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Armin Schneider: Forschungs­perspektiven in der sozialen Arbeit

Cover Armin Schneider: Forschungsperspektiven in der sozialen Arbeit. Wochenschau Verlag (Frankfurt am Main) 2009. 143 Seiten. ISBN 978-3-89974-469-9. 9,80 EUR.

Reihe: Wochenschau Studium. Gundlagen sozialer Arbeit.
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Thema

Soziale Arbeit ist auf vielfältige Weise mit Forschung und Forschungsthemen konfrontiert. Einerseits nutzt sie die Ergebnisse von Forschung, andererseits ist sie selbst Gegenstand von Forschung. Wie breit die Schnittmenge zwischen dem Sektor der sozialen Arbeit und dem Forschungsbereich ist, welcher Implikationen sich daraus ergebenden und welche noch nicht genutzten Potenziale zwischen Forschung und sozialer Arbeit vorliegen, will dieses Buch aufzeigen.

Entstehungshintergrund

Hintergrund der Entstehung dieses Buches ist der Umstand, dass grundlegende Orientierungen zum Thema „Forschung und Soziale“ Arbeit nicht in hinreichendem Maße vorliegen, gleichzeitig mit der Positionierung Sozialer Arbeit im Zeitalter von Neuer Steuerung und verschärften Allokationskonflikten forschungsbezogene Perspektiven dieses Handlungsfelds dringend professionalisiert werden müssen. Das Buch versteht sich diesbezüglich als ein einführendes Werk, das die wesentlichen Informationen zum Thema auf knappen Raum vermitteln soll und den interessierten ein Instrumentarium an die Hand geben will, im Bereich der Forschungsperspektiven an Stilsicherheit zu gewinnen. Gleichzeitig soll mit dieser Publikation bei Studierenden und Praktikern die Neugierde auf Forschung geweckt werden.

Aufbau …

Das Buch ist übersichtlich in neun Kapitel gegliedert. Nach der Einleitung erfolgt zunächst ein Überblick zu Forschung als Bestandteil der Professionalität sozialer Arbeit. Im Anschluss hieran werden Forschungslücken hervorgehoben und Forschungsverfahren beschrieben. Forschungsdesigns, Werkzeuge zur Datenerhebung sowie Analyse, Dokumentation und Präsentation sind Gegenstand der weiteren Abschnitte, bevor mit Blick auf Forschungsperspektiven auch Veränderungsnotwendigkeiten und diesbezügliche Chancen für die weitere Professionalisierung Sozialer Arbeit thematisiert werden und ein Anhang die Publikation beschließt.

… und Inhalt

Im Abschnitt »Forschung als Bestandteil der Professionalität sozialer Arbeit« gelingt es dem Autor, transparent und auf knappen Raum die Relevanz von wissenschaftlichem Arbeiten und Forschung für den Sektor der Sozialen Arbeit zu erläutern. Dabei wird deutlich, wie unerlässlich Forschung für die Entwicklung von Sozialer Arbeit als Profession und als professionelles Arbeitsfeld zugleich ist.

Im Abschnitt »Forschungstypen« werden prägnante Skizzen von Evaluation als Forschung in der Praxis, von Handlungsforschung als Forschung mit der Praxis sowie von Grundlagenforschung und Sozialberichterstattung als Forschung für die Praxis der Sozialen Arbeit gegeben. Hierbei zeigt sich anschaulich die Vielfalt der Einbettung Sozialer Arbeit in Forschungszusammenhänge einerseits, das Potenzial von Forschung für die substantielle Weiterentwicklung von Sozialer Arbeit andererseits. Von Evaluation bis zur Sozialberichterstattung wird hier ein breites Spektrum an Formen und Typen angemessen dargelegt und zurecht darauf verwiesen, dass Soziale Arbeit in vielfältiger Hinsicht Verwertungsinteressen wahrnehmen kann, aber natürlich auch selbst Gegenstand von Forschung sein muss. Insbesondere jener Abschnitt, der sich mit Evaluation beschäftigt, verdeutlicht, dass Forschungsperspektiven in der Sozialen Arbeit auch wesentlicher Gegenstand der Ausbildung im Hochschulbereich bleiben muss.

Diskussion

Armin Schneider gelingt es, sowohl den quantitativen als auch den qualitativen Ansatz der Sozialforschung mit ihren wesentlichen Kennzeichen und Implikationen auf das Wesentliche bezogen zu vermitteln. Dabei wird auch verständlich, dass gerade im komplexen Feld der Sozialen Arbeit methodischer Sachverstand mit fachlichem Wissen verbunden werden muss, um beispielsweise bei der Bestimmung von Wirkung Sozialer Arbeit nützliche Ergebnisse durch qualitative oder quantitative Forschung zu produzieren. Wichtig erscheint uns auch noch in diesem Zusammenhang hervorzuheben, dass der Autor die unterschiedlichen Ansätze der empirischen Sozialforschung nicht ausschließlich affirmativ referiert, sondern zu den besonderen Schwierigkeiten sowie den Grenzen quantitativer wie qualitativer Ansätze in seiner Darstellung ein ausgewogenes Verhältnis pflegt. Gerade in diesem Abschnitt wäre es sicherlich wünschenswert gewesen, mehr zur Übertragbarkeit auf das Feld der Sozialen Arbeit zu lesen. Allerdings muss daran erinnert werden, dass es sich bei dieser Publikation um eine Übersicht zu den Forschungsperspektiven in der sozialen Arbeit handelt, und nicht um ein Lehrbuch zur Methodik der empirischen Sozialforschung. Nützlich sind auch hier die am Ende der jeweiligen Abschnitte angegebenen Hinweise zu weiterführender Literatur. Da den Studierenden insbesondere von Bachelorstudiengängen der sozialen Arbeit auch die Relevanz von Forschungsplanungen und der Methoden beziehungsweise des Methodeneinsatzes nahe gebracht werden muss, ist es sehr zu begrüßen, dass diesen beiden Aspekten jeweils ein weiteres Kapitel gewidmet wurde. Auch hier gelingt es dem Autor, knapp aber präzise das Wissenswerte zu vermitteln. Im Anhang sind noch ein Glossar sowie ein aktuelles Verzeichnis einschlägiger Literatur enthalten.

Zielgruppe

Neben Praktikern kann diese Publikation insbesondere Studierenden in Bachelorstudiengängen Soziale Arbeit empfohlen werden. Das Buch ist als Lektüre für solche Studierende zu empfehlen, die einen kompakten Überblick zu Forschungsperspektiven und Forschungsgrundlagen in der Sozialen Arbeit suchen. Die fachliche Qualifikation des Autors ist in Bezug auf dieses Thema exzellent, es ist ihm mit diesem Buch gelungen, auf knappen Raum die zentralen Themen von Forschung und Soziale Arbeit auch mit dem notwendigen Blick auf Probleme und Grenzen der Forschung im Sozialsektor zu vermitteln.

Fazit

Die Publikation von Armin Schneider ist ein informatives und stilistisch ausgezeichnetes Werk zu einem wichtigen Thema im Sozialen Sektor, das Buch ist als ein guter Beitrag zur Fortentwicklung von Professionalität in der Sozialen Arbeit zu empfehlen.


Rezension von
Prof. Dr. Harald Christa
Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule Dresden mit Schwerpunkt Sozio-Marketing, Strategisches Management, Qualitätsmanagement/ fachliches Controlling.
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Zitiervorschlag
Harald Christa. Rezension vom 14.02.2009 zu: Armin Schneider: Forschungsperspektiven in der sozialen Arbeit. Wochenschau Verlag (Frankfurt am Main) 2009. ISBN 978-3-89974-469-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/7341.php, Datum des Zugriffs 08.07.2020.


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