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Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung (Hrsg.): Ansätze zur Pflegeprävention

Cover Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung (Hrsg.): Ansätze zur Pflegeprävention. Rahmenbedingungen und Analyse von Modellprojekten zur Vorbeugung von Pflegebedürftigkeit. Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Hannover) 2002. 102 Seiten. ISBN 978-3-87706-881-6. 14,90 EUR.
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Pflegeprävention

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung hat in der Schlüterschen Schriftenreihe "Pflegeforschung" dem Thema Pflege-Prävention angenommen und als Zwischenbericht Rahmenbedingungen und Analyse von Modellprojekten zur Vorbeugung von Pflegebedürftigkeit veröffentlicht.

Die Autoren

Die Autoren sind Frank Weidner, Professor für Pflegewissenschaft an der Katholischen FH NW Köln, und Anne Ströbel, Dipl.-Pflegewirtin (FH). Das Projekt wird vom Deutschen Caritasverband, Freiburg, gefördert. Als Herausgeber fungiert das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung in Köln, dessen Direktor Frank Weidner ist.

Die Zielgruppe

In erster Linie werden die Zwischenergebnisse für die Pflegewissenschaft dokumentiert. Darüber hinaus werden Entscheidungsträger in Politik, Theorie und Praxis angesprochen, die sich mit der Weiterentwicklung des deutschen Pflegewesens und hier insbesondere auch mit der Entwicklung von Strategien zur Vermeidung und Minderung von Pflegebedürftigkeit beschäftigen.

Gliederung und Inhalt

Das Buch ist in 9 Kapitel gegliedert. Nach der Einleitung, in der Problemstellung, Zielsetzung und Zeitplan dargestellt werden, widmet sich das 2. Kapitel den unterschiedlichen Sichtweisen von Pflegebedürftigkeit; die sozialrechtliche Sicht wird ebenso wie die medizinisch-geriatrische und die pflegewissenschaftliche aufgegriffen. Anschließend wird die Ausgangssituation (Entwicklung der Zahl Pflegebedürftiger und vorhandene Pflegeangebote) dargestellt.

Im 4. Kapitel wird u. a. die Frage gestellt (und natürlich beantwortet), ob Pflege eine Disziplin oder eine Strategie der Gesundheitsarbeit ist und macht auf strukturelle und konzeptionelle Mängel in Sozialrecht und Diskussionen aufmerksam. Die Fragestellung "Prävention als Strategie der Pflege" und "Prävention von Pflegebedürftigkeit" greift das 5. Kapitel auf. Die Ergebnisse der Recherche zu Referenzprojekten (Kapitel 6) nehmen mit über 40 Seiten breiten Raum ein. Sie werden abschließend zusammengefasst, so dass sich Anforderungsprofile für die handelnden Akteure ergeben. Sie sind der Gegenstand der Betrachtungen des 7. Kapitels. Dort werden das berufliche Selbstverständnis, die Komplexität der Aufgabe und das notwendige Wissen sowie Erfordernisse der Kooperation und Koordination thematisiert. In einem Abschnitt wird das viel diskutierte Modell "Hausärzte als CaseManager" behandelt und der Frage nachgegangen, ob dieser Weg erfolgversprechend sein könnte.

Im anschließenden Kapitel werden Überlegungen zur Entwicklung pflegepräventiver Beratungskonzepte angestellt, die in Schlussfolgerungen (9. Kapitel) für die Pflegeprävention im häuslichen Bereich münden. Neben dem obligatorischen Inhaltsverzeichnis runden ein Abkürzungs-, Literatur- und kurzes Stichwortverzeichnis die Publikation ab.

Fazit

Eine bemerkenswerte Bestandsaufnahme, die mit Spannung den Bericht erwarten lässt. Das Buch enthält interessante Analysen, nachvollziehbare Schlussfolgerungen und lässt sich gut lesen. Vermisst wurde lediglich ein Hinweis im (Unter-) Titel des Buches, dass der Bereich der häuslichen Pflege im Vordergrund der Betrachtung steht. Unabhängig davon handelt es sich bei dem Bericht m. E. um eine der wichtigen Grundlagen zur Entwicklung von Pflegebedürftigkeits-Vermeidungsstrategien, weshalb ihm größere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.


Rezensent
Georg Vogel
Rentenberater für die Bereiche SGB XI/SGB V
Herausgeber eines Onlineportals zur Altenhilfe


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Zitiervorschlag
Georg Vogel. Rezension vom 06.05.2003 zu: Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung (Hrsg.): Ansätze zur Pflegeprävention. Rahmenbedingungen und Analyse von Modellprojekten zur Vorbeugung von Pflegebedürftigkeit. Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Hannover) 2002. ISBN 978-3-87706-881-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/817.php, Datum des Zugriffs 23.09.2019.


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