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Peter Joraschky u.a. (Hrsg.): Körperorientierte Diagnostik und Psychotherapie bei Essstörungen

Cover Peter Joraschky u.a. (Hrsg.): Körperorientierte Diagnostik und Psychotherapie bei Essstörungen. Psychosozial-Verlag (Gießen) 2008. 293 Seiten. ISBN 978-3-89806-813-0. D: 36,90 EUR, A: 38,00 EUR, CH: 63,00 sFr.

Reihe: Forschung psychosozial.
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Herausgeber und Herausgeberinnen, Autorinnen und Autoren

  • Prof. Dr.med. Peter Joraschky ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden.
  • Prof. Dr.med. Hedda Lausberg ist Fachärztin für Neurologie, Psychosomatische Medizin, Psychotherapie und Psychiatrie. Sie arbeitet als Diplom-Tanztherapeutin in Jena.
  • PD Dr.phil. Karin Pöhlmann ist psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie).

Das Buch enthält Beiträge folgender Autorinnen und Autoren: Angela von Arnim, Dieter Benninghoven, Wolfgang Beudels, Martina de Zwaan, Marianne Eberhard-Kaechele, Wolfgang Herzog, Gerd Hölter, Peter Joraschky, Birgit Kluck-Puttendörfer, Hedda Lausberg, Tanja Legenbauer, Rudolf Maaser, Christoph Nikendei, Karin Pöhlmann, Frank Röhricht, Michel Probst, Paul Thiel, Svenja Troska, Brunna Tuschen-Caffier und Ralf Vogt.

Aufbau und Inhalt

Zunächst beschreiben Christoph Nikendei, Wolfgang Herzog & Peter Joraschky die Krankheitsbilder Anorexia und Bulimia nervosa. Psychoanalytische Erklärungsmodelle haben dabei Vorrang.

Es folgt ein Kapitel über „Theorien zum Körpererleben und ihre Bedeutung für das Körpererleben von Patienten mit Essstörungen“ von Peter Joraschky & Karin Pöhlmann, in dem vorwiegend das psychoanalytische Konzept des Körperbildes beschrieben wird.

Dann beschreibt Brunna Tuschen-Caffier Körperbildstörungen bei Essstörungen. Ihr Ansatz folgt hauptsächlich verhaltenstheoretischen Konzepten.

Mit dem Thema „Klinisches Management und Psychotherapie bei Essstörungen“ befasst sich anschließend Frank Röhricht. Er schildert dabei u.a. die Ergebnisse einer von ihm durchgeführten Literatur-Datenbank-Recherche, auch werden „Guideslines“ zur Behandlung von Essstörungen dargestellt.

In der Folge stellen Karin Pöhlmann, Paul Thiel & Peter Joraschky die Entwicklung und Validierung des Dresdner Körperbildfragensbogens (DKB-35) dar.

In einem interessanten Kapitel von Dieter Benninghoven geht es um Körperbilder esssgestörter Patientinnen und ihrer Väter sowie um eine Zusammenfassung empirischer Studien dazu.

Mit körper- sowie bewegungsbezogenem Verhalten und Erleben von anorektischen jungen Frauen beschäftigen sich im Anschluss Gerd Hölter, Svenja Troska & Wolfgang Beudels. Sie beschreiben dabei eine Studie, die der Frage nachging, ob sich „klinisch behandelte, anorektisch erkrankte und nicht erkrankte Probandinnen im Hinblick auf ihre Bewegungsregulation unterscheiden“ (S. 101).

Hedda Lausberg befasst sich dann mit Bewegungsdiagnostik und –therapie in der Behandlung von Körperbildstörungen bei PatientInnen mit Essstörungen. Dabei werden u.a. auch Bewegungsdiagnosetests und Bewegungsanalysesysteme dargestellt.

Danach erläutert Michel Probst kurz allgemeine Aspekte, Zielsetzungen und Techniken (Entspannungs- und Atemübungen, Formen von Massage, Rollenspiel und Psychodramatechniken, Tanz und kreative Bewegung; Sensory Awareness Training; Spiegelübungen etc.) von Körpertherapien.

Birgit Kluck-Puttendörfer gibt eine Einführung in Diagnostik und Körpertherapie bei Essstörungen auf der Grundlage der Konzentrativen Bewegungstherapie (KBT).

Marianne Eberhard-Kaechele beschreibt tanz- und ausdruckstherapeutische Diagnostik und Therapie bei Essstörungen, Rudolf Maaser befasst sich anschließend mit dem Thema „analytische Körperpsychotherapie“ und dann folgt ein Kapitel von Angela von Arnim mit dem Titel „Funktionelle Entspannung bei Patientinnen mit Anorexia nervosa“.

Mit körper- und traumaorientierter Psychotherapie unter „Berücksichtigung besonderer Settings für Anorexia-Nervosa-Patienten“ (S. 255) beschäftigt sich Ralf Vogt.

Martina de Zwaan & Tanja Legenbauer thematisieren sehr oberflächlich, recht technisch und wenig fundiert die Rolle körperorientierter Strategien in der verhaltenstherapeutischen Behandlung bulimischer Patientinnen.

Abschließend kommt noch einmal Frank Röhricht zu Wort, indem er „die Multimodale, körperorientierte Psychotherapie (KPT) der Essstörungen“ darstellt.

Fazit

Körperorientierte Therapieverfahren haben in den letzten Jahren in der Therapie von Essstörungen eine immer größere Bedeutung gewonnen. Dies stellt sicher eine Bereicherung dar. Das vorliegende Buch enthält Aufsätze verschiedener Autorinnen und Autoren zu diesem Thema und diese Aufsätze sind von unterschiedlicher Qualität. Wahrscheinlich hätte es eines noch gründlicheren Lektorats bedurft, um leserInnenfreundlicher, kompakter und in sich stimmiger zu wirken. Das Buch erscheint dennoch durchaus lesenwert, in erster Linie für Fachleute.


Rezensentin
Prof. Dr.phil. Dr.rer.nat. Annemarie Rettenwander
Professorin für Psychologie – Organisationspsychologie, Kommunikationspsychologie und Psychologie der Essstörungen an der Hochschule Niederrhein/ Mönchengladbach
Homepage web.hs-niederrhein.de/oecotrophologie/ueber-den-fac ...


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Zitiervorschlag
Annemarie Rettenwander. Rezension vom 26.11.2009 zu: Peter Joraschky u.a. (Hrsg.): Körperorientierte Diagnostik und Psychotherapie bei Essstörungen. Psychosozial-Verlag (Gießen) 2008. ISBN 978-3-89806-813-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/7552.php, Datum des Zugriffs 23.10.2019.


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