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Virginia Mae Axline: Kinder-Spieltherapie im nicht-direktiven Verfahren

Rezensiert von Dipl. Soz.-Päd. Petra Zimmermann, 11.03.2003

Cover Virginia Mae Axline: Kinder-Spieltherapie im nicht-direktiven Verfahren ISBN 978-3-497-01623-5

Virginia Mae Axline: Kinder-Spieltherapie im nicht-direktiven Verfahren. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2002. 10. Auflage. 342 Seiten. ISBN 978-3-497-01623-5. 25,90 EUR.

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Entstehung des Buchs

Virginia Mae Axline legte mit ihrem Buch "Play Therapy" 1947 den Grundstein für die nicht- direktive Kinderspieltherapie. Dem Verfahren liegt die Auffassung der Humanistischen Psychologie und insbesondere des klinischen Psychologen Carl Rogers (1902-1987) zugrunde. Im personenzentrierten Konzept nach Carl Rogers nimmt der Therapeut eine Haltung ein, welche Empathie, Wertschätzung und Akzeptanz ausdrückt. Als Doktorandin Rogers entwickelte Axline auf dieser Grundlage ein therapeutisches Verfahren, welches Kindern gerecht werden sollte. Es handelt sich um ein handlungsorientiertes Verfahren und unterscheidet sich dadurch maßgeblich von der Erwachsenenpsychotherapie, welche die sprachlich-reflexive Kommunikation in den Vordergrund stellt.

Einführung

Die Autorin setzt Falldarstellungen ein, um anhand dieser Beispiele den Therapieprozess und die Strategien des Therapeuten zu erläutern. Es werden im Einzelnen die Aufgaben eines Spieltherapeuten erläutert, zum Beispiel wie er den Spielprozess des Kindes kommentiert, reflektiert und ins Geschehen eingreift. Der Schwerpunkt dieses Buches liegt auf dem Prinzip des Reflektierens und der Verbalisierung von Gefühlen, um damit den Kindern Einsicht in ihr Verhalten zu vermitteln. Dies verdeutlicht Axline durch die umfangreichen Dialoge im Rahmen der einzelnen aufgeführten Sitzungen. Neben den bereits oben erwähnten Variablen der Empathie, Wertschätzung und Akzeptanz führt sie weitere Grundprinzipien auf, die zu einer angemessenen Beziehungsgestaltung zwischen Kind und Therapeut beitragen. Im nächsten Schritt kommentiert sie die Umsetzung der Grundprinzipien anhand von konkreten Beispielen in einzel- und gruppentherapeutischen Sitzungen und in der Schule.

Aufbau

Das Buch ist in 5 Teile gegliedert:

Teil 1: Einführung

Es werden zur Einführung zwei Fallbeispiele und im Anschluss die wesentlichen Merkmale einer Spieltherapie ausführlich dargestellt.

Teil 2: Die nicht- direktive Spieltherapie Situation und Teilnehmer

Axline klärt die Rahmenbedingungen als Voraussetzung für eine spieltherapeutische Sitzung.

Teil 3: Die Grundprinzipien der nicht- direktiven Spieltherapie

Die Anwendung der einzelnen Prinzipien in der Kindertherapie und insbesondere die Haltung des Therapeuten dem Kind gegenüber werden anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht.

Teil 4: Die Anwendung der therapeutischen Grundprinzipien in der Erziehung

Die Umsetzung des personenzentrierten Konzepts wird am Beispiel Schule verdeutlicht.

Teil 5: Therapieberichte mit Kommentaren

Dabei handelt es sich um detaillierte Therapieberichte über mehrere Sitzungen eines Einzelkontakts, einer Gruppentherapie und der Kombination aus beidem.

Zielgruppen

Das Buch eignet sich für alle, die therapeutisch oder pädagogisch mit Kindern arbeiten und besonders für diejenigen, die sich in der Ausbildung zum personenzentrierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten befinden.

Einschätzung

Das Buch verdeutlicht anhand von unterschiedlichen Fallbeispielen die Vielfalt und Individualität personenzentrierten psychotherapeutischen Handelns. Die theoretischen Grundlagen zum personenzentrierten Konzept sind allgemeinverständlich erklärt und werden immer wieder durch Beispiele aus der Praxis veranschaulicht. Wer allerdings mehr über Diagnostik, Störungslehre, Entwicklungspsychologie und den besonderen Formen des Spiels im jeweiligen Alter von Kindern erfahren möchte, muss auf andere Literatur zurückgreifen.

Das Buch hilft dem Leser vor allem, die Welt mit den Augen des Kindes zu sehen und verschafft ihm einen Einstieg in spieltherapeutische Methoden.

Fazit

Die Autorin liefert mit diesem Buch eine gute Hilfestellung für angehende Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, die sich auf die Praxis vorbereiten wollen.

Rezension von
Dipl. Soz.-Päd. Petra Zimmermann
M.A., Ausbildung in personenzentrierter Beratung für Kinder und Jugendliche
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am RheinAhrCampus Remagen Studiengang Gesundheits- und Sozialwirtschaft
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Es gibt 7 Rezensionen von Petra Zimmermann.

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ISSN 2190-9245