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Bärbel Schlummer, Werner Schlummer: Erfolgreiche Konzeptionsentwicklung in Kindertagesstätten

Rezensiert von Dipl.-Päd. Elke Katharina Klaudy, 20.01.2004

Cover Bärbel Schlummer, Werner Schlummer: Erfolgreiche Konzeptionsentwicklung in Kindertagesstätten ISBN 978-3-497-01653-2

Bärbel Schlummer, Werner Schlummer: Erfolgreiche Konzeptionsentwicklung in Kindertagesstätten. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2003. 150 Seiten. ISBN 978-3-497-01653-2. 21,90 EUR.

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Zum Thema

Die Anforderungen an Kindertagesstätten sind vielfältig und beinhalten neben der Erziehungs- und Bildungsarbeit mit den Kindern auch die Zusammenarbeit mit z.B. Trägern, Eltern und anderen Institutionen. Dies stellt hohe Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte, die darüber hinaus aufgefordert sind ihre Arbeit, angelehnt an den Anforderungen der Zeit und den Bedürfnissen ihrer "Kunden", weiter zu entwickeln. Dabei setzt professionelles, zielgerichtetes pädagogisches Handeln ein klares Konzept voraus, das die Grundlage für eine solide Arbeit im Team, mit den Kindern und anderen an der Erziehung Beteiligten bildet.

Obwohl die MitarbeiterInnen von Kindertageseinrichtungen schon lange gefordert sind eine Gesamtkonzeption für ihre Einrichtung zu erarbeiten und diese auch zu dokumentieren, wird diese Arbeit von viel Unsicherheit begleitet. Vielfach sind es gerade diese Unsicherheiten, die einen Abbruch der Konzeptionsentwicklung bewirken oder sogar den Beginn behindern. Bei der Suche nach strukturellen Hilfen ist jedoch auffällig, dass zwar viel über die Entwicklung der Qualität geschrieben und veröffentlicht wird, die Zahl von Veröffentlichungen zum Prozess der Entwicklung von Einrichtungskonzeptionen aber sehr überschaubar ist.

Das Autorenduo

  • Dr. Bärbel Schlummer, JG. 1951, Erzieherin, Diplom-Sozialpädagogin und Diplom-Supervisorin (DGSv). Langjährige Erfahrungen als Leiterin eines Kindergartens und als Fachberaterin im Bereich Tageseinrichtungen für Kinder. Sie arbeitet als Supervisorin in eigener Praxis und als Fortbildnerin mit den Themenschwerpunkten: Konzeptionsentwicklung, Qualitätsmanagement, Qualifizierung von LeiterInnen im KiTa-Bereich und pädagogische Ansätze.
  • Dr. Werner Schlummer, Jg. 1953, Diplom-Pädagoge und Journalist. Wiss. Mitarbeiter an der Heilpädagogischen Fakultät der Universität zu Köln. Langjährige Erfahrungen im Bereich Tech. Fortbildung: Sozialmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Konzeptionsentwicklung, Behindertenpädagogik.

Inhalte

Bärbel und Werner Schlummer widmen sich in ihrer Veröffentlichung dem systematischen Prozess der Konzeptionsentwicklung. Detailliert werden praktische Schritte zur Konzeptionsentwicklung und ihrer Überarbeitung bzw. Aktualisierung mit konkreten Beispielen und Abbildungen dargestellt und erläutert, wobei die Vielschichtigkeit des Systems Tageseinrichtung für Kinder, der pädagogischen Ansätzen und der eigenen Besonderheit jeder Kindertageseinrichtung nicht aus den Augen verloren wird. So werden neben dem konkreten Prozess der Erarbeitung einer Konzeption auch die aktuelle Situation im Arbeitsfeld Tageseinrichtungen für Kinder, ausgewählte pädagogischer Ansätze, weitere Qualitätsansprüche mit dem Blick auf wichtige Management-Verfahren und Konsequenzen für eine Professionalisierungskampagne dargestellt.

Konzeptionsentwicklung wird dabei als eigenständig einzustufendes Verfahren verstanden, deren Strategien auch auf andere qualitätswirksame Maßnahmen zu übertragen sind.

Kapitel 1: Im Umbruch: Das Arbeitsfeld Tageseinrichtungen für Kinder. Grundlegende Erläuterungen beschreiben zunächst das Arbeitsfeld mit seinen Rahmenbedingungen, pädagogische Ansätze in der Elementarpädagogik (z.B. Situationsansatz, offener Kindergarten, Lebensbezogener Ansatz und Reggio-Pädagogik) und aktuelle Veränderungsprozesse mit ihren Einflüssen und Forderungen an die Einrichtungen.

Kapitel 2: Praktische Schritte zur Umsetzung einer Konzeption und Konzeptionsentwicklung. Mit einer Standortklärung werden die ersten praktischen Schritte zur Umsetzung einer Konzeption und Konzeptionsentwicklung dargestellt. Es werden zentrale Begriffe erläutert, die Funktionen einer Konzeption auf soziale Organisationen dargestellt und ein konkreter Wegweiser für eine Konzeptionsentwicklung beschrieben. Zur bildhaften Darstellung dienen Beispiele aus erstellten Konzeptionen und eine Mustergliederung.

Kapitel 3: Schlüssel zur erfolgreichen Konzeptionsentwicklung. Für eine systematische Konzeptionsentwicklung werden acht Schlüsselkategorien vorgestellt, die ein theoretisches Gerüst einer Konzeptionsentwicklung bilden. Die dargestellten Inhalte sollen zu einer Professionalisierung von ErzieherInnen beitragen und tun dieses auch. Entwickelt wurden die Schlüsselkategorien mit Hilfe eigener Beobachtungen und Untersuchungen der Autorin und des Autors mit z.B. LeiterInnen und ErzieherInnen, FachberaterInnen und FortbildnerInnen zu den jeweiligen Erfahrungen mit Konzeptionsentwicklungen. Die dargestellten Kernkategorien sind demnach direkt an den Erfordernissen von Kindertageseinrichtungen angelehnt und ermöglichen eine kritische und konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema der jeweiligen Tageseinrichtung für Kinder.

Kapitel 4: Die Qualitätsansprüche: Der Blick auf wichtige Management-Verfahren. Der professionelle Betrieb einer Tageseinrichtung für Kinder und deren Qualitätsansprüche erfordert zunehmend auch Management-Kenntnisse von Leiterinnen und pädagogischem Fachpersonal. Da ein Grundverständnis über verschiedene Verfahren (Organisations- und Personalentwicklung, Projektmanagement sowie Qualitäts- und Sozialmanagement) helfen soll Zusammenhänge zur Konzeptionsentwicklung zu erkennen und dadurch den Blick auf Wesentliches zu stärken, werden diese Verfahren in ihrem Wesen und ihrer Zielsetzung vorgestellt.

Kapitel 5: Im Blickpunkt: Konsequenzen für eine Professionalisierungskampagne. Der inhaltliche Abschuss der Veröffentlichung wird durch eine Zusammenstellung von Kernkompetenzen gebildet, die sich aus den Schlüsselkategorien ergeben und für die Entwicklung eines umfassenden und praxisnahen Leistungs- und Qualitätsprofils in der Tageseinrichtung für Kinder ausschlaggebend sind. Zu den beschriebenen Kernkompetenzen zählen: "Prozesskompetenz ausbauen", "Sich Konflikten offensiv stellen", "Handlungskompetenzen erweitern", "Theoretische Erkenntnisse in Alltagssituationen nutzen", Signale nach innen und außen setzen", "Ergebnisorientierte Qualitätsansprüche verwirklichen" und "Leitbilder in Konzeptionsentwicklung integrieren".

Fazit

Mit "Erfolgreiche Konzeptionsentwicklung in Kindertagesstätten" leisten Bärbel und Werner Schlummer einen Beitrag zur Professionalisierung im Arbeitsfeld Tageseinrichtungen für Kinder. Die systematische Darstellung der unterschiedlichen Aspekte von Konzeptionsentwicklung ermöglicht, Nähe und Distanz zu anderen qualitätsorientierten Maßnahmen zu nutzen und entsprechende Erkenntnisse aus der Erstellung auf andere qualitätswirksame Maßnahmen zu übertragen. Insgesamt handelt es sich bei diesem wichtigen Beitrag zur Steigerung der Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder um ein theoretisch fundiertes Werk, dessen Inhalte auf die unterschiedlichsten Kindertageseinrichtungen anwendbar sind. Eine Fülle von Beispielen stellen den Bezug zur Praxis dar und animieren interessierte Leser und Leserinnen zur Übertragung auf den eigenen Prozess der Konzeptionsentwicklung.

Die Veröffentlichung eignet sich nicht nur zur Professionalisierung von Fachkräften in Tageseinrichtungen für Kinder, sondern auch für andere Personengruppen, die interessiert sind an der Entwicklung von Qualität. Dazu gehören Träger- und ElternvertreterInnen, FachberaterInnen, FortbildnerInnen und Lehrende und Lernende in Fach- und Hochschulen ebenso wie andere Interessierte.

Rezension von
Dipl.-Päd. Elke Katharina Klaudy

Es gibt 42 Rezensionen von Elke Katharina Klaudy.

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ISSN 2190-9245