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Doris Rosenkranz, Angelika Weber: Freiwilligenarbeit (Management von Ehrenamtlichen)

Rezensiert von Prof. Dr. Michael Vilain, 07.07.2014

Cover Doris Rosenkranz, Angelika Weber: Freiwilligenarbeit (Management von Ehrenamtlichen) ISBN 978-3-7799-1959-9

Doris Rosenkranz, Angelika Weber: Freiwilligenarbeit. Einführung in das Management von Ehrenamtlichen in der Sozialen Arbeit. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2012. 2., aktualisierte Auflage. 296 Seiten. ISBN 978-3-7799-1959-9. 26,95 EUR.
Grundlagentexte Soziale Berufe.

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Thema

Freiwilligenarbeit. Einführung in das Management von Ehrenamtlichen in der Sozialen Arbeit.

Herausgeberinnen und AutorInnen

Herausgeberinnen: Prof. Dr. Doris Rosenkranz ist Professorin an der Technischen Hochschule Nürnberg. Prof. Dr. Angelika Weber ist Professorin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt.

Neben den beiden Herausgeberinnen kommen weitere 24 Autoren (siehe unten) aus Wissenschaft und Praxis zu Wort.

Entstehungshintergrund

Nach rund zehn Jahren folgt nunmehr die zweite Auflage des 2002 erstmals veröffentlichten Sammelbandes, dessen Anspruch es ist, verschiedene Facetten der Arbeit mit Freiwilligen für Praktiker und Studierende der Sozialen Arbeit aus multidisziplinärer Sicht kaleidoskopartig zu beleuchten (vgl. S.5f.).

Aufbau

Die 25 Beiträge der Veröffentlichung fokussieren sehr unterschiedliche Aspekte der Arbeit mit Freiwilligen und sind lose in drei Themenbereiche gegliedert:

Der erste Teil ist nicht gesondert betitelt und umfasst drei Aufsätze einordnender Natur, die das Verhältnis von Freiwilligenarbeit und Engagementpolitik, Freier Wohlfahrtspflege und Sozialer Arbeit reflektieren:

  • Doris Rosenkranz und Angelika Weber: Freiwilligenarbeit in der Sozialen Arbeit zwischen Tradition, Homöopathie und Zukunftsaufgabe.
  • Thomas Röbke: Freiwilligenmanagement zwischen Engagementpolitik und Praxis vor Ort.
  • Thomas Beyer: Identität statt Ressource. Das Ehrenamt und die Freie Wohlfahrtspflege.

Der zweite Teil bündelt unter der Rubrik „Management der Freiwilligenarbeit“ eine große Spannbreite verschiedener Aufsätze, die von der Frage nach der Entstehung sozialen Engagements über konkrete Anforderungen an das Management bis hin zum Corporate Citizenship reichen:

  • Hans-Werner Bierhoff: Wie entsteht Engagement und wie wird es aufrecht erhalten?
  • Doris Rosenkranz und Edmund Görtler: Woher kommen künftig die Freiwilligen? Die Notwendigkeit einer gezielten Engagementplanung in der Wohlfahrtspflege.
  • Christiane Biedermann: Freiwilligen-Management: Die Zusammenarbeit mit Freiwilligen organisieren.
  • Thomas Kegel: Perspektive Strategisches Freiwilligenmanagement.
  • Wolfgang Krell: Freiwilligen-Agenturen – Entwicklungsagenturen für bürgerschaftliches Engagement.
  • Andreas Bönte: Gutes tun – und darüber reden! Gezielte Öffentlichkeitsarbeit im Ehrenamt.
  • Steffen Deeg: Gut vernetzt. Chancen für social media in der Freiwilligenarbeit. Grundlagen und Beispiele.
  • Ralf Nachtmann: Freiwilligenmanagement und Qualitätssicherung.
  • Edmund Görtler: Evaluation im Freiwilligenmanagement.
  • Erika Regnet: Management von Ehrenamtlichen – Management durch Ehrenamtliche: Konfliktpotenziale und erfolgreiches Konfliktmanagement.
  • Kaspar Apfelböck: Rechtsfragen des Ehrenamts. Zum Haftungs- und Versicherungsrecht für Ehrenamtliche.
  • Burkhard Küstermann: Bürgerstiftungen und Ehrenamt.
  • Egon Endres und Michael Thiess: Corporate Citizenship. Neue Formen der Vernetzung zwischen Unternehmen und Gemeinwohlorganisationen.

Der „Organisation in der Praxis“ wendet sich der dritte Teil mit einer breiten Spanne verschiedener Themen zu:

  • Bud A. Willim: Die Praxis des Corporate Volunteering.
  • Uli Glaser: Engagementförderung und Freiwilligenmanagement im kommunalen Aufgabenfeld.
  • Gerlinde Wouters: Warum es im Bürgerschaftlichen Engagement ohne Netzwerkarbeit nicht geht. Praxis Netzwerkarbeit am Beispiel München.
  • Brigitte Limbeck: Mit den Freiwilligenmanagern der Seniorenarbeit im Gespräch. Gruppendiskussionen als professionelle Methode im Freiwilligenmanagement.
  • Gabriele Bartsch: Service Learning – Studierende engagieren sich im gemeinnützigen Bereich.
  • Patricia Fischer-Martin: „Betreuungshilfe für Kinder und Familien in Notsituationen“ des Kinderschutzbundes Würzburg. Ein Praxismodell ehrenamtlicher Sozialarbeit in der Jugendhilfe.
  • Josef Raischl: Volunteers in der Hospizarbeit. Die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen am Beispiel des Christopherus Hospiz Verein e.V. in München.
  • Piotr Sadowski: Volunteerism in Europe.
  • Matthias Naleppa: Freiwillige in der Sozialen Arbeit – Volunteering in den USA.

Ausgewählte Inhalte und Diskussion

Die Besprechung eines Sammelbandes ist stets eine besondere Herausforderung, will man dem Leser einerseits nicht die Hoffnung auf eine kompakte Übersicht mit knapper Kommentierung nehmen, andererseits aber auch den Beiträgen der Autoren mit ihren verschiedenartigen Aspekten und Zugängen gerecht werden. Mit seiner großen thematischen Breite bietet der vorliegende Band eine interessante Möglichkeit, das Inventar dieses Forschungs- und Praxisfeldes zu reflektieren. Dazu werden die Beiträge im Folgenden ohne Rücksicht auf ihre Reihung jeweils vor dem Hintergrund einzelner Fragestellungen diskutiert. Der Preis dafür ist, dass sie nicht ausführlich gewürdigt werden können. Dies ist umso bedauerlicher, als damit viele durchaus interessante Beiträge des Bandes vielleicht nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdient hätten. Denn das Buch hält viel Interessantes und Lehrreiches bereit. Zu denken ist unter anderem an eine kurze Einführung in das Freiwilligenmanagement (vgl. Biedermann, S. 57 ff.), eine Motivanalyse des Engagements (vgl. Bierhoff, S. 36 ff.) oder Informationen zu Haftungs- und Versicherungsfragen im Verein (Apfelböck, S. 141 ff.). Spannend ist auch das Transferpotenzial der unterschiedlichen Praxisberichte, wie beispielsweise die Schilderung des Volunteer Management im Christopherus Hospiz Verein e.V. in München, das ein besonderes Augenmerk auf die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen legt (vgl. Raischl, S. 255 ff.).

Gleichwohl wirft der vorliegende Band auch Fragen auf – sowohl an das Buch selbst wie auch an Forschung und Praxis. Schon bei einer ersten Durchsicht fällt auf, dass einige Diskurse und Themen die Zeit offenbar unverändert überdauert haben. Geblieben ist unter anderem auch die Vielfalt der Engagement-Begriffe, die zeigt, dass es offensichtlich in zehn Jahren zu keiner Verständigung hinsichtlich ihrer Verwendung gekommen ist. Zwar entscheiden sich die beiden Autorinnen für die Verwendung des Begriffes „Freiwilligenarbeit“ (vgl. Rosenzkranz/ Weber, S. 5), aber viele weitere Bezeichnungen wie „freiwilliges Engagement“, „Ehrenamt“ oder „Bürgerschaftliches Engagement“ werden von der Autorengemeinschaft in unübersichtlicher Weise gebraucht: So wird manchmal zwischen einem alten Engagement („Ehrenamt“) und einem neuen („freiwilliges Engagement“) (z.B. Limbeck, S.231/ Röbke, S. 30) unterschieden, manchmal nicht. Mitunter wird „Ehrenamt“ ebenso wie „Freiwilliges Engagement“ oder „Freiwilligenarbeit“ auch als Oberbegriff für alle Formen des alten und neuen Engagements genutzt (vgl. Apfelböck, S. 141 ff.).

Nun steht es zwar Autoren grundsätzlich frei, Begrifflichkeiten gemäß eigener Plausibilitäten und Argumentationen zu definieren, aus der Sicht des Lesers befriedigt dies jedoch nur bedingt. Neben einer möglichen, gegebenenfalls in Kauf zu nehmenden Unschärfe folgen daraus jedoch weitere Fragen:

  • Hat sich bisher keine kontextbezogene, nach Engagementformen, Engagementfeldern oder Engagementssituationen differenzierende Begriffsverwendung herausgebildet?
  • Was bedeutet denn die Tatsache, dass sich der Stand der Debatte in zehn Jahren offensichtlich kaum nennenswert verändert hat?
  • Ist die Begriffsvielfalt Ausdruck unterschiedlicher Engagementrealitäten und wenn ja, wirken sich diese auch auf die Freiwilligenarbeit aus?

Wenn auch die Vielfalt der Zugänge und Definitionen die Realität der aktuellen Debatte wiedergibt, so dürfte die angepeilte Leserschaft – Praktiker und Studierende – sich hier doch einen orientierenden Beitrag zur Begriffsdiskussion und den daraus folgenden Implikationen wünschen.

Der Heterogenität der Engagement-Begriffe steht eine seltsame Homogenität des Managementbegriffs gegenüber. Wird der Begriff von den meisten Autoren zwar nicht näher definiert, so scheint sich über viele Beiträge hinweg bei genauer Betrachtung aber ein prozessuales Managementverständnis mit situativ anzupassenden Handlungselementen herauszukristallisieren (vgl. z.B. Biedermann, S. 57 ff./ Nachtmann, S. 107 ff. oder Naleppa, S. 275 ff.), das sich ganz gut mit der Definition von Kegel beschreiben lässt: „Unter Freiwilligen-Management wird die Planung, Organisation, Koordination und Aus- und Bewertung von freiwilligem Engagement bzw. Freiwilligenarbeit in einer Organisation verstanden.“ (Kegel, S. 71) Damit wird ein mögliches Managementverständnis thematisiert, das aus dem im angelsächsischen Raum verbreiteten „Volunteer Management“ hervorgegangen ist (vgl. Biedermann, S. 58 f.) und die typischen Merkmale personalwirtschaftlicher Konzepte aus der Betriebswirtschaftslehre trägt: ein rationales Planungsverständnis, das in einer Art kybernetischen Regelkreislauf eingebettet ist und bei der Analyse des Bedarfs beginnt, die verschiedenen Phasen der Anwerbung, Einarbeitung und Entwicklung umfasst und schließlich mit der Evaluation den Anfang des alten und den Beginn eines neuen Zyklus markiert. Die im zweiten Abschnitt aufgegriffenen Themen folgen dieser Logik:

  • Engagementplanung (Rosenkranz/ Görtler, S. 46 ff.),
  • Strategisches Management (Kegel, S. 67 ff.),
  • Öffentlichkeitsarbeit (Bönte, S. 90 ff. und Deeg, S. 98 ff.),
  • Qualitätssicherung (Nachtmann, S. 107),
  • Evaluation (Görtler S. 116 ff.).

Dabei eröffnen die Aufsätze interessante Einblicke und Handlungsperspektiven, denen man gut folgen kann – vorausgesetzt man akzeptiert das oben genannte Managementverständnis. Zweifel meldet allerdings bereits Röbke in seinem Artikel an, in welchem er das Verhältnis zwischen Freiwilligenmanagement und Engagementpolitik untersucht: „Studiert man die englischsprachige Literatur zum Volunteer Management, so gewinnt man den Eindruck, dass ein bewährter Methodenkoffer zur Verfügung steht, der sich in unterschiedlichen Umwelten gleichermaßen bewährt. Das ist nur zum Teil richtig.“ (Röbke, S. 24) Sein Verweis auf die heterogenen kulturellen, fachlichen und milieubedingten Umwelten und der damit verbundene Appell zur Ausdifferenzierung findet in den folgenden Ausführungen jedoch überwiegend keinen Niederschlag. Und so muss es erstaunen, dass es neben dem situativ geprägten Managementmodell keine Diskussion alternativer Managementansätze (z.B. verhaltenswissenschaftlicher, systemischer, konstruktivistischer) gibt und überhaupt kritische Stimmen zum Thema, die solche Ansätze als „Managerialismus“ oder rationale Machbarkeitsphantasien ablehnen (vgl. z.B. Hansen, Eckhard (2011), o.S. oder Bode, Ingo/ Klein, Ansgar (Hrsg.) / Evers, Adalbert (2009), S. 133ff.), gar nicht zu Wort kommen.

Die Darstellung bleibt in der Folge weitgehend normativ. Es gibt zahllose Empfehlungen, Tipps und Tricks, denen es zwar nicht an Plausibilität fehlt. Wo allerdings bleibt die empirische Basis? Vergeblich sucht man überprüfbare Hinweise auf die tatsächliche Verbreitung der propagierten Instrumente oder deren Wirkungen in unseren Nonprofit-Organisationen. Hat es in zehn Jahren keine Erkenntnisse hierzu gegeben? Dass es Diskrepanzen zwischen der eingeforderten und der tatsächlichen Praxis geben muss, wird allerdings schon beim Querlesen deutlich. So lässt sich im Beitrag von Kegel ein deutliches Plädoyer für den Einsatz sogenannter „Freiwilligenkoordinatoren“, ja sogar für die Formierung eines eigenen Berufsbildes lesen (vgl. Kegel, S. 76). Eine Forderung, die schon mehr als ein Jahrzehnt im Raum steht. Im Rahmen ihrer Untersuchung zum Freiwilligenmanagement in der Seniorenarbeit kommen Rosenkranz, Görtler und Limbeck dann allerdings für die Seniorenhilfe zu dem Befund, dass sich lediglich etwa drei Prozent der Befragten „Engagementmanager“ 2012 in der Rolle eines solchen Freiwilligenkoordinators sahen (vgl. Limbeck, S. 227). Ist die Forderung also nicht realitätsnah oder einfach nur nicht bekannt genug? Als Gegenthese wäre vielleicht auch denkbar, dass die Verantwortung für das Freiwillige Engagement organisationsumfassende Querschnittsaufgabe ist und somit die Einführung einer verantwortlichen Stelle gar kontraproduktiv sein könnte.

Dort, wo es empirisch wird, finden sich vor allem Einzelschilderungen in Form von Fallstudien, beispielsweise zur Hospiz- (vgl. Raischl, S. 255 ff.) oder Seniorenarbeit (Limbeck, S. 226 ff.) und der Betreuungshilfe (Fischer-Martin, S. 243 ff.) oder um generalisierende Beiträge zu spezifischen Organisationsformen wie Bürgerstiftungen als Orte eines breiten Engagements (Küstermann, S. 158 ff.) oder Freiwilligenagenturen als Entwicklungsagenturen für bürgerschaftliches Engagement (vgl. Krell, S. 78 ff.). Die Beiträge nehmen wichtige Akteure und Engagementfelder auf und sind Belege für eine Ausdifferenzierung des Engagements jenseits des klassischen Vereins. Sie erfüllen in besonderer Weise den selbst gesetzten Anspruch einer facettenreichen Darstellung und eröffnen der angepeilten Zielgruppe unterschiedliche Zugangswege zum Thema. In den meisten Fällen ließen sich allerdings auch kritische Anmerkungen aus den Fachdebatten der jüngeren Zeit ergänzen. Zu denken ist beispielsweise an die Problematik der Dominanz lokaler Eliten in Bürgersstiftungen und die damit einhergehende Ausgrenzung anderer Bevölkerungsgruppen, die ernüchternden Erkenntnisse zur Lage und Leistungsfähigkeit bundesdeutscher Freiwilligenagenturen (vgl. Backhaus-Maul, 2012) oder die kritische Debatte um die Verquickung von (Hoch-)Schule und Freizeitengagement im Zusammenhang mit Service-Learning (z.B. Grammes, 2010).

Der im Titel propagierte Bezug zur Sozialen Arbeit realisiert sich weniger argumentativ als vielmehr über die Auswahl der Fallstudien (z.B. ehrenamtliche Arbeit in der Jugendhilfe, der Senioren- und Hospizarbeit). So bleibt der Bezug trotz einzelner Hinweise – im Wesentlichen im einführenden Beitrag der beiden Herausgeberinnen (vgl. Rosenkranz/ Weber, S. 11 ff.) – undeutlich. Zwar fordern sie zu Recht „eine stärkere und sachlichere Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Bürgerschaftliches Engagement‘ in der Praxis und Lehre der Sozialen Arbeit“ (S. 13), die konkreten Ängste und Probleme, welche seitens der Sozialen Arbeit in diesem Zusammenhang häufiger artikuliert werden, bleiben allerdings im Folgenden ungenannt: Mangelnde Qualifizierung der Freiwilligen, Angst vor Substitution des Hauptamtes durch Ehrenamt, die schleichende De-Professionalisierung der Sozialen Arbeit oder aber eine mögliche Klientelisierung der Engagierten durch Professionelle. Beiträge zu einer Versachlichung der Debatte könnten beispielsweise ansetzen an einer historisch begründeten Perspektive des Ehrenamtes als Vorläufer und Innovator, das damit zum Wegbereiter für Soziale Arbeit wird und dieses nicht etwa verdrängt. Ebenso könnte im Rahmen einer empirisch gestützten Argumentation gezeigt werden, dass eine umfassende Verdrängung bisher nicht nachweisbar ist. Auch ließe sich fallstudienartig nachweisen, dass Ehrenamt nicht etwa mit geringer oder gar abnehmender Qualifikation gleichzusetzen ist (z.B. Telefonseelsorge).

Fazit

In der Gesamtschau geben die Aufsätze in der zweiten Auflage des weit verbreiteten Sammelbandes einen Einblick in Diskussions- und Forschungsstränge der Ehrenamtsdebatte. Sie sind insofern Spiegel, verweisen aber genau dadurch auch indirekt auf Versäumnisse und Desiderata in Literatur und Forschung. Dabei folgen sie einer Logik, die einerseits theoretische und universalistische Managementansätze in Anlehnung an bekannte betriebswirtschaftliche Konzepte propagiert, denen bisher allerdings die empirische Überprüfung weitgehend fehlt. Andererseits finden sich interessante Überlegungen zu einer guten Praxis basierend auf einzelnen Fallstudien. Nicht genutzt wurde die Chance, die Wiederauflage für eine umfassende Retrospektive oder kritische Reflexion des Untersuchungsfeldes zu nutzen. Diese Anmerkungen sollten jedoch nicht die Vorzüge des Buches verdecken. So zeigt es die große Bandbreite des Themas auf und gibt wertvolle Informationen und Anregungen zur Umsetzung von Freiwilligenarbeit. Das selbst gesetzte Ziel einer kaleidoskopartigen Übersicht wird in jedem Fall erreicht und ermöglicht dem interessierten Leser auch ohne weitreichende Vorkenntnisse umfassende Einblicke.

Rezension von
Prof. Dr. Michael Vilain
Evangelische Hochschule Darmstadt
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Es gibt 9 Rezensionen von Michael Vilain.

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Zitiervorschlag
Michael Vilain. Rezension vom 07.07.2014 zu: Doris Rosenkranz, Angelika Weber: Freiwilligenarbeit. Einführung in das Management von Ehrenamtlichen in der Sozialen Arbeit. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2012. 2., aktualisierte Auflage. ISBN 978-3-7799-1959-9. Grundlagentexte Soziale Berufe. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/816.php, Datum des Zugriffs 30.11.2022.


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