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Lothar Bertels (Hrsg.): Stadtgespräche

Cover Lothar Bertels (Hrsg.): Stadtgespräche. Mit Hans Paul Bahrdt, Ulfert Herlyn, Hartmut Häußermann und Bernhard Schäfers. VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2008. 123 Seiten. ISBN 978-3-531-15946-1. 16,90 EUR.
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Herausgeber

Lothar Bertels, Professor für Stadt- und Regionalsoziologie an der Fernuniversität Hagen, gelingt ein interessantes Unterfangen. In dem kleinen Bändchen sind die Protagonisten der deutschen Nachkriegs-Stadtsoziologie und -forschung versammelt. In Interviews werden sie zu ihren stadtsoziologischen Positionen befragt, zu ihren Erkenntnissen und ihrer biographischen Verortung in der Stadtsoziologie der Nachkriegszeit in unterschiedlichen Phasen der Entwicklung dieser Disziplin.

Thema

Dieses Buch erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die ökonomische und demographische Entwicklung der Stadt und ihre soziokulturellen und sozialräumlichen Integrationspotentiale auf dem Prüfstand stehen. Die Krise der Städte - auch wenn sie schon immer ein Thema der Stadtsoziologie waren - gewinnt eine neue Dimension, die in komplexen Gesellschaften nicht mehr mit einfachen Mustern des Entweder-oder erklärt werden können. Zumindest ist sie nicht mehr vergleichbar mit der Großstadtkritik eines Heinrich Wilhelm Riehl oder anderer Kritiker.

Es geht ja nicht nur um die zum Teil auch krisenhafte Entwicklung der Städte. Es geht auch um die zunehmende Bedeutung der Stadt als Lebensform und Lebensraum für immer mehr Menschen, um Urbanität als Lebensstil, um den sozialen und zugleich bebauten und gestalteten Raum in seinem Verhältnis zu den in ihm handelnden Individuen, in seiner Struktur als öffentlicher und privater Raum - und alles hat sich in den letzten 20 - 30 Jahren gravierend verändert.

Aufbau und Inhalt

Da ist zunächst das Gespräch mit Hans Paul Bahrdt, dem klassischen Soziologen und dem Nestor der bundesrepublikanischen Stadtsoziologie, der sich an den Prämissen der Chicagoer Schule orientiert. Die alte Frage der Chicagoer Schule war ja: Wie verteilt sich eine Bevölkerung in einem sozialen Raum einer Stadt und nach welchen Gesetzmäßigkeiten kann man die soziale Ungleichheit in der horizontalen Verteilung der Bevölkerung im Raum erkennen? Diese Frage hat auch H. P. Bahrdt nie aus den Augen verloren.
Das Verdienst der Stadtsoziologie sieht er in der vielleicht auch neuen Fragestellung, was eigentlich eine Stadt überhaupt und im Verhältnis zu anderen Lebens- und Daseinsformen ausmacht. Nach der Zerstörung der Städte durch den Krieg und mit dem Neuaufbau musste diese Frage gestellt werden, weil die neuen Städte andere Funktionen erfüllten, z. T. auch einen anderen Charakter aufwiesen und einfach anders gebaut wurden, als sie vorher waren. So entstehen auch Stadttypen, die sich nach ihrer jeweiligen städtebaulichen Gestaltung und Raumgestaltung, ihren öffentlichen Räumen und Bauten, ja sogar nach der Logik von Integration und Ausgrenzung unterscheiden lassen.
Und dies erfordert nach Bahrdt nicht nur einen gewissen Pragmatismus, den man den Stadtsoziologen nachsagt, sondern durchaus auch eine theoretische Anstrengung.

Ulfert Herlyn,der empirische Stadtsoziologe und Stadtforscher, greift in seinem Interview auf die Protagonisten der deutschen Soziologie zurück, die sich alle auch mit der Stadt oder doch zumindest mit dem städtischen Raum als Kategorie auseinandergesetzt haben: Max Weber, Werner Sombart, Georg Simmel und Ferdinand Tönnies.
Und er schildert die Forschungssituation in den 50er Jahren, die stark geprägt war durch die Gemeindestudien wie die „Darmstadt-Studie“ und auch geprägt war durch die Auseinandersetzung mit der industriellen Entwicklung und dem Ausbau der Industriestädte, was damals am Beispiel Dortmunds empirisch nachvollzogen wurde.
Herlyns zentrale Studie war die von Plessner inszenierte und von Bahrdt weiter betriebene Studie, die nachvollziehen wollte, wie aus einem Provinzstädtchen Wolfburg eine Industriestadt geworden ist und welche Begleiterscheinungen dieser Wandel mit sich brachte. Schließlich handelte es sich um die erste Stadtgründung nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland. Ähnlich der Situation, die seinerzeit die Chicagoer Schule auf den Weg brachte, ging es in Wolfsburg um die Integration sehr unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen mit einem sehr heterogenen kulturellen und sozialen Hintergrund, deren einziger integrativer Fokus die Fabrik war, die alle miteinander verband. Die gesamte Politik der Stadt, die gesamte Reproduktion des Lebens wurde auf das VW-Werk abgestellt und darauf ausgerichtet.
Und gleichzeitig war eine neue Integrationslogik gefordert, die einerseits eine heterogene Bevölkerung betraf und andererseits gleichzeitig auch die Frage aufwarf, wie man eine Reihe von umliegenden Dörfern in die Stadt integriert und Dörfer zu Stadtteilen werden.
U. Herlyn hat sich schon immer für die sozialen Fragen interessiert, die die Stadtentwicklung mit sich bringt und sein Denken wird sehr stark von den von ihm initiierten und geleiteten Studien geprägt. Die Veränderung der Industriestädte in der Strukturkrise, die damit verbundenen Veränderungen von Urbanität und städtischer Lebensweise, die Bahrdt noch auf die These zuspitzen konnte, dass eine Stadt umso urbaner ist, je mehr Öffentlichkeit und Privatheit auseinander triften - all diese Fragen konnte U. Herlyn in der Wolfsburg-Studie bearbeiten.Dazu gehört auch seine Beschäftigung mit der Entwicklung ostdeutscher Städte nach der Wiedervereinigung und in der Tat hat - so U. Herlyn, - die Stadt- und Gemeindeforschung seinerzeit einen neuen Schub erhalten, zumal sich die Städte in den Zeiten der DDR völlig anders entwickelt hatten als im Westen. Viele Fragen stellt sich nicht mehr; neue Fragen kamen hinzu. Auch und gerade die anderen Integrationsmodi und eine andere Integrationslogik waren für eine Stadtforschung eine Herausforderung, die sich bislang mit der westdeutschen Entwicklungssituation der Städte beschäftigt hat.
Die Stadt - so seine abschließende Bemerkung - wird immer auch ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. So kann man also auch fragen, was passiert mit der industriellen Stadt im Zeitalter der Deindustrialisierung?

Mit Hartmut Häußermann haben wir einen Vertreter der Stadtsoziologie vor uns, der die Diskussion um die Krise der Städte, ihre Spaltung in privilegierte und deprivierte Räume und ihre sozioökonomische Eigendynamik und Integrationskraft wesentlich bestimmt. Und wir haben einen engagierten Verfechter der europäischen Stadt vor uns, der die Sozialstaatlichkeit dieses Stadttyps immer wieder hervorhebt. Als Leiter der Evaluation des Bund-Länder-Programms „Entwicklungsbedarf benachteiligter Quartiere - die soziale Stadt“ ist er auch einem Ansatz verpflichtet, der die soziale Integrationsmöglichkeiten und -potentiale der Stadt für alle Bevölkerungsgruppen und insbesondere für die sozial Schwachen auszuloten und zu verbessern versucht.
Der Verfechter einer schrumpfenden Stadt, die auch etwas Positives hat, und gleichzeitig das Verhaftet-Sein in das Denken von der europäischen Stadt her haben hier einen besonderen Reiz. In der Tat - so Häußermann - bietet die schrumpfende Stadt auch Chancen für eine neue sozialräumliche Verteilung von Bevölkerung und Funktionen, eine andere sozialintegrative Entwicklung und sie eröffnet vor allem auch für die städtebauliche Gestaltung und für die Gestaltung öffentlicher Räume neue Möglichkeiten.
Bei seinem Plädoyer für die europäische Stadt bezieht sich bei Häußermann nicht nur auf ihre Sozialstaatlichkeit; vielmehr kommt auch im Vergleich mit den amerikanischen Städten immer heraus, was es ausmacht, dass eine Stadt einen Kern hat, eine Innenstadt kennt, die integriert, strukturiert und auch eine sozialräumliche Bedingung der Entfaltung von Urbanität als Lebensstil ist.
Und für die Stadt war immer auch typisch, dass sich in ihr sehr unterschiedliche Menschen unter den Bedingungen „unvollständiger Integration“ (Bahrdt) getroffen haben. Häußermann warnt im Grunde vor einer Entmischung und einer Reduzierung dieser Form von Heterogenität, weil sie dann auch nicht mehr die Vielfältigkeit und Komplexität städtischen Lebens ausbildet, die die Stadt ausmacht und von jeher vom Land oder ländlichen Lebensstil getrennt hat.
Gerade auch der Stadt-Land-Unterschied als erfahrene Differenz des Lebens wird von ihm zwar nicht immer thematisiert, aber mit dem Begriff der Zwischen-Stadt (Sievert) wird ja deutlich, dass es verstädterte Agglomerationen gibt, die weder Stadt noch Land sind.
Schließlich plädiert Häußermann in der Stadtforschung für einen interdisziplinären Zugang vieler Wissenschaftsbereiche zu dem Phänomen Stadt. Und die Frage ist, was müssen wir jeweils von den anderen lernen, um zu begreifen, was eine Stadt als baulich gestaltete, räumlich strukturierte Lebenswelt ausmacht, die ihre ökonomische, soziale und kulturelle Eigendynamik von Integration und Desintegration entwickelt.

Eine andere Ausrichtung der Stadtsoziologie vertritt Bernhard Schäfers. Als Architektursoziologe interessiert ihn eher die bauliche Gestalt der Stadt, repräsentiert durch ihre öffentlichen Bauten und repräsentativen Gebäudekomplexe. Die Architektursoziologie sei näher am Gebäude und am sozialen Handeln - so B. Schäfers in seinem Interview. In der Tat ist es die Gestalt des Raumes, die den Habitus beeinflusst - deshalb handelt der Großstädter anders als der Bewohner von Kleinstädten und Dörfern. Auch Schäfers greift auf die Klassiker der Stadtsoziologie zurück, insbesondere auf G. Simmel, der in seinen Essays immer wieder die Verhaltensweisen des Städters an urbane Strukturen, Bauten, Räume zurück gebunden hat oder auf H. W. Riehl, der als Volkskundler die Stadt in ihren je spezifischen Präsentationsformen der Straßen und Plätze hochinteressant reflektiert. Überhaupt haben es B. Schäfers die öffentlichen Plätze angetan - und sie sind es ja auch, über die sich eine Stadt als die je besondere Stadt in ihrem eigenen Charakter darstellt und dem Fremden auch präsentiert.
Eine Architektursoziologie, die in ihrem Kern ohne Symbole nicht auskommt, muss sich auch an Klassikern wie Norbert Elias orientieren. Die Frage, die in dessen Denktradition weiter entwickelt wurde, war ja, wie sich menschliches Verhalten in Abhängigkeit der Deutungen ergibt, die die Menschen den Bauten, den Räumen, den Plätzen und Straßen als dort jeweils relevant Handelnde geben.
B. Schäfers bindet in seinen Ausführungen diese Überlegungen auch immer wieder historisch ein, erklärt die Strukturen und Verhaltensmuster aus ihrer Entwicklungsgeschichte heraus und nur so wird auch das Prozesshafte verstehbar, das die Dynamik einer Stadt bestimmt.
Interessant ist auch - und darauf verweist B. Schäfers -, dass die Gartenstadtbewegung nicht etwa in der Romantik ihren Platz hat, sondern eine architektonische Antwort war auf industrielle Verstädterung - z. T. auch auf die mit der Industriestadt verbundenen fehlenden Urbanität. Von Howards Modell in England über Dresden/Hellerau und Karlsruhe/ Rüppurr war die Gartenstadt eine Idee einer an die Metropole angeschlossenen autarken Stadt. Und auch hier greift Schäfers auf das klassische Vorbild der griechischen Mutterstadt (Metropole) mit ihren Trabanten zurück.
Architektur hat etwas mit Ästhetik zu tun, mit einer Ästhetik der Gestaltung. Und Architektursoziologie muss diese Ästhetik in den Raum der Stadt tragen, muss Einfluss nehmen auf die Ästhetik der Bauten, der Plätze etc. Nur durch diese Ästhetik wird der je eigentliche Charakter der Stadt deutlich. Wir müssen diese Ästhetik - so das abschließende Plädoyer Schäfers - schon sehr früh in die Köpfe der Kinder hintragen. Über die Gestaltung ihrer Wohnung, ihres Wohnumfeldes lernen sie vieles, was sie später für die ästhetische Beurteilung von Bauten, öffentlichen Räumen und städtebaulichen Strukturen wissen müssen.

Diskussion

Mit Lothar Bertels haben wir einen sachkundigen und differenziert und zugleich sensibel fragenden Interviewer vor uns, der mit seinen Fragen Biographisches zusammen bringt mit dem Denkhorizont der jeweiligen Zeit, in der diese Protagonisten jeweils ihr Leben deuteten vor dem Hintergrund der jeweiligen Stadtentwicklungsgeschichte und dem Selbstverständnis, mit der man Stadt als Lebensraum begriffen hat. Deutlich wird dies vor allem im Unterschied zwischen Hans Paul Bahrdt und der anderen Protagonisten, die ja auch einer nachfolgenden Generation angehören, die sich mit einem anderen Stadt(entwicklungs)verständnis auseinandersetzen musste. Die Folgen industrieller Verstädterung, die sich bereits im Nachkriegsdeutschland andeuteten und die die Soziologie auch schon sehr früh auf den Plan gerufen hat, hatten in der unmittelbaren Nachkriegs- und Aufbauperiode eine andere Dynamik als später in einem wohlfahrtsstaatlich organisierten und etablierten gesellschaftlichen Arrangement einer Bundesrepublik Deutschland der 60er,70er und 80er Jahre. Und wenn man auch an Häußermanns Ausführungen anknüpft, dass sich die Integrations- Ausgrenzungs- und Verteilungsdynamik der Städte bis heute verändert, dann haben wir noch mal eine andere Situation vor uns.

Fazit

Lothar Bertels legt eine anregende Lektüre vor, die dem Kenner der Stadtsoziologie noch einmal auch vertiefende Einblicke in den Zusammenhang von Biographie und Erkenntnisinteresse gibt und die zugleich dem Interessierten einen „niedrigschwelligen“ Zugang zu zentralen Fragen der Stadtsoziologie ermöglicht.

Die Interviews machen deutlich, wie sehr der Deutungsrahmen von Stadt mit den jeweiligen Wissensbeständen und Erfahrungen im urbanen Kontext der jeweiligen Protagonisten zusammenhängt.

Und wenn die Stadt mehr sein soll, als der Wegbereiter für Zivilisation und Fortschritt, wenn sie die dominante Lebensform sein und bleiben soll, dann ist sie weder durch Stadtplanung, noch durch Architektur, Kulturgeschichte oder durch die Gestaltung des Sozialräumlichen alleine zu beschreiben. Nur in der dialektischen Verbindung all dieser Disziplinen und Aspekte lässt sich ihre Gestalt und ihre Eigendynamik hinreichend beschreiben und analysieren.

Dieses Fazit lässt sich bei aller Unterschiedlichkeit der Forschungsschwerpunkte und der Erkenntnisinteressen für alle Interviewten ziehen.

Mit „Stadtgespräche“ ist eigentlich auch etwas ganz anderes gelungen, als das, was wir in der stadtsoziologischen Literatur auch gelungen nennen würden, aber einen völlig anderen Charakter hat.


Rezensent
Prof. Dr. Detlef Baum
Professor für Soziologie mit den Schwerpunkten Soziale Probleme, Kommunale Sozialpolitik, Stadtsoziologie, insbesondere Soziale Probleme der Stadtentwicklung, Segregationsprozesse, Stadtumbau
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Zitiervorschlag
Detlef Baum. Rezension vom 16.06.2009 zu: Lothar Bertels (Hrsg.): Stadtgespräche. Mit Hans Paul Bahrdt, Ulfert Herlyn, Hartmut Häußermann und Bernhard Schäfers. VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2008. ISBN 978-3-531-15946-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/7099.php, Datum des Zugriffs 17.10.2018.


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