weiß kritisiert die Begrenzung der Ungleichheitsdiskussion auf die Nationalstaaten (vgl. auch Ulrike Hormel: Diskriminierung in der Einwanderungsgesellschaft). Sie definiert den Nationalstaat als System mit Anschlussproblemen, da alle, die nicht qua Geburt die Staatsangehörigkeit erworben haben, davon ausgeschlossen sind. Dies führt zu einer anderen Form sozialer Ungleichheit. „Abstrakt formuliert sind damit Praktiken gemeint, durch die einer Personengruppe der gleichgerechtigte Zugang zu den allgemeinen Märkten einer Gesellschaft verweigert wird“ (235). Dadurch kommt es „zu einer Institutionalisierung symbolischer Ungleichheit, die auch als struktureller Rassismus bezeichnet werden kann“ (236). Extrem benachteiligt sind vor allem Menschen in Räumen, in denen der Nationalstaat nie präsent war. Es sind diese Bevölkerungen, die den marginalisierenden, destruktiven Wirkungen der globalen Märkte am stärksten ausgesetzt sind.

Anja Weiß ist die Einzige, die den entscheidenden Konflikt unserer Gesellschaft teilweise auf den Punkt bringt. Denn „die meisten Staatsangehörigen nationaler Wohlfahrtsstaaten sind darauf angewiesen, dass die Kontrolle ‚ihres‘ Nationalstaates über den Zugang zu seinem Territorium und seinen Systemen sozialer Sicherheit erhalten bleibt. Sie profitieren von Subventionen und einer Infrastruktur, die großzügiger ausfallen kann, wenn die Ungleichheitsschwelle nach außen aufrechterhalten wird“ (240). Was sie nicht erwähnt, sind die skandalösen Politiken auch der EU (z.B. bei der Subventionierung der eigenen Landwirtschaft), die die Armut in den anderen Räumen verstärkt.

Fazit

Das Buch spiegelt viele Probleme, die sich aus der Destabilisierung der Arbeitsmärkte in den Wohlfahrtsstaaten ergeben. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Analysen, die es wert sind, zur Kenntnis genommen zu werden. Eine übergreifende Perspektive wird allerdings nicht entwickelt.

Hinzu kommt, dass nahezu alle Beiträge auf die westlichen Nationalstaaten beschränkt sind. Deren Beziehung zu anderen Staaten – geschweige denn die anderen Staaten selbst - werden nicht in den Blick genommen (außer die USA). So werden die Ressourcenverschwendung der Industrienationen, ihr Festhalten am Konsumideal und die Produktion eines großen Teils vom „Elend der Welt“ (Bourdieu) durch die Politik der Wohlfahrtsstaaten nicht sichtbar. Der Aufsatz von Anja Weiß ist ein Lichtblick in diesem Band, der sowohl in der Diskussion um soziale Ungleichheit, wie auch in der über Exklusion aufgenommen werden sollte. Angesichts der drängenden Probleme für die kommenden Generationen gelingt es dann vielleicht auch, die Kluft zwischen den verschiedenen soziologischen Schulen – hier Systemtheorie, dort Soziologie der sozialen Ungleichheit – zu überwinden.


Rezensentin
Prof. Dr. Hilde von Balluseck
Sozialwissenschaftlerin, emeritierte Hochschullehrerin an der Alice Salomon Hochschule Berlin mit den Arbeitsschwerpunkten Sozialisation, Geschlecht und Sexualität, Migration, Frühpädagogik, etablierte 2004 den ersten Studiengang für ErzieherInnen in Deutschland und war von 2008 bis Ende 2015 Chefredakteurin des Internetportals ErzieherIn.de
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Zitiervorschlag
Hilde von Balluseck. Rezension vom 13.08.2009 zu: Heinz Bude, Andreas Willisch (Hrsg.): Exklusion. Die Debatte über die "Überflüssigen". Suhrkamp Verlag (Frankfurt/M) 2008. Orig.-Ausg., 1. Auflage. ISBN 978-3-518-29419-2. Reihe: Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft - 1819. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/6813.php, Datum des Zugriffs 16.11.2018.


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