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Michael Ziemons: Internet basierte Ausbildungssupervision

Cover Michael Ziemons: Internet basierte Ausbildungssupervision. Verlag Barbara Budrich (Opladen, Berlin, Toronto) 2010. 300 Seiten. ISBN 978-3-938094-84-6. D: 36,00 EUR, A: 37,10 EUR, CH: 61,00 sFr.

Schriftenreihe der KatHO NRW - 13.
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Thema

Ausbildungssupervision als Bestandteil der Praxisausbildung in Studiengängen der Sozialen Arbeit hat eine langjährige, bewährte Tradition. Heute absolvieren Studierende ihre Praxissemester vermehrt im Ausland, Hochschulen müssen demnach ihr Konzept der Face-to-face-Supervision überarbeiten. Häufig stellt dann das Internet die einzige Möglichkeit dar, Ausbildungssupervision auch während einem Auslandsemester zu gewährleisten. Im vorliegenden Buch zeigt der Autor auf, wie Internet basierte Ausbildungssupervision gelingen kann, er evaluiert die Verfahren und formuliert weiterführende Erkenntnisse.

Autor

Dr. phil Michael Ziemons, Professor für Pädagogik an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abt. Köln, Fachbereich Sozialwesen, Supervisor (M.Sc./DGSv). Er koordiniert an der KatHo NRW die Auslandsupervisionen.

Aufbau

  1. Einleitung und Problemstellung
  2. Supervision als erwachsenenpädagogische Beratungsform
  3. Konzept einer Internet basierten Ausbildungssupervision im transkulturellen Kontext
  4. Empirische Evaluation der Wirksamkeit Internet basierter Ausbildungssupervision im transkulturellen Kontext
  5. Auswertung und Ergebnisse
  6. Explorative Analysen
  7. Abschluss und Ausblick

Inhalt

Im einleitenden Kapitel definiert und beschreibt Ziemons Ausbildungssupervision als Bestandteil der Curricula der (Fach-)Hochschulstudiengänge Soziale Arbeit, Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Er hält fest, dass eine Forschungslücke bezüglich der Frage, wie unter den aktuellen Rahmenbedingungen Ausbildungssupervision zu gestalten sei, festzustellen sei. Es seien auch keine Konzepte oder Untersuchungen zur Gestaltung von Ausbildungssupervision bei Praxissemestern im Ausland, sowie zur Wirkung des Mediums Internet zu finden.

Ziemons will den Stand der Ausbildungssupervision im Studium der Sozialen Arbeit an deutschen (Fach-)Hochschulen darstellen und führt im Rahmen der vorliegenden Arbeit eine entsprechende Umfrage durch. Aus den vorgestellten Resultaten folgert er, dass es einer theoretisch-didaktischen Fundierung bedarf, der ein Konzept für Internet basierte Ausbildungssupervision folge. Es bedürfe im Weiteren einer Evaluation dieses Konzeptes, um dessen Bewährung in der Praxis zu prüfen.

In der vorliegenden Arbeit will er folgenden Fragen nachgehen:

  • wie kann Internet basierte Ausbildungssupervision im Rahmen eines BA-Studiums an einer Fachhochschule für Soziale Arbeit kontextgemäss und hochschuldidaktisch passend konstruiert werden
  • welche theoretischen Grundlagen gibt es
  • und wie lassen sich diese in ein Bachelor-Studium einpassen
  • wie erfolgreich kann Internet basierte Ausbildungssupervision – im Vergleich zur herkömmlichen Ausbildungssupervision – sein

Im zweiten Kapitel nimmt Ziemons eine theoretische Einordnung von Supervision als erwachsenenpädagogische Beratungsform vor. Nach einer bildungstheoretischen Begründung von Supervision, stellt er Strukturelemente Systemischer Supervision dar. In den folgenden Ausführungen nimmt er die Besonderheiten der Beratungsformen

  • Ausbildungssupervision
  • Interkulturelle/internationale/transkulturelle Supervision
  • Internet basierte Supervision

in den Blick.

Im darauf folgenden Kapitel beschreibt Ziemons die praktische Ausgestaltung eines Konzeptes für Internet basierte Ausbildungssupervision im transkulturellen Kontext. Er stellt insbesondere den Ablauf der Interaktion und Kommunikation, sowie das methodische Vorgehen und dessen didaktisch-konzeptionelle Bearbeitung vor. Die im zweiten Kapitel beschriebenen Kenntnisse dienen als Grundlage für die Vorgehensweisen und die Methoden der Neu-Konzeption. So wird beispielsweise der Selbstorganisation der Studierenden eine hohe Bedeutung zugemessen. Oder es werden Methoden in das Konzept eingebaut, die die besondere interkulturelle Situation deutlich machen und reflektieren lassen, um so einen transkulturellen Reflexionsprozess zu schaffen.

Nach der theoretischen Begründung und der Darstellung der Konzeptentwicklung beschreibt Ziemons in den weiteren Kapiteln die empirische Überprüfung der Wirksamkeit des Konzeptes der Internet basierten Ausbildungssupervision. Es kommen qualitative und quantitative Methoden zum Einsatz. Ziemons geht folgenden Fragestellungen nach:

  • Mit welchen Erwartungen gehen Studierende an Ausbildungssupervision heran
  • Welche Wirkung erzielt Ausbildungssupervision, und gibt es Unterschiede bei der Effizienz der unterschiedlichen Supervisionsverfahren (Face-to-face-, E-Mail- und Skype-Supervision)

Er stellt Design, Auswertung und Ergebnisse differenziert dar und führt sie detailliert aus.

Als doch überraschendes Ergebnis zeigt Ziemons auf, dass die traditionelle, Face-to-face-Supervision und die Internet basierte Ausbildungssupervision gleichwertige Ergebnisse erzielen können. Als besonders zentral zeigen sich die Supervisionsbeziehung und das methodische Vorgehen. Es sind Fragen offen geblieben, insbesondere die Wirkung im Gastland und die Effekte, die von dieser Seite Einfluss auf die Ausbildungssupervision nehmen.

Im abschliessenden Kapitel hält Ziemons fest, das im Rahmen der vorliegenden Arbeit entwickelte Konzept habe sich in der Evaluation insgesamt als bewährt gezeigt und könne nun weiterentwickelt werden. Zudem hätten sich verschiedene neue, interessante Forschungsfragen herauskristallisiert.

Fazit

„Internet basierte Ausbildungssupervision“ bietet allen, die ins Ausbildungssupervisionsgeschehen und/oder in curriculare Prozesse an Hochschulstudiengänge für Soziale Arbeit involviert sind, sowie allen, die an Internet basierter Supervision und/oder grundsätzlich an diesen Fragen interessiert sind, einen umfassenden Überblick und viel Anregung.

Die Besonderheit der Beratungsform der interkulturellen/internationalen/transkulturellen Supervision wird im zweiten Teil des Buches eher wenig berücksichtigt.


Rezensentin
Esther Abplanalp
Dozentin Bachelorstudiengang Soziale Arbeit Berner Fachhochschule Fachbereich Soziale Arbeit
Homepage www.verweberin.ch
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Zitiervorschlag
Esther Abplanalp. Rezension vom 23.02.2011 zu: Michael Ziemons: Internet basierte Ausbildungssupervision. Verlag Barbara Budrich (Opladen, Berlin, Toronto) 2010. ISBN 978-3-938094-84-6. Schriftenreihe der KatHO NRW - 13. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/9420.php, Datum des Zugriffs 19.07.2018.


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