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Daniela Braun, Katy Dieckerhoff (Hrsg.): Natur pur. Naturpädagogik im Kindergarten

Rezensiert von Prof.in Dr. Sylvia Kägi, 07.01.2010

Cover Daniela Braun, Katy Dieckerhoff (Hrsg.): Natur pur. Naturpädagogik im Kindergarten ISBN 978-3-589-24619-9

Daniela Braun, Katy Dieckerhoff (Hrsg.): Natur pur. Naturpädagogik im Kindergarten. Cornelsen Scriptor (Berlin) 2009. 184 Seiten. ISBN 978-3-589-24619-9. 17,95 EUR.
Reihe: Frühe Kindheit - Natur & Umwelt. Offensive Bildung.

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Thema

In dem Buch werden die Ansätze, Methoden, Ideen und Erfahrungen des Projekts „Natur Pur“ so aufbereitet, „dass sie über den kurzen Einblick in den Projektverlauf hinaus für alle Fachkräfte und jede Kindertageseinrichtung als Anregung dienen können, selbst die Natur- und Umweltbildung in der eigenen Einrichtung einzuführen oder zu vertiefen.“ (Braun S. 7)

Durch das Projekt soll das naturpädagogische Bildungsangebot in Kindertageseinrichtungen verbessert werden.

Autorinnen

Die Autorinnen haben alle im Projekt „Natur Pur“ mitgewirkt. Daniela Braun (seit 1993 Prof’in an der FH Koblenz) hat den pädagogischen Teil des Projekts geleitet, Katy Dieckerhoff (vertretende Prof’in an der FH Koblenz) ist stellvertretende Leiterin und Sandra Fiehr und Bärbel Magon haben als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen mitgewirkt.

Aufbau und Inhalt

Das Buch gliedert sich in 3 Teile.

Der erste Teil führt in den theoretischen Hintergrund von Natur und Bildung ein und besteht aus 2 Kapiteln. Im ersten Kapitel (S. 20 – 36) setzt sich Katy Dieckerhoff mit dem Bildungsbegriff auseinander. Ausgehend von einem Bildungsbegriff, der die Persönlichkeit mit seinen intellektuellen und emotionalen Anlagen fördern soll, geht sie auf die Selbstbildungspotentiale sowie auf ko-konstruktive Prozesse ein.
Naturpädagogik zur Unterstützung und Herausforderung der kindlichen Selbstbildungsprozesse, wird von den Autoren im zweiten Kapitel (S.37-61) thematisiert. Plakativ wird z.B. auf „Kindliche Naturbegegnungen heute“, die mit „verlorene(n) Natur-Freiräume(n)“, mit einer „zunehmende(n) Verhäuslichung der Kindheit“, „Institutionalisierung von Kindheit“, „Verinnselung von Kindheit“ eingegangen. Überführt wird dies in „Grundsätze naturpädagogischer Bildungsarbeit“, um emotionales Lernen anzuregen oder ästhetische Erfahrungen zu machen.

Der zweite Teil des Buches beschreibt die pädagogische Praxis und besteht ebenfalls aus 2 Kapiteln. Kapitel 3 (S. 64-107) thematisiert die Planung und Gestaltung von naturnahen Tageseinrichtungsaußengeländen, um sie als Lern- und Erfahrungsräume und somit als Aktionsräume erlebbar zu machen. Die Planung eines Außengeländes durch partizipative Methoden zur Realisierung (Sandra Fiehr) oder die Schaffung von Rahmenbedingungen durch eine transparente Öffentlichkeitsarbeit nehmen dabei einen großen Stellenwert ein.
Vielfältige Projektideen werden in Kapitel 4 vorgestellt (S. 108-168). Es handelt sich um Aktivitäten, „die sich im pädagogischen Alltag jeder Einrichtung praktizieren lassen. Alle Angebote eignen sich als Bestandteile naturpädagogischer Projekte und können je nach Situation und Interessenlage der Kinder modifiziert werden.“ (S.108) Unterteilt werden die Ideen z.B. in „Rund um das Gärtnern“, „Ernten, Genießen und Heilen“, „die vier Elemente“ oder „Begegnung in der Natur“. Insgesamt sind die Aktivitäten sehr knapp auf ca. 0,5 oder 0,3 Seite beschrieben.

Im dritten Teil schließt das Buch mit dem Anhang (S. 169-184) ab.

Fazit

Die stärke des Buches liegt im praktischen Teil. Hier geben die Autorinnen eine Fülle von Anregungen für die Gestaltung von „naturpädagogischen Außengeländen oder Aktivitäten“, die gut in einer Kindertageseinrichtung umzusetzen sind.

Beschrieben wird von den Autorinnen allerdings nicht, wie die verschiedenen Anregungen zu „ganzheitlichen und persönlichkeitsorientierten“ Bildungsangeboten von Kindern werden können, in denen sie sich ihre Natur selbst ko-konstruktiv aneignen.

Des Weiteren setzen sich die Autorinnen nur wenig mit einem sich veränderten Naturbegriff und den damit verbundenen möglichen Naturerlebnissen im Stadtdschungel auseinander (z.B. derzeitige Wildnisprojekte in der Stadt). Natur wird vor allem als Erfahrungsraum beschrieben, der einer Entfremdung unterliegt, da Kinder immer weniger die heimische Tier- und Pflanzenwelt kennen. Natur erlebt dadurch eine Beschränkung auf einen Erfahrungsraum, der vermeintlich „verloren gegangen ist“ und nun wieder herzustellen ist. Mit dieser Herangehensweise verengen die Autorinnen selbst ihren Bildungsbegriff, der vielfältigen Naturbegriffen und -erfahrungen Raum zur Gestaltung und Aneignung ermöglicht und in entsprechenden Lernsituationen dazu anregen sollte.

Rezension von
Prof.in Dr. Sylvia Kägi
Fachhochschule Kiel - Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit. Professur Pädagogik der Kindheit
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Es gibt 5 Rezensionen von Sylvia Kägi.

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ISSN 2190-9245