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Manfred Thielen (Hrsg.): Körper - Gefühl - Denken

Rezensiert von Prof. Dr. Ruth Haas, 25.02.2010

Cover Manfred Thielen (Hrsg.): Körper - Gefühl - Denken ISBN 978-3-89806-821-5

Manfred Thielen (Hrsg.): Körper - Gefühl - Denken. Körperpsychotherapie und Selbstregulation. Psychosozial-Verlag GmbH & Co. KG (Gießen) 2009. 406 Seiten. ISBN 978-3-89806-821-5. 39,90 EUR.
Reihe: Therapie & Beratung.

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Thema und Entstehungshintergrund

Körperpsychotherapie, lange Zeit ein Stiefkind der Psychotherapie, findet zunehmend Anerkennung in der psychotherapeutischen Fachwelt. Insbesondere neuere neurowissenschaftliche Publikationen untermauern das zentrale Postulate der Körperpsychotherapie: der Zusammenhangs von körperlichen, kognitiven und emotionalen Prozessen. Dieses Thema wurde mit dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Körperpsychotherapie (DKP), der vom 20. – 23. September 2007 in Berlin stattfand, und mit der vorliegenden Veröffentlichung aufgegriffen. Die Themenschwerpunkte des Kongresses spiegeln sich in den Buchbeiträgen wider.

Herausgeber

Dieser Tagungsband wird von Dr. Manfred Thielen herausgegeben, der das Institut für Körperpsychotherapie Berlin leitet und im Jahr 1996 mit gegründet hat. Er ist des weiteren Mitglied des Vorstandes der Deutschen Psychotherapeutenkammer, seit 2003 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Körperpsychotherapie (DGK) und psychologischer Psychotherapeut mit Ausbildungen in Körperpsychotherapie, tiefenpsychologischer Psychotherapie, Gesprächspsychotherapie und Verhaltenstherapie.

Die zahlreichen Autoren dieses Bandes spiegeln ein breites Spektrum namhafter Fachvertreter der Körperpsychotherapie im deutschen und internationalen Fachdiskurs wieder.

Aufbau und Inhalte

Die Einführung in das Thema erfolgt durch eine grundlegende Diskussion des Themas Selbstregulation in der Körperpsychotherapie. Selbstregulation wird aus den unterschiedlichen Blickwinkeln körperpsychotherapeutischer Ansätze aufgegriffen:

  • reichanische (Heike Buhl),
  • bioenergetische (Ulrich Sollmann),
  • biodynamische (Mona Lisa Boyesen),
  • formativ psychologische (Stanley Keleman),
  • der unitiven (Gustl Marlock),
  • der integrativen (Manfred Thielen) Perspektive etc.

Gustl Marlock setzt sich kritisch mit der psychoanalytisch geprägten Säuglingsforschung auseinander und stellt dieser Sichtweise den Ansatz von Emmi Pikler gegenüber. Dieser zeigt, dass Kinder auch ohne Ko-Regulation durch Eltern erstaunliche selbstregulatorische Kompetenzen entwickeln können.

Manfred Thielen gibt den LeserInnen einen guten Überblick über die Selbstregulationskonzepte in der Körperpsychotherapie.

Der führende Körperpsychotherapeut Stanley Keleman legt dar, wie das persönliche Verhalten durch Prozesse der motorischen Differenzierung auf allen Ebenen menschlicher Beziehung geformt wird.

Die Bedeutung der Emotionsregulation und Emotionserkundung in der Körperpsychotherapie wird durch Ulfried Geuter beleuchtet.

Die Wiederherstellung der Selbstregulation durch biodynamische Massage und Psychoperistaltik wird durch Mona Lisa Boyesen, der Tochter von Gerda Boyesen beschrieben.

Ulrich Sollmann stellt mit dem Konzept der Zeitlupenbewegung eine Methode der bioenergetischen Analyse vor. In diesem Konzept wird mit einer Kombination von systematischer Verlangsamung von Bewegung und der emotionalen Wahrnehmung des Körpers gearbeitet.

Die bekannte Methode der Funktionellen Entspannung als Weg zur Verbesserung der Selbstregulation und Stärkung leiblicher Ressourcen wird von Angel von Arnim beschrieben.

In den weiteren inhaltlichen Schwerpunkten des Buches werden Körperpsychotherapie und Selbstregulation zu den Themen

  • Entwicklungspsychologie (Peter Geißler, Manfred Thielen, Paula Diedrichs, Marianne Ebert Kaechele),
  • Trauma (Christian Gottwald, Anna Willach-Holzapfel, Monika Dressler Bellmund, Ralf Vogt),
  • Psychosomatik (Hans Joachim Maatz),
  • Salutogenese (Margit Grossmann),
  • Wirksamkeitsforschung (Margit Koemeda-Lutz, Bettina Schroeter) und
  • Diagnostik (Peter Heinl)

in Beziehung gesetzt.

Diskussion und Fazit

Der Tagungsband gibt einen guten Einblick in die aktuelle Diskussion zum Thema Körperpsychotherapie und Selbstregulation. Dabei wird einerseits die aktuelle wissenschaftliche Diskussion integriert, Bezüge zu den historische Wurzlen der Körperpsychotherapie aufgegriffen und andererseits werden konkrete Bezüge zur therapeutischen Praxis hergestellt. Allerdings setzt dieses Buch grundlegendes Wissen zur Körperpsychotherapie und Psychotherapie voraus.

Rezension von
Prof. Dr. Ruth Haas
Diplom Motologin, Professorin für prozessorientierte Körper- und Bewegungstherapie an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven im Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit; Sprecherin des Forschungsschwerpunktes zur Entwicklung von Modellen und Standards zur integrierten Versorgung in der Rehabilitation von Menschen mit motorischen Störungen Arbeitsschwerpunkte: Psychomotorische Therapie,Therapieforschung, psychomotorische Entwicklung, bio-psycho-soziale Gesundheitsförderung und Rehabilitation, betriebliche Gesundheitsförderung
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Es gibt 7 Rezensionen von Ruth Haas.

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ISSN 2190-9245