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Elke Wild, Judith Gerber: Einführung in die pädagogische Psychologie

Cover Elke Wild, Judith Gerber: Einführung in die pädagogische Psychologie. Verlag Barbara Budrich (Opladen, Berlin, Toronto) 2008. 2., durchgesehene Auflage. 222 Seiten. ISBN 978-3-8252-8327-8. 14,90 EUR, CH: 26,80 sFr.

UTB Reihe: Einführungstexte Erziehungswissenschaft - Band 7. UTB - 8327.
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Autorinnen

Frau Prof. Dr. Elke Wild ist als Universitätsprofessorin für Pädagogische Psychologie an der Universität Bielefeld tätig. Frau Dr. Judith Gerber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Pädagogische Psychologie an der Universität Bielefeld.

Thema

Das Buch „Einführung in die Pädagogische Psychologie“ richtet sich vor allem an Studierende der Psychologie und angrenzender Fachrichtungen wie Pädagogik oder vergleichbare Sozialwissenschaften sowie an interessierte Praktiker.

Grundlegendes Ziel des Buches ist das Aufzeigen von thematischen und praktischen Bereichen, in denen pädagogisch-psychologisches Fachwissen Anwendung findet. Überblicksartig werden traditionelle und aktuelle Forschungsfelder der Pädagogischen Psychologie vorgestellt. Daneben werden Querbezüge zwischen Lern- und Entwicklungskontexten sowie verschiedenen Funktionsbereichen der Entwicklung aufgezeigt.

Aufbau und Inhalt

  1. Im ersten Kapitel erläutern die Autorinnen kurz und prägnant die Inhalte des Buches. Sie nennen wichtige Forschungsthemen für Pädagogische Psychologen und begründen stichpunktartig die Auswahl der Themen sowie deren Relevanz für angehende und fortgeschrittene Praktiker.
  2. An dieser Stelle folgt ein kurzer geschichtlicher Abriss des Fachs. Auf sechs Seiten werden die Anfänge und Entwicklungsetappen der Pädagogischen Psychologie besprochen sowie ein kurzer Exkurs in die Welt des wissenschaftlichen Arbeitens, der Hypothesenbildung und der Methodik unternommen. Dieser Abriss dient jedoch nur der Übersicht und will noch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und Erfassung aller relevanten historischen Ereignisse erfüllen.
  3. Nachfolgend werden ausgewählte aktuelle Forschungsgebiete dargelegt. Die Autorinnen betonen dabei, dass das Augenmerk der Betrachtungen auf dem psychischen Erleben und Verhalten von Personen in pädagogischen Kontexten sowie der „lernenden Person“ liegt.
    Zunächst werden „Wege zum Wissen“ aufgezeigt, bei denen die Themen Bildung, selbstreguliertes Lernen und Lernmotivation beleuchtet werden. Wesentliche Gedächtnis- und Speicherprozesse, Wahrnehmungsfunktionen und die Optimierung von Unterrichtsmethoden werden aufgeführt, jedoch nicht in Gänze diskutiert. Durch das Bestreben, alle Inhalte des pädagogisch-psychologischen Feldes anzuführen, erscheint das auch unmöglich. Besser gelingt das den Autorinnen bei den Themen selbstreguliertes Lernen und Lernmotivation. Die Aufzählung und Gliederung verschiedener Lernstrategien, Hinweise zu deren Selbstaneignung sowie der Bezug zu belegten psychologischen Konzepten runden das Thema inhaltlich ab. Ein großer Abschnitt wird den Themen kooperatives Lernen und der Rolle des Elternhauses gewidmet, da beide eine immanente Rolle für die Kindesentwicklung spielen. Die Themen Persönlichkeitsentwicklung und Erziehung werden ebenfalls beleuchtet. Erörtert werden an dieser Stelle grundlegende Erziehungsziele, -methoden und –forschung sowie systemische und interaktionistische Theorieansätze von Erziehung.
    Im Folgenden formulieren die Autorinnen eine „Anleitung zum Glücklichsein“, in der sie die Anlässe, Formen und Adressaten von Beratungs- und Interventionsmaßnahmen anführen. Mit einem leichten Augenzwinkern werfen sie einen Blick auf die Möglichkeiten therapeutischer Hilfestellungen und die Mittel beraterischer Tätigkeit. Auch Lern- und Leistungsprobleme sowie Verhaltensauffälligkeiten geben Anlass für unterstützende Angebote und werden demzufolge an dieser Stelle angesprochen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Diagnostik entsprechender Problematiken und deren Interventionsmöglichkeiten, wobei vor allem dem en vogue- Phänomen Hyperaktivität viel Raum gewidmet wird.
    Am Ende des Kapitels wird ein wesentliches Wirkungsfeld der Pädagogischen Psychologie beleuchtet: die Evaluation Sie dient der kontinuierlichen Qualitätssicherung und –entwicklung. Wie und wen es zu evaluieren gilt, erfährt der Leser in komprimierter Form und unterlegt mit fundierten Beispielen.

  4. Anhand einiger Berufsfelder soll aufgezeigt werden, inwiefern die Kenntnis pädagogisch-psychologischer Theorien und Befunde zu einer professionellen Berufsausübung beizutragen vermag. Bei den bildungsbezogenen Berufsfeldern werden einige Beispiele genannt, jedoch nur die Beratung im Hochschulkontext angerissen. Amüsant an dieser Stelle: die satirische Analyse rhetorischer Kompetenzen verschiedener Berufsgruppen.
    Im letzten Teil finden sich zudem Verweise auf Erziehungs- und schulpsychologische Beratung, welche gerade im Zuge zunehmender Leistungs- und Entwicklungsstörungen einen erhöhten Stellenwert einnimmt.

Diskussion

Neben Fragen des Lehrens und Lernens werden die Bereiche Persönlichkeitsentwicklung und Erziehung, Diagnostik und Beratung sowie Evaluation auf dem aktuellen Forschungsstand näher erläutert. Aufbauend werden schließlich ausgewählte Berufsfelder vorgestellt, in denen pädagogisch-psychologisches Wissen essentiell für den beruflichen Erfolg und die eigene Professionalisierung ist. Ein spezifisches Anliegen des Buches ist es, neben der Vermittlung theoretischer Grundlagen Hilfestellungen zur praktischen Umsetzung pädagogisch-psychologischer Erkenntnisse zu geben. Sehr leserfreundlich sind die Zusammenfassungen am Abschluss eines jeden Kapitels sowie die Bereitstellung weiterführender Literaturangaben. Durch die übersichtliche Struktur, viele graphische Darstellungen und die Nutzung didaktischer Gestaltungsprinzipien ermöglicht das Buch dem Leser einen angenehmen Zugang zu einem komplexen Forschungsgebiet.

Fazit

Das Buch führt kenntnisreich in angenehmer und leicht verständlicher Form in das weite Feld der Pädagogischen Psychologie ein. Dabei beleuchtet es die vorrangig psychologischen Grundlagen des Lehrens und Lernens. Dennoch bleibt die pädagogische Praxis mittels zahlreicher Beispiele im Blick. Es wird zugleich das entsprechende Rüstzeug geliefert, um die wichtigen theoretischen psychologischen Grundlagenprozesse und das Anwendungsgeschehen zu verstehen. Sowohl für angehende aber auch praktizierende Pädagogen und Psychologen stellt das Buch ein sehr nützliches Utensil für die aktuelle und zukünftige Arbeit dar.


Rezensent
Prof. Dr. Meinrad Armbruster


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Zitiervorschlag
Meinrad Armbruster. Rezension vom 08.02.2010 zu: Elke Wild, Judith Gerber: Einführung in die pädagogische Psychologie. Verlag Barbara Budrich (Opladen, Berlin, Toronto) 2008. 2., durchgesehene Auflage. ISBN 978-3-8252-8327-8. UTB Reihe: Einführungstexte Erziehungswissenschaft - Band 7. UTB - 8327. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/7322.php, Datum des Zugriffs 20.10.2018.


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