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Malte Mienert: Total diffus. Erwachsenwerden in der jugendlichen Gesellschaft

Cover Malte Mienert: Total diffus. Erwachsenwerden in der jugendlichen Gesellschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2008. 184 Seiten. ISBN 978-3-531-16093-1. 19,90 EUR.
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Prof. Dr. Malte Mienert, Leiter der Abteilung Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie an der Universität Bremen, beschäftigt sich in seinem Buch "Total diffus. Erwachsenwerden in der jugendlichen Gesellschaft." mit der "Jugend von heute" und ihren spezifischen Anforderungen – an die Jugendlichen selbst, aber auch an die Vertreter der vermeintlichen Erwachsenengeneration. Das Hauptproblem liegt Mienert zufolge darin, dass eben diese Erwachsenen als solche, kaum mehr zu erkennen sind und somit der Status dessen, was nicht Jugend ist, in Auflösung begriffen ist. Es zeige sich hier eine Diffusität der Grenze zwischen ehemals klar abgegrenzten Lebensphasen, die es Jugendlichen erschwere, sich klar zu positionieren und sich eine eigene, reflektierte Identität zu erarbeiten. Diese Diffusität schlage sich nun vermehrt in den Identitäten der Jugendlichen nieder, was wiederum gesamtgesellschaftliche Konsequenzen nach sich ziehe: Wenn immer mehr Menschen über diffuse Identitätsmuster verfügen, könne dies zu einer Diffusität der Gesellschaft insgesamt führen, also zu einem Verharren in einem Übergangsstadium, verurteilt zur Handlungsunfähigkeit und Ziellosigkeit. Da sich im Jugendalter Identitäten zuerst ausbilden würden, sei dies nun der Punkt, an dem anzusetzen sei. Es müsse Anliegen der Elterngeneration sein, Jugendlichen in einer diffusen, unsicheren Gesellschaft dabei zu unterstützen, sich eine kohärente und kontinuierliche Identität zu erarbeiten.

Aufbau

Was es mit dem Erwachsenwerden in einer diffusen Gesellschaft auf sich hat, arbeitet Mienert an fünf Thesen, die gleichzeitig die Hauptkapitel überschreiben, ab.

  1. Menschen werden erwachsen, aber sie sind es wohl nie.
  2. Typisch jugendliches Verhalten ist ein Ausdruck des unklaren Erwachsenenstatus.
  3. Die Pluralität von Lebensentwürfen heute erschwert die Identitätssuche, anstatt sie zu erleichtern, und führt zu Diffusität.
  4. Jugendliche brauchen erwachsene Erwachsene.
  5. Auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagieren die Jugendlichen heute mit Konservativität und Wertepluralismus.

Zu 1.

Was heißt eigentlich Jugend und wann ist man erwachsen? Die bekannte Rede von der berüchtigten "Jugend von heute" lasse sich bis in die Antike zurückverfolgen. Jugend habe sich immer durch ihre Differenz zum Erwachsensein ausgezeichnet. Das Besondere der heutigen Jugend sei, dass sie sich wesentlich schwieriger definieren lasse, denn die Gesellschaft insgesamt zeichne sich durch eine permanente Jugendlichkeit aus. Aber gerade die Abgrenzung von der Erwachsenengeneration sei eine wichtige Voraussetzung für die Erarbeitung einer eigenen Identität. Und diese Identitätsarbeit stelle wiederum die Hauptaufgabe der Jugendphase dar.

Früher und auch heute noch, in so genannten traditionellen Gesellschaften, habe es einen kurzen und klar strukturierten Übergang von der Jugend ins Erwachsenenalter in Form von Initiationsriten gegeben. Heute, in modernen, ausdifferenzierten Gesellschaften, ziehe sich die Phase der Jugend in die Länge und belasse die Heranwachsenden, Mienert zu folge, "viel zu lange" in einem unklaren Status. Es gebe zwar unterschiedliche Kriterien, die den Übergang markierten – Mienert nennt die Kriterien der Fortpflanzungsfähigkeit, der Strafmündigkeit, der gesellschaftlichen Initiation und der Selbstwahrnehmung als erwachsen -, die aber zum einen nicht übereinstimmten und zum anderen keine konkreten Angaben ermöglichen. Ein Beispiel ist die zunehmende Diskrepanz zwischen biologischer Reife und der andauernden ökonomischen Abhängigkeit von den Eltern. Mienert beklagt diese Unklarheiten und plädiert dafür, sich wieder auf Riten des Übergangs zu besinnen, die sich etwa in der Familie aber auch in der Schule initiieren ließen. Diese könnten Jugendlichen bei ihrer Selbstdefinition unterstützen. Dass es nach wie vor ein Bedürfnis nach entsprechenden Ritualen gebe, könne man an der Bedeutung des 18. Geburtstags ersehen.

Um zu verdeutlichen, was die Jugendphase ausmacht, rekurriert Mienert auf zwei Konzepte der Entwicklungspsychologie: Das Konzept der Entwicklungsaufgaben von Havighurst sowie das Konzept der Bewältigung aufeinander folgender und aufbauender Lebenskrisen von Erikson. Letztlich gehe es darum, dass der Heranwachsende innerhalb dieser Phase seine Identität entwickeln müsse. Dabei seien die Hauptanforderungen – oder eben Aufgaben – die politische Selbstverortung, Auseinandersetzung mit Intimität und Sexualität bei gleichzeitiger Ablösung vom Elternhaus und die Wahl passender Lebensentwürfe und Perspektiven. Dabei habe der oder die Jugendliche einige Probleme zu überwinden, nämlich die Auseinadersetzung mit einem sich entwickelnden Körper, dem eigenen Egozentrismus und der schier unendlichen Vielfalt an Möglichkeiten, aus denen es zu wählen gelte. Dabei habe der  oder die Jugendliche immer das Gefühl "Nie im endgültig richtigen Film" anzukommen.

Mienert betont, dass Heranwachsende als aktive Individuen in einem spezifischen Kontext zu verstehen sind. Der oder die Jugendliche stünden im Mittelpunkt, würden ihre Möglichkeiten und Grenzen erkennen und entsprechend handeln. Es gehe immer darum, das Beste aus der eigenen Situation zu machen. Mit Blick auf die Jugend als Ganze, müsse man die individuellen Bedingungen des Erwachsenwerdens berücksichtigen, weshalb es keinen universellen Übergang geben könne.

Ein Problem des Umgangs mit Jugendlichen sei, dass ihnen nicht wirklich ermöglicht würde, sich zu erproben und ernsthaft zu partizipieren, weil es sich bei den Zugeständnissen der Erwachsenen oft nur um "scheindemokratische Mitbestimmungsmöglichkeiten" handle, wie Mienert mithilfe Flammers Kompetenzkonzepts verdeutlicht

Zu 2.

Im zweiten Abschnitt geht es um den Begriff und die Entwicklung von Identität, die bereits als zentrales Moment der Jugendphase bezeichnet worden war und die Merkmale des Erwachsenenstatus. Zunächst zum Status des Erwachsenseins. Dieser erscheint als äußerst uneindeutig, was daran liege, dass die Erwachsenen sich nicht wie solche verhielten und einerseits ihrer Vorbildfunktion nicht nachkämen und andererseits die Anstrengungen der Jugendlichen, erwachsen zu handeln, nicht anerkennten. Diese Anstrengungen zeigten sich in Symbolen des Erwachsenseins, die vom Erwerb des Führerscheins über das Trinken von Alkohol bis zur Schwangerschaft reichten. Aber diese Symbole seien eben nicht ausreichend und es scheine so zu sein, dass der oder die Jugendliche sich anstrengen könne, soviel er oder sie wolle, ohne den Status des Erwachsenen jemals sicher erreichen zu können. Um mit diesem Dilemma entgehen zu können, griffen Jugendliche zu folgenden Verhaltensmustern: 1. der Pflichterfüllung, also der absoluten Anpassung, 2. der Verweigerung, also der Zurückweisung des Erwachsenenstatus als Entwicklungsziel, 3. der symbolischen Selbstergänzung, dem So-tun-als-ob.

Es gebe also keine Klarheit über den Status, sondern im Gegenteil widersprüchliche Anforderungen des "Werde erwachsen!" auf der einen und des "Wir sind aber alle Jugendlich!" auf der anderen Seite. In diesem Chaos solle es nun dem oder der Jugendlichen gelingen, seine ihm oder ihr eigene Identität zu entwickeln. Angesichts vielfältiger Möglichkeiten und Lebensentwürfe müsse eine biographische kontinuierliche Identität erarbeitet werden, etwas, das dem Individuum einmalig und unverwechselbar eigen sei. Hierbei müssten die Erwachsenen Hilfestellung geben, ihnen zur Seite stehen und ihnen aber auch ermöglichen, sich zu erproben.

Als Identitätskonzept wählt Mienert James Marcias Modell. Identität bilde sich nicht ein für alle Mal in der Jugend, sondern sei etwas, an dem lebenslang gearbeitet werden müsse, aber in der Jugendphase beginne das Individuum zu allererst sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Und die Art und Weise dieser Auseinandersetzung sei das entscheidende Moment, denn es gehe darum, sich eine Identität zu erarbeiten. Auf eine Phase der Exploration müsse eine Phase der Verpflichtung folgen. Ein Verweilen in der Exploration, im Moratorium, könne zu einer diffusen Identität führen, d. h. zu einer permanenten Suche und Anpassung. Man könne hier von so genannten "Identitätssurfern" sprechen, die sich immer der aktuellen Situation anpassen, ohne die Möglichkeit der Reflexion und kritischen Distanzierung.

Die virtuelle Welt einschlägiger Computerspiele würde zu einem solchen Identitätsmodell einladen, wobei die tatsächlichen Folgen für Jugendliche diesbezüglich noch nicht ersichtlich seien.

Die diffuse Identität werde immer mehr zum Normalfall, was nicht nur für die Jugendlichen, sondern für die gesamte Gesellschaft schwerwiegende Folgen habe.

Zu 3.

Die Auswirkungen von Diffusität in der Gesellschaft zeigten sich in allen Lebensbereichen. Verbindlichkeiten und dauerhafte Verpflichtungen würden vermieden und mit kurzfristigen, aus Nützlichkeitserwägungen getroffenen Arrangements ausgetauscht. Dies zeige sich etwa in der ansteigenden Zahl von Ehescheidungen. Partnerschaften seien nicht mehr auf Dauer angelegt, sondern für einen bestimmten Zeitraum mit einem bestimmten Zweck. Die Folge sei, dass immer mehr Menschen keine stabile soziale Einbindung hätten und tiefe emotionale Bindungen ihnen verschlossen blieben. Aber auch auf politischer Ebene und generell im sozialen Miteinander habe diese Entwicklung Konsequenzen: Menschen würden immer gleichgültiger werden, es fehle an Zivilcourage, Meinungen würden austauschbar und politisches Interesse entstünde gar nicht erst. Die diffuse Identität und die Diffusität der Gesellschaft hingen zusammen, seien zwei Seiten derselben Medaille. Gefahr sei in Verzug und diese Entwicklung könne nur aufgehalten werden, wenn bei den Jugendlichen, bei denen sich die Identität erst bilde, angesetzt würde, indem sie zu kritischer (Selbst-)Reflexion ermutigt würden, aber auch indem Erwachsene ihnen als Vorbilder zur Verfügung stehen würden, die sich selbst nicht in der Diffusität eingerichtet hätten.

Als Reaktion der Jugendlichen auf ihre spezifische und die allgemeine diffuse Situation, seien so genannte Autoinitiationsriten zu interpretieren, welche auch selbst- und fremdgefährdende Verhaltensweisen einschließen würden. Mienert spricht vom Amoklauf, vom Selbstmord und von Kriminalität. Andererseits könnten Jugendliche sich aber auch der Realität zu entziehen versuchen, indem sie zu Drogen griffen, oder auch den Anspruch des Erwachsenwerdens aufgeben und sich regressiv in kindlichem Verhalten einrichten.

Übergänge seien immer schmerzhaft, mit Verlusten und Trennungen verbunden, sodass es verständlich erscheint, sich dem entziehen zu wollen. Besonders dann, wenn die Erwachsenen nicht den Eindruck erwecken, als haben sie selbst diesen Schmerz auf sich genommen. Wenn nicht klar sei, wozu der Übergang notwendig sei, dann würden die Kosten nicht akzeptiert. Die Jugendlichen neigten deshalb dazu, im Moratorium zu verharren und sich in der Diffusität einzurichten. Es fehle einerseits ein Ziel und andererseits auch die Grenze, der Gegenpol der Erwachsenengeneration. Generell fehlten Gesellschaftliche Reibungsflächen, an denen sich identitäre Profile erarbeiten ließen.

Zu 4.

Das Generationenverhältnis zwischen Jugendlichen und ihren Eltern, aber auch der Erwachsenengeneration insgesamt, habe sich entscheidend gewandelt. Kinder, so Mienert, hätten heute viel mehr Macht über ihre Eltern. Eltern seien heute emotional von ihren Kindern abhängig. Ein gutes Verhältnis zu ihnen sei für die Eltern äußerst wichtig, was dazu führen könne, dass Eltern versuchten die Freunde ihrer jugendlichen Kinder zu werden. Diese aber bräuchten ihre Eltern eben nicht als Freunde, sondern als Eltern, die ihnen Grenzen setzen und an denen sie sich orientieren könnten. Hinzu komme, dass sich das heteronome Eltern-Kind-Verhältnis vom autonomen Gleichaltrigenverhältnis unterscheide und somit eine Freundschaft immer unterlaufen werde. Mienerts Appell an die Eltern lautet also, ihren Kindern Eltern und nicht Freunde zu sein, weil dies zwangsläufig zum Scheitern verurteilt sei.

Zu 5.

Wie richtet sich die angesprochene "Jugend von heute" in ihrer so schwierigen Situation ein? Einerseits, so Mienert, über Konservativität und anderseits über Wertepluralismus. Konservativ verhielten sich die Jugendlichen, weil sie sich in progressiver Weise kaum mehr von ihren Eltern abgrenzen könnten. Zudem gebe es immer weniger Jugendkulturen, mit denen sie sich identifizieren könnten. Von Wertepluralismus lasse sich nicht erst seit neuestem sprechen, denn was Werte eigentlich sind, lasse sich immer nur im konkreten Fall sagen. Aber wenn man die Werte der Jugendlichen zusammenfasse, so unterscheiden sie sich nicht von denen anderer Altersgruppen. Werte bezögen sich generell auf unterschiedliche Bereiche und seien nicht unbedingt von einander abhängig: jeder suche sich seinen individuellen Wertekanon. Dass die Jugend dennoch in den Augen der Erwachsenen oftmals schlecht wegkomme, liege vor allem an den Maßstäben, die an sie angelegt würden und denen die Jugendlichen nicht gerecht werden können – und es vielleicht auch nicht wollen.

Im Vordergrund der Auseinandersetzung mit Jugendlichen müsse die Beziehungsarbeit stehen. Eine ehrliche, kontroverse Auseinandersetzung, sodass die Möglichkeit bestehe für die Jugendlichen, sich in dieser Auseinandersetzung ihre Identität zu erarbeiten. Zum Schluss formuliert Mienert ein Plädoyer für erwachsene Erwachsene.

Zielgruppen

Das Buch richtet sich zunächst an den erwachsenen Leser per se, der eine bestimmte Vorstellung von Jugend haben mag. So werden immer wieder Fragen formuliert, die sich der Leser stellen möge in Bezug auf seine eigene Jugend oder seinen Phantasien über Jugendliche. So soll eine kritische Auseinandersetzung angeregt werden. Im Besonderen werden dann Eltern und Lehrer angesprochen in ihrer Funktion als signifikante Erwachsene, an die Mienerts Appelle gerichtet sind.

Es handelt sich also um einen Beitrag zu einem allgemeinen Diskurs über Jugend und Jugendlichkeit, nicht um einen spezifisch wissenschaftlichen.

Diskussion

Mienert spricht spezifische Anforderungen an, denen Jugendliche sich in spät- oder postmodernen Gesellschaften gegenüber sehen. Es gibt kaum mehr Vorgaben und die Möglichkeiten scheinen unendlich zu sein, wobei auf der anderen Seite sehr wohl starke Restriktionen wirksam sind. Mienert spricht vom Kontext des Heranwachsens, der sowohl Geschlechts- als auch Milieuspezifika einschließt. Es zeigen sich Widersprüche, die sich nicht auflösen lassen, Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Diese Anforderungen, so schließt Mienert, schaffen die Bedingungen für eine Expansion diffuser Identitäten und einer "Diffusierung" der Gesellschaft insgesamt. Diese Entwicklung erscheint ihm gefährlich zu sein, weshalb ihr Einhalt geboten werden müsse.

Die Problematiken, die Mienert anspricht, sind nicht zu verleugnen, es lässt sich jedoch fragen, ob die Mechanismen, die zu dieser Entwicklung führen in ihrer Komplexität erfasst werden konnten und ob die Lösungsvorschläge, die Mienert anbietet, angemessen sein können. Identitäten sind immer fragile Gebilde und diese Fragilität tritt angesichts der Unsicherheiten und Unwägbarkeiten moderner Gesellschaften mehr denn je zu Tage. So bedarf es auch möglicherweise nicht nur mehr Anstrengung von Seiten der Jugendlichen und der Erwachsenen, Identitätskonstrukte zu erarbeiten und aufrechtzuerhalten, sondern u. U. anderer, neuer Wege und Strategien, welche wir nicht kennen können und welche gerade das Potential von Jugend darstellen könnten. So wäre zu fragen, ob der Ruf nach einer Wiederbelebung von Initiationsriten die angemessene Antwort sein kann. Die Forderung, dass Erwachsene die Entwicklungs- und Möglichkeitsräume nicht durch eigene juvenile und infantile Wünsche besetzen dürfen, ist aus entwicklungspsychologischer Sicht richtig und wichtig. Das Eigene und damit die eigene Handlungsfähigkeit können sich nur in Auseinandersetzung mit dem anderen entwickeln, der dies aushält. Es muss einen Raum geben, der der Jugend zur Verfügung steht, was der individuellen und sozialen Funktion von Jugend in einer komplexen und hoch ausdifferenzierten Gesellschaft entspräche. Eben weil es keine vorgegebenen Strukturen gibt bzw. diese immer brüchiger werden, bedarf eines Moratoriums, welches gerade nicht durch starre Riten ersetzt werden kann.

Fazit

Es handelt sich hier um einen wichtigen Beitrag zum Wandel von Jugend und dessen Bedeutung für die Gesellschaft an sich. Der grundlegende Aspekt der Generationalität wird dabei über die Ansprache des Lesers in den Fokus gerückt. Gerade für Eltern und Pädagogen bietet "Total diffus" die Möglichkeit zu einer (selbst-)kritischen Auseinandersetzung mit "der Jugend von heute".

Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive ließen sich noch einige Fragen anbringen. Es bleibt zu fragen, ob das Konzept der Diffusen Identität das Problem erschöpfend in den Blick bekommt, zumal strukturelle Aspekte nicht berücksichtigt werden, wie etwa Ökonomisierungs- und Beschleunigungsprozesse, und ob die vorgeschlagenen Lösungsstrategien angemessen sein können.


Rezension von
Dipl. Päd. Anke Wischmann
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Fakultät 1 Institut für Pädagogik
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Zitiervorschlag
Anke Wischmann. Rezension vom 18.11.2008 zu: Malte Mienert: Total diffus. Erwachsenwerden in der jugendlichen Gesellschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2008. ISBN 978-3-531-16093-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/6822.php, Datum des Zugriffs 27.05.2020.


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