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Timm Albers: Sprache und Interaktion im Kindergarten

Rezensiert von Sandra Klünder, 07.11.2009

Cover Timm Albers: Sprache und Interaktion im Kindergarten ISBN 978-3-7815-1682-3

Timm Albers: Sprache und Interaktion im Kindergarten. Eine quantitativ-qualitative Analyse der sprachlichen und kommunikativen Kompetenzen von drei- bis sechsjährigen Kindern. Julius Klinkhardt Verlagsbuchhandlung (Bad Heilbrunn) 2009. 282 Seiten. ISBN 978-3-7815-1682-3. 32,00 EUR.
Reihe: Klinkhardt Forschung.

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Thema und Zielgruppe

Der Autor wendet sich mit der Veröffentlichung seiner quantitativ – qualitative Analyse der sprachlichen und kommunikativen Kompetenzen von drei- bis sechsjährigen Kindern an akademisiertes Fachpersonal im Bereich der frühen Bildung und möchte mit seiner Arbeit einen „(…) Beitrag zur Konzeptbildung der Diagnostik und Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen leisten (…)“ (S. 11).

Autor

Dr. phil. Timm Albers, Hochschuldozent, ist als Akademischer Rat am Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover tätig.

Aufbau und Inhalt

Der Leser wird in einem einleitenden Kapitel über die aktuelle Relevanz des Themas sowie die gegenwärtige Diskussionen zum Thema Sprachförderung informiert. Bevor in den Kapiteln zwei bis vier die theoretischen Grundlagen erörtert werden, stellt Albers sein mehrdimensionales Forschungsdesign vor.

Das Kapitel zwei befasst sich mit der spracherwerbsspezifischen Theoriebildung, Kapitel drei in 50 Seiten mit dem Erstspracherwerbsverlauf im Vorschulalter und Kapitel vier mit den Besonderheiten des Zweitspracherwerbs.

Im fünften Kapitel bringt der Autor die dargelegten theoretischen Ansätze zusammen und leitet seine Forschungsfragen ab. Übergeordnet formuliert der Autor folgende Fragestellungen: „(…) Welche den Spracherwerb beeinflussenden Strategien findet man in der Interaktion von drei- bis sechsjährigen Kindern in der Peergroup und mit ihren pädagogischen Bezugspersonen? Welche Rolle spielen dabei die sprachlichen Voraussetzungen der Kinder und die Bedingungen des Umfelds? (…)“ (S.91).

Das sechste Kapitel erläutert dem Leser das methodische Vorgehen des Forschers. Quantitative und qualitative Untersuchungen, sowie der Feldzugang werden detailliert dargelegt.

Ergebnisse und Diskussion der quantitativen und qualitativen Untersuchungen kann der Leser im siebten Kapitel studieren und ein Fazit sowie einen Ausblick liefert der Autor im achten Kapitel.

Zentrale Ergebnisse der Arbeit:

  • sprachliche Qualitäten haben Einfluss auf Interaktionsqualitäten und sprachliche Kompetenzen sind Schlüssel zur sozialen Interaktion in der Peergroup
  • wenig kompetente Sprecher sind seltener Adressaten für Interaktionen mit der Peergroup und eigene Interaktionsversuche werden häufiger von sprachlich kompetenten Peers abgelehnt
  • sprachliche Qualität hängt häufig vom Interesse des Kindes am Thema und der Bezugsperson, sowie dem „Involvement“ des Kindes ab
  • kompetente Sprecher sind bevorzugte Interaktionspartner, kompetente Sprecher wenden sich auch vorwiegend Erwachsenen zu, um eigene sprachliche Strukturen zu prüfen und zu erweitern
  • Kinder mit Deutsch als Zweitsprache verfügen über vielfältige Strategien und Interaktionsstrukturen, auf welche sie in der sprachlichen Interaktion in der Zweitsprache zurückgreifen können, „(…) Kinder, die bereits eine andere Sprache erfolgreich erworben haben, nutzen ihr Wissen im pragmatisch-kommunikativen Bereich als Einstiegshilfe in die Erweiterung semantisch-lexikalischer und morphologisch-syntaktischer Kompetenzen im Deutschen (…)“ (S.261)
  • der sprachliche Input in Form von sozialer Umwelt, die kommunikative Modelle und unterschiedliche Sprachlernressourcen zur Verfügung stellt, scheint für die sprachlichen Kompetenzen von Bedeutung zu sein, mehr als Sprachförderprogramme
  • der größte Einflussfaktor auf das sprachliche Verhalten der Erzieher/innen wird durch den Kontext bestimmt, in dem die Interaktion stattfindet; Sprache wird von Fachkräften überwiegend direktiv zur Regulierung eingesetzt
  • einfühlsame Korrekturtechniken durch qualifizierte Erzieher/innen können zu einer erfolgreichen Extension kindlicher Gesprächsbeiträge führen

Fazit

Eine bereichernde Lektüre für akademisierte Fachkräfte im Bereich der Frühpädagogik, für Studenten der Frühpädagogik und fachlich Interessierte mit Vorbildung. Das Buch zeigt eine gelungene Forschungsarbeit mit mehrdimensionalem Forschungsdesign, die Sprache und Interaktion in Kindergärten fokussiert. Die Ergebnisse rücken Interaktionsprozesse zwischen Kindern und zwischen Kindern und ihren Pädagogen im Kindergarten in den Vordergrund. Besonders die Ergebnisse zum Einfluss der sprachlichen Kompetenzen auf die Interaktionsqualität, sowie der Einfluss des pädagogischen Umfelds auf die Interaktionsqualität können Pädagogen in der Begleitung kindlicher Sprachentwicklung unterstützen.

Rezension von
Sandra Klünder
M.A. Kindheitspädagogin, M.A. Dialogische Qualitätsentwicklerin im Kinderschutz, Kitaleitung, Fachberaterin, interne und externe Evaluatorin
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Es gibt 12 Rezensionen von Sandra Klünder.

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ISSN 2190-9245