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Hilde von Balluseck (Hrsg.): Professionalisierung der Frühpädagogik

Cover Hilde von Balluseck (Hrsg.): Professionalisierung der Frühpädagogik. Perspektiven, Entwicklungen, Herausforderungen. Verlag Barbara Budrich (Opladen, Berlin, Toronto) 2008. 260 Seiten. ISBN 978-3-86649-182-3. D: 19,90 EUR, A: 20,50 EUR, CH: 35,90 sFr.
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Thema der Publikation

Dieses Herausgeberwerk setzt sich intensiv mit der Professionalisierung der Frühpädagogik auseinander und betrachtet dabei mögliche Perspektiven, Entwicklungen und Herausforderungen.

Vorstellung der Herausgeberin

Prof. Dr. rer. Pol Hilde von Balluseck war bis 30.09.2007 Leiterin des Studiengangs Erziehung und Bildung im Kindesalter und Professorin für Sozialisationsbedingungen und –prozesse an der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Entstehungshintergrund

Am 5./6. November 2007 fand in Berlin eine von der Robert Bosch Stiftung und der Alice Salomon Hochschule gemeinsam veranstaltete Tagung zum Thema „Professionalisierung der Frühpädagogik“ statt. Die Beiträge dieser Tagung sind Inhalte dieses Buches und wurden durch zusätzliche Expertenbeiträge ergänzt.

Aufbau

Das Herausgeberwerk ist in sechs Kapitel gegliedert, an dem sich 27 Autorinnen und Autoren beteiligt haben.

1. „Konzepte der Professionalisierung“

Hilde von Balluseck eröffnet mit dem Beitrag „Frühpädagogik als Beruf und Profession“ die Auseinandersetzung mit dem Thema Professionalisierung. Der Wandel der Arbeitswelt, Beruflichkeit und der daraus geforderten Kompetenzen führen zu einem wenig greifbaren Begriff der Professionalität. Sie empfiehlt deswegen die Professionalisierung der Frühpädagogik als Projekt zu sehen, bei dem pädagogisches Arbeiten arrangiert, begleitet und erforscht werden sollte.

Peer Pasternack beschäftigt sich mit der Akademisierung der Frühpädagogik. Auch wenn dies eine entscheidende Entwicklung ist dürfen die anderen bereits bestehenden Ausbildungswege und –institutionen nicht außer Acht gelassen werden. Zukünftig werden diese neben einander existieren und können sich ergänzen.

Pamela Oberhuemer stellt einen internationalen Vergleich auf und zeigt daran die derzeit bestehenden Defizite der deutschen Ausbildungslandschaft.

2. „Formen der Akademisierung“

Das Kapitel „Formen der Akademisierung“ stellt unterschiedliche Beispiele der hochschulischen frühpädagogischen Ausbildung in Deutschland dar.

Gerwald Wallnöfer eröffnet es mit einer internationalen Perspektive auf die Ziele einer akademischen Ausbildung. Im zweiten Teil seines Artikels stellt er das „Modell Brixen“ vor, einer gemeinsamen Ausbildung von Erzieherinnen und Lehrerinnen.

Christine Labonté und Heinz Cornel stellen den Studiengang „Erziehung und Bildung im Kindesalter an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin vor.

Der berufsbegleitende Studiengang „Bildung und Erziehung im Kindesalter“ an der Hochschule München wird von Gabriela Zink präsentiert.

Mathias Urban stellte das Konzept der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vor. Bei dem internationalen „Joint Master in Early Childhood Education and Care“ liegt der Fokus auf den wissenschaftlichen Fach- und Führungsnachwuchs.

3. „Professionalisierung über Durchlässigkeit“

Durchlässigkeit ist gerade für die Vielfalt im Ausbildungsbereich der Frühpädagogik von Bedeutung. Walburga Freitag erörtert die Bedeutung der Durchlässigkeit im sozialen und pädagogischen Berufsfeld.

Elke Kruse fordert durch die inhaltliche und strukturelle Nähe eine Durchlässigkeit zwischen den Studiengängen Soziale Arbeit und Frühpädagogik.

Pia Schnadt setzt sich intensiv mit der Anrechnung von Kompetenzen ausgebildeter Erzieherinnen auf ein Hochschulstudium auseinander. Sie weist erste Ansätze auf, die eine derartige Anrechnung ermöglichen und dadurch Anreiz für die hochschulische Weiterqualifikation von Erzieherinnen sein kann.

Abschließend beschreibt Sabine Schreiber ihre eigenen Erfahrungen bezüglich ihres Anrechnungsverfahrens an der Alice Salomon Hochschule.

4. „Rahmenbedingungen der Frühpädagogik“

Gute Ausbildung und gute Arbeitsbedingungen sind für eine erfolgreiche Umsetzung Voraussetzung. Am Beispiel der Kommune München zeigt Eleonore Hartl-Grötsch wie viele Vorgaben die Bundesländer und Kommunen benötigen um den Ansprüchen der Frühpädagogik gerecht zu werden.

Stefan Spieker diskutiert über die ökonomischen Rahmenbedingungen der Frühpädagogik und weist darauf hin, dass sich die Trägerlandschaft zukünftig noch stark ändern wird und die bestehenden Träger darauf vorbereitet sein müssen.

Die Vorstellung der Umstrukturierung eines Kitas-Trägers in Berlin durch Regine Schallenberg-Diekmann sowie die Präsentation der Familienbildung in Friedrichshain-Kreuzberg durch Katinka Beber schließen dieses Kapitel ab.

5. „Orte für Kinder – Orte der Frühpädagogik“

Reinhart Wolff beschäftigt sich mit der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft in der Frühpädagogik. Dabei geht es ihm nicht nur um gemeinsame Spiele- und Elternabende, sondern um eine „lebendige demokratische Erziehungs- und Bildungspartnerschaft“.

Susanne Viernickel bringt den Bildungsbegriff für den Krippenbereich in einen neuen Zusammenhang und mit dem der Frühpädagogik in Einklang.

Hilde Köster und Hilde von Balluseck beschreiben zunächst die Fördermöglichkeiten in der Grundschule mit der Perspektive einer „Selbstbildung“ der Kinder. Für die Realisierung dieser Perspektive wird von den beiden eine Zusammenarbeit von Frühpädagoginnen und Lehrerinnen gefordert.

Katharina Nicolai und Stefanie Schwarz greifen in ihrem Artikel „Zwischen allen Stühlen – Frühpädagoginnen in der Praxis“ die ungeklärte Frage auf in welchen Bereichen akademische Frühpädagoginnen eingesetzt werden können und sollen.

6. „Forschung in der Frühpädagogik“

Ursula Rabe-Kleberg verfolgt den Ansatz, dass Forschung unumgänglich für die Professionalisierung der Frühpädagogik ist und somit die Akademisierung verfolgt werden muss.

Iris Nentwig-Gesemann verstärkt die Notwendigkeit der frühpädagogischen Forschung noch mehr, stellt verschiedene Ansätze vor und arbeitet heraus, dass diese für die Weiterentwicklung der Profession und Stärkung des Ansehens benötigt werden.

Lilian Fried stellt eine Studie zur Sprachförderungskompetenz vor. Dabei zeigt sie bestehende aber auch noch ausbaubare Kompetenzen im Erzieherinnenbereich.

Klaus Fröhlich-Gildhoff beschäftigt sich mit der gegenstandsangemessenen Wirkungsforschung. Seine Überlegungen können als Qualitätskriterien genutzt werden und Ergebnisse bewertbar machen.

Karin Wolf-Ostermann zeigt die Verbindung der neuen Studiengänge mit den Vorgaben des Bologna Prozesses, indem erstmalig eine Workload-Erhebung durchgeführt wurde.

Ralf Haderlein bündelt in seinem abschließenden Bericht noch einmal essentielle Aussagen der Tagung und der Podiumsdiskussion.

Fazit

Die Tagungsdokumentation zeigt einen guten Überblick über die derzeitige Diskussion und Umsetzung der Akademisierung der Frühpädagogik. Es kann interessierten Erzieherinnen, Studentinnen, Lehrenden, Arbeitgebern und Trägern einen ersten Einblick in eine sehr breite Diskussion geben. Es wird deutlich, dass viel im Umbruch ist und noch einige Themen offen, dadurch aber auch noch gestaltbar sind.


Rezensentin
Dr. Christine Speth


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Zitiervorschlag
Christine Speth. Rezension vom 27.02.2010 zu: Hilde von Balluseck (Hrsg.): Professionalisierung der Frühpädagogik. Perspektiven, Entwicklungen, Herausforderungen. Verlag Barbara Budrich (Opladen, Berlin, Toronto) 2008. ISBN 978-3-86649-182-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/6881.php, Datum des Zugriffs 29.03.2017.


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