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Elisabeth Kaliva: Personal Learning Environments in der Hochschullehre

Rezensiert von Dr. Jutta Pauschenwein, 10.03.2010

Cover Elisabeth Kaliva: Personal Learning Environments in der Hochschullehre ISBN 978-3-940317-40-7

Elisabeth Kaliva: Personal Learning Environments in der Hochschullehre. Hülsbusch (Boizenburg) 2009. 135 Seiten. ISBN 978-3-940317-40-7.
Reihe: E-Learning.

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Thema

In diesem Studienbuch geht es um die „Potenziale, Einsatzmöglichkeiten und Herausforderungen von Personal Learning Environments“. Die Autorin stellt dar, was offene, personalisierte und integrierte Lernumgebung leisten können und inwieweit Hochschulen solche Lernumgebungen bereits bereitstellen und welche Erfahrungen gemacht wurden.

Autorin

Elisabeth Kaliva, arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Köln International School of Design der Fachhochschule Köln. Sie setzte sich mit „Personal Learning Environments“ im Rahmen ihrer Masterarbeit im Studiengang Educational Media am Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement auseinander.

Aufbau

Das Buch beginnt mit einer kurzen „Einleitung“, daran schließen sich die vier Kapitel

  • „Rahmenbedingungen für den Einsatz von PLEs“,
  • „Was sind Personal Learning Environments“,
  • „Personal Learning Environments in der Hochschule“ und
  • „Einsatz von Personal Learning Environments“ an.
  • Das Abschlusskapitel „Herausforderungen beim Einsatz von Personal Learning Environments“ und die „Zusammenfassung“ runden das Buch ab.

Inhalte

Im Vorwort und in der „Einleitung“ skizziert die Autorin die Gründe für ihre Auseinandersetzung mit Personal Learning Environments (PLEs). Moderne Internetanwendungen, insbesondere Web2.0-Anwendungen erlauben den NutzerInnen aktiv zur Wissensgenerierung beizutragen. PLEs, die unterschiedliche Systeme und Daten personifiziert darstellen, könnten Studierende in Selbstlernprozessen unterstützen.

Das zweite Kapitel behandelt „Rahmenbedingungen für den Einsatz von PLEs“ und diskutiert den Einsatz von Web2.0 Anwendungen in der Aus- und Weiterbildung. Web2.0 Anwendungen unterstützen soziale Netzwerke, welche InternetnutzerInnen mit ähnlichen Interessen vernetzen, wobei Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem verschwimmen. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene nutzen die Vielfalt netzbasierter Medien. Einige WissenschafterInnen meinen, dass moderne Lernszenarien auf diesen Kompetenzen aufbauen sollten, während andere kritisieren, dass der Einsatz von Web2.0-Werkzeugen nicht genügend Kompetenzen im Bereich des Selbstlernens und der klugen Auswahl von Lernressourcen generiert.

Im dritten Kapitel „Personal Learning Environments“ geht es um den Begriff selbst. Die Autorin fragt sich, ob ein PLE ein Learning Management System ist, das dem Management und der Kontrolle des Studiums dient, oder eher ein E-Portfolio, also ein digitales Portfolio, das die Lernbiographie der Studierenden abbildet, oder sogar eine individuelle Werkzeugkiste mit digitalen Werkzeugen zur individuellen Nutzung der Lernenden. Die Autorin versteht unter einem PLE eine „offene, personalisierte und integrierte Lernumgebung“, die flexibel Daten verbindet, die von den BenutzerInnen angepasst werden kann, aber doch auch von einer Bildungsinstitution festgelegte Kernfunktionalitäten enthält.

Das vierte Kapitel „Personal Learning Environments in der Hochschule“ erläutert den Einsatz im hochschulischen Kontext. Selbstgesteuerte Lernprozesse können in PLEs abgebildet sein, wobei die Offenheit des Systems der Heterogenität der LernerInnen Rechnung tragen soll. Kollaborative Elemente in PLEs sollen mittels Interaktions- und Feedbackmöglichkeiten umgesetzt sein.

Im Kapitel 5 „Einsatz von Personal Learning Environments“ stellt die Autorin vier Beispiele vor.An der Technischen Universität Ilmenau verwenden die Studierenden den Mesh-Up Dienst Protopage um Wissenscollagen zu erstellen, wobei dieses Werkzeug individuelle Anpassungen sehr unterstützt. Die community@Brighton (Universität Brighton) nützt Elgg zur Unterstützung von Lehrenden und Studierenden, um RSS-Feeds zu verwalten, Blogs zu verfassen, im WIKI zu kooperieren, Dokumente auszutauschen, asynchron und synchron zu kommunizieren. An der Universität Duisburg Essen wurde ein PLE auf Basis von Drupal entwickelt, das der Kommunikation/Kooperation, Ressourcenverwaltung und Organisation des Lernens dient. Das Interactive Logbook, ein Foschungsprojekt der Universität Birmingham, wurde als Desktop Anwendung entwickelt, die auf dem eigenen PC oder mobilem Gerät installiert werden kann, Kooperationen, Kommunikation und Reflexion organisiert, wobei weitere Anwendungen integriert werden können.

Das Buch schließt mit dem Kapitel „Herausforderungen beim Einsatz von Personal Learning Environments“. Die Erfahrung aus den angeführten Beispielen zeigt, dass die Studierenden anfangs eine intensive Betreuung der Lehrenden benötigen und das PLE im Rahmen von Lehrveranstaltungen eingesetzt werden sollte. Studierende, die ein PLE benützen, brauchen unterschiedliche Kompetenzen im Bereich Medien, Technik, Kultur, Soziale Interaktionen und Reflexion.

In der Zusammenfassung meint die Autorin, dass PLEs als Web2.0 Anwendung eine Schnittstelle innerhalb der heterogenen Infrastruktur einer Hochschule sein können und die Lernprozesse innerhalb der Hochschule unterstützen können.

Diskussion

In diesem Buch wird das Thema der „Personal Learning Environments in der Hochschule" recht umfangreich diskutiert. Neue Internet-Technologien als Basis für solche Systeme und die wachsenden Kompetenzen der Studierenden im Umgang mit technischen Werkzeugen bilden die Rahmenbedingungen dafür. PLEs sind offene, flexible Systeme und enthalten umfangreiche Funktionalitäten. Die Frage, inwieweit diese personalisierten, individuellen Lernumgebungen nicht den Rahmen der formalen Ausbildung an der Hochschule sprengen, wurde nicht wirklich beantwortet.

PLEs sollen ein bestimmtes Bildungsanliegen erfüllen und können beim begleitenden Selbststudium zum Einsatz kommen. PLEs und eLearning, insbesondere Blended Learning, stehen in einem gewissen Zusammenhang, wobei PLEs als umfassendes „Werkzeug“ dargestellt sind. PLEs unterstützen sowohl informelles, selbstgesteuertes Lernen als auch Kommunikation und Kollaboration und sind ein Werkzeug für das Wissensmanagement, welches unter Umständen auch Beurteilungen zulässt. Die Anwendungsbeispiele zeigen an allen Hochschulen eine reduzierten Einsatz von PLEs und geben ein gutes Bild, was derzeit an Hochschulen möglich und lebbar ist.

Fazit

Dieses Buch gibt einen guten Überblick über den aktuellen Stand von Personal Learning Environments und ist lesens- und empfehlenswert. Es stellt die vielen unterschiedlichen Anforderungen, die in das Konzept der Personal Learning Environments verpackt sind, dar und zeigt die Schwierigkeiten im Einsatz durch die Beispiele von PLEs an den Hochschulen.

Rezension von
Dr. Jutta Pauschenwein
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Es gibt 21 Rezensionen von Jutta Pauschenwein.

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ISSN 2190-9245