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Franz Walter: Gelb oder Grün?

Rezensiert von Prof. Dr. Walter Wangler, 29.07.2010

Cover Franz Walter: Gelb oder Grün? ISBN 978-3-8376-1505-0

Franz Walter: Gelb oder Grün? Kleine Parteiengeschichte der besserverdienenden Mitte in Deutschland. transcript (Bielefeld) 2010. 145 Seiten. ISBN 978-3-8376-1505-0. 14,80 EUR. CH: 27,50 sFr.
Reihe: XTexte
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Autor

Franz Walter (Prof. Dr.), 1954 geboren, ist Direktor des Instituts für Demokratieforschung an der Universität Göttingen. Er gilt als Experte für die Geschichte und Entwicklung politischer Parteien in Deutschland. 2009 erschien sein Essay „Im Herbst der Volksparteien. Eine kleine Geschichte von Aufstieg und Rückgang politischer Massenintegration“. Walter ist Mitglied der SPD.

Aufbau

Das schmale Bändchen ist in vier Abschnitte gegliedert.

  • Im ersten Teil skizziert Walter die Geschichte der liberalen Parteien in Deutschland, von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart („Die Liberalen: Umfallen und Aufstehen“).
  • Im zweiten Teil beschreibt er die Entwicklung der „Grünen“ – in einem naturgemäß weit kürzeren Zeitfenster („Die Grünen: Partei der angepassten Unangepassten“).
  • Das dritte Kapitel ist mit „Nach den Volksparteien: Chancen und Gefahren“ umschrieben.
  • Das Abschlusskapitel beschäftigt sich mit dem Thema „Grüne und Liberale: Konklusion und Ausblick“.

Erstes und zweites Kapitel sind relativ umfänglich, Kapitel drei und vier umfassen jeweils nur wenige Seiten. Ein siebzehnseitiges (!) Literaturverzeichnis verweist auf weiterführende Fachliteratur.

I. Teil - Die Liberalen: Umfallen und Aufstehen

Im ersten Teil beleuchtet der Autor die Anfänge des politischen Liberalismus in Deutschland im 19. Jahrhundert. Dessen Rolle im Vormärz und während der 1848er Erhebung wird ausgeklammert, für Walter ist der deutsche Liberalismus eine „postrevolutionäre Erscheinung“. Zumindest in ihrem lokalen Umfeld zum Establishment, zu den Honoratioren zählend, fürchteten sich die Liberalen „vor der Herrschaft der Massen, agierten als Gegner der Demokratie und des allgemeinen Wahlrechts“. Die feudale Ordnung, die die Freiheitsrechte der Bürger beschränkte, lehnten sie ab. Gleichwohl mochten sie die „ordnende Hand, den materiellen Schutz, die subventionierende Hilfe des Staates nicht missen“. Radikalliberale Rhetorik und Akzeptanz staatlicher Protektion gingen Hand in Hand.

Seit den späten 1860er Jahren kooperierte die Mehrheit der Liberalen mit Bismarck, „die Einheit der Nation war ihnen wichtiger als alles andere“. Von diesen „Nationalliberalen“ spalteten sich die „linksliberalen Freisinnigen“ ab. Zum Ende des Kaiserreichs suchten letztere unter dem Einfluss von Naumann das Bündnis mit der reformistischen Arbeiterbewegung.

Dass die Allianz von Sozialliberalismus und Sozialdemokratie in der Weimarer Republik nicht hielt, ist nach Walter der Grund dafür, dass „die Republik zerbrach“. Vor allem die traditionellen Wähler der Liberalen, die kleinen Händler, Krämer und Handwerker, erwiesen sich als „illoyal“. Gläubige Katholiken und programmfeste Sozialisten hielten auch in Krisenzeiten zu ihrer Partei. Den Mittelstand hingegen jagten wirtschaftliche Probleme sofort zur nächsten politischen Gruppierung, sie waren „die treuloseste Klientel“. Am Ende waren die meisten „bei den Nationalsozialisten angekommen“.

Die Jahre nach 1945 brachten eine Renaissance des freisinnigen Liberalismus. Dessen Grundlage war „die Kommune, auch die Region“. Die FDP reüssierte, wo „freisinnige Liberale als angesehene Unternehmer oder Akademiker, als Kommunalpolitiker, als Vorsitzende von Schiller- und Goethe-Vereinen oder auch als Chorleiter von Liedertafeln im engen Geflecht honoratiorenhafter Bürgerlichkeit das kulturelle wie auch soziale Bild einer Stadt bestimmten“. Theodor Heuß und Hermann Maier verkörperten diese besonders im Südwesten erfolgreiche Richtung.

In Hessen, Niedersachsen und Nordrein-Westfalen indes bildete sich „im rechten Spektrum des deutschen Bürgertums“ eine neue „nationale Sammlung“ hinter dem Banner der FDP. Sie umwarb auch „die frustrierten, verbitterten Anhänger der vergangenen Diktatur, die ehemaligen Träger von Regime, Partei und Streitkräften“ – nach Walter Ausdruck der früher „identitätsstiftenden“ nationalen Idee im deutschen Liberalismus. Wieder zeigte letzterer, wie im Jahrhundert zuvor, zwei Gesichter. Das Ritterkreuz am Halse von Parteichef Mende symbolisierte die Richtung, die in den sechziger Jahren die Oberhand gewonnen hatte.

Auch wenn die nationale Idee im Laufe der Jahre in den Hintergrund trat: eine Renaissance des Sozialliberalismus hatte dies nicht zur Folge. Dies änderte sich selbst dann nicht, als Scheel - hinter dessen „äußerlichem Frohsinn“ sich nach Walter „eine gehörige Portion Härte versteckte“- das Ruder übernahm und mit der SPD koalierte. Weder Döring noch Flach noch Maihofer („Freiburger Thesen“) vermochten der FDP auf Dauer ein sozialliberales Image zu verleihen oder aus der FDP gar eine „liberale Volkspartei“ zu machen – das heißt, sie aus der „Enge des mittelständischen Milieus zu lösen und für breite Arbeitnehmerschichten (zu) öffnen“. Die FDP blieb “eine sozialkonservative Besitzbürgerpartei“, eine „Lobbyistin organisierter ökonomischer Interessen“. An Lambsdorff und Friderichs „prallten alle sozialliberalen Transformationsinitiativen ab“. Auch Genscher betonte die Rolle der FDP als „sozialstaatsskeptisches Korrektiv“.

Mit Möllemann trat vorübergehend eine neue, „populistische“ Figur ins Rampenlicht. Er verstand die FDP nicht mehr als „elitären Interessenverein“, sondern als „Protestvehikel“. Er gedachte, die „Menschen an ihren Wutpunkten abzuholen“: die „Autofahrer, die Staatsverdrossenen, die Steuerverweigerer“. Dieser populistische Neuliberalismus musste mangels Programm ständig medienpräsent sein, unaufhörlich zuspitzen, „einen ungeheuren Budenzauber veranstalten, sonst war er rasch weg vom Fenster“. Auch wenn die „Haiderisierung“ der FDP mit dem Tod Möllemanns beendet schien: die von ihm begründete Tradition der populistischen „Medien und Eventtribune“ wurde von Westerwelle fortgesetzt. Seine Zielgruppe: juvenile, leistungsorientierte männliche Yuppies der Geburtsjahrgänge zwischen 1967 und 1978. Eine Generation Golf, die nicht Schiller und Goethe las, sondern die „Financial Times“, den „Wiener“ und „Tempo“. Westerwelle war keine Inszenierung zu schrill, wenn sie dazu beitrug, die Partei von ihrem Honoratioren- und altbürgerlichen Image zu befreien.

Mit der Zeit wird Westerwelle biederer und seriöser, ohne zum Altliberalismus zurückzukehren oder gar in die Nähe sozialliberaler Positionen zu geraten. Nach wie vor setzt er auf eine Klientel, die sich in Büchern wie „Melkvieh Mittelschicht“ wiedererkennt. Und bei der Bundestagswahl 2009 schließlich geschieht das absolut paradoxe: als in den neunziger Jahren das Finanzkapital und der neoliberale Zeitgeist reüssierte, stand die FDP vor dem Absturz ins Nichts. Als indes 2009 das Finanzkapital mitsamt den neoliberalen Theorien, die es stützten, kollabierte, erreichte die FDP mit fast 15 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Walter begründet das so: „Ganz so paradox…war der politische Frühling der Freidemokraten nicht. Denn natürlich war die Gruppe derjenigen, die ungern Steuern zahlen, denen sozialstaatliche Transfers contrecoeur gehen, nicht kleiner geworden. Und diese Gruppe… sah sich jetzt…, da man mit Managern und Bankern wütend grollte…, in die Enge getrieben. Und deshalb sammelte sich diese Schicht…hinter der einzigen rhetorisch vorbehaltlosen Prätorianergarde zum Schutz von Märkten, Eigentum und Selbständigkeit“.

II. Teil - Die Grünen: Partei der angepassten Unangepassten

Im zweiten Teil beschreibt Walter die Entwicklung der 1980 gegründeten Partei. Zu ihren Gründervätern zählte der längst vergessene Biobauer Baldur Springmann – 1902 geboren, Mitglied der SS-Reiterstaffel, ein Lebensreformer, der „an der Urbanität litt, die Technisierung ablehnte, der Zivilisation trotzte, das Kosmopolitische verachtete“, Knut Hamsuns „Segen der Erde“ liebte – und der frühere CDU-Abgeordnete Herbert Gruhl. Doch binnen kurzem wurden diese bürgerlich-konservativen alten Herren von den jungen „Linken“ ausgebootet. Letztere repräsentierten ein neues soziales Milieu, „konzentriert in den studentischen Quartieren der Universitätsstädte, mit dem Habitus von Schlabberlook und Zottelhaaren, mit…roten Buchläden, Kinderhorten, Wohngemeinschaften, selbstverwalteten Handwerksbetrieben, Patienten- und Anwaltkollektiven, Bioläden und Vollkornbäckereien“. Diese „organisatorisch unterfütterte Lebenswelt“ bildete nach Walter das Fundament der Grünen.

Als erste Ikone der Partei gilt bis heute Petra Kelly. War Springmann „bekennend deutsch, heimatfixiert, an Hof und Region gebunden“ so war die „Jeanne d‘Arc der Grünen“ stets „dezidiert global, internationalistisch, unablässig in allen Teilen der Welt unterwegs, mehrsprachig und in jeder Hinsicht kosmopolitisch orientiert“. Mit sich „überschlagender Stimme, in…jagenden Sätzen“ erklärte sie ihren „konsternierten Zuhören“, wie den „Verfolgten und Gemarterten in Ost und West“ beizustehen, die Welt zu retten sei. Die Grünen zehrten selbst dann noch vom „moralischen Mehrwert“ der Kelly, als der inzwischen arrivierten Partei „die moralische Attitüde der Frühzeit längst nachgerade peinlich war“.

Der alternative Sektor und seine Partei rekrutierte sich „aus der Post-68er Generation, aus den Jahrgängen 1954 bis 1965, aus dem Babyboom der Republik“. Eine Gruppe von Gebildeten indes, der anfangs ihre Bildungszertifikate nichts nützten: die Zugänge zu den öffentlichen Diensten waren verstopft, die Babyboomer fühlten sich ausgegrenzt. Ihre Frustrationen führten sie zu den Grünen, ihre Ressourcen waren „Bildung und Kompetenz, viel Zeit, noch unverbrauchte Energie“.

Die Grünen waren und blieben, so Walter, lange Zeit die Partei einer Generation. Sie mussten nicht zwischen den Generationen vermitteln, der Spagat zwischen verschiedenen Wählersegmenten blieb ihnen erspart. Nur dass sie sich zusammen mit „ihrer“ Generation wandelten: als ihre Wähler „auf das 30. Lebensjahr zugingen, da löste sich der Milieuzusammenhang rasch auf. Viele hatten dann doch…eine Anstellung in den öffentlichen Kultur-, Bildungs- und Sozialdiensten…ergattert…Es veränderte sich der Habitus…Die Latzhose verschwand…ersetzt durch den Markenblazer italienischer Herkunft“. Die zunächst „blockierte Generation…war in der (linken) Mitte der Gesellschaft angekommen“. Und mit ihnen ihre Partei. Fischer sprang auf den Grünen-Zug auf, „als dieser bereits kräftig rollte“ – um dann „zielstrebig und hemdsärmelig“ dessen Tempo und Richtung zu bestimmen.

In den 1990er Jahren erschlossen die „Grünen“ neue Wählergruppen. Sie behielten den Kern der Gründergeneration, gewannen jedoch überproportional viele Jungwähler, fanden sogar Zuspruch in „großbürgerlichen Wohnquartieren mit traditionell…freidemokratischen und christdemokratischen Parteipräferenzen“. Dies führte zu dem verblüffenden Ergebnis, dass 1997 die Meinungsforscher „im Lager der Grünen die größte Anzahl politisch desinteressierter Menschen“ ausmachten. Die Grünen waren „Teil eines angesagten Lifestyles“ geworden, gleichzeitig „Integrationspartei der postindustriellen Mitte, interessant für zottelbärtige Ökos und gelfrisierte Yuppies, attraktiv für Studienräte und Abiturienten, wählbar für verbeamtete Gleichstellungsbeauftragte und selbständige Unternehmensgründer“. (Walter vertritt in diesem Zusammenhang eine interessante These: grüne Prinzipien seien weit mehr in der Ära Kohl realisiert worden als in der Zeit der rot-grünen Koalition ab 1998. Schröder und Fischer hätten nur noch das politisch bílanziert und rechtlich sanktioniert, was „sich bereits sozialmoralisch im Lande vollzogen hatte“.)

Die „grünen Bevölkerungskreise“ jedenfalls waren „in der Mitte der Gesellschaft angekommen…Sie sind die Besserverdienenden und Hochgebildeten…dabei überwiegend - weil in leitenden Stellungen des öffentlichen Dienstes beschäftigt - fest abgesichert…Sie leben in saturierter Eintracht mit den Herrschenden.“ Würden nur Wähler mit Hauptschulabschluss wählen, hätten die „Grünen“ keine Chance, über 5 Prozent zu kommen. Aber mit den Unterprivilegierten hatten die „Grünen“ sowieso nie etwas am Hut, man legt in den grünen Kreisen größten Wert „auf Abstand zu den Lebensgewohnheiten der Unterschichten“.

III. Teil – Nach den Volksparteien: Chancen und Gefahren

Im dritten Teil bilanziert Walter, ob es Grünen und Liberalen gelungen ist, nachhaltig „Nutzen aus dem Zerfall vormals selbstverständlicher Loyalitäten durch Klassen- und Konfessionszugehörigkeiten“ zu ziehen. Nutzen schon, aber nachhaltig? Die Wähler von Liberalen und Grünen sind eine schwierige Klientel: sie „wünschen eine exquisite Rolle, streben nach Distinktion, nach sichtbarem Abstand zur Masse“. Deshalb haben sie sich, eine zu großen Teilen eigentlich unpolitische Kohorte, „von den nivellierenden Volksparteien abgewandt“. Sie sind allerdings auch launisch – und „elastisch“: sagt ihr „die politische Speisekarte nicht mehr zu, wechselt sie ungerührt das Lokal“. Die „prätentiösen Kunden“ sind „untreue Wähler“.

IV. Teil – Grüne und Liberale: Konklusion und Ausblick

Im vierten Teil skizziert Walter zunächst die gegenwärtigen Übereinstimmungen von Libertären und Liberalen. Die früheren Divergenzen in Habitus und Lebensstil sind verschwunden, Trittin und Fischer und Westerwelle könnten beim gleichen Schneider arbeiten lassen. Was wirtschaftliche und gesellschaftliche Saturiertheit angeht, haben die Grünen die Liberalen sogar überholt. Die grüne Wählerschaft ist nicht nur besser gebildet als diejenige der Liberalen, sie empfindet das gegenwärtige gesellschaftliche System auch gerechter als die Sympathisanten der FDP (und übrigens auch aller anderen Parteien). Auch Moral- und Ethikgebote nehmen Anhänger der „Grünen“ wichtiger als die Anhänger der FDP. So unterschreiben zwei Drittel der Sympathisanten der Grünen die Aussage, „dass Gott in jedem menschlichen Leben wirksam und erfahrbar ist“, Und selbst für den Afghanistan-Einsatz plädierten die Grünen-Wähler lange Zeit entschiedener als alle anderen.

Wo liegen sonstige Unterschiede? Man muss lange suchen. Und was Walter schließlich an Divergenzen aufzählt, widerspricht in nicht wenigen Punkten dem zuvor Gesagten. Bei der FDP würden wieder kleine und mittlere Selbständige den Ton angeben, bei den Grünen Beamte des Höheren Dienstes. Es seien verschiedene Lebenswelten mit wenig Berührungspunkten. Bei der FDP dominiere der Typus des jungen Mannes, der mehr „Netto vom Brutto“ wolle, bei den Grünen die „akademische Frau mittleren Alters, der „eine ordentliche sozialstaatliche Infrastruktur wichtig“ ist. „Uneigennützigkeit“ sei der lebendige Funke der Grünen, ausgedrückt in den Forderungen nach einer Bürgerversicherung, nach Klimaschutz und Gemeinschaftsschulen“. Liberale und Libertäre seien sich „sozial nah“, würden aber im „Ethos und in den Alltagsphilosophien“ erheblich differieren (?).

Diskussion

Walter verfügt über die Fähigkeit, (partei)politische Sachverhalte soziologisch zu unterfüttern und beide Wissenschaftsdisziplinen sprachlich so zu verbinden, dass die Lektüre zum Vergnügen wird. Der Autor hat Spaß an zugespitzten, gelegentlich auch sarkastischen und respektlosen Formulierungen am Rande der „political correctness“. So gewinnt er aber auch Leser, die gewöhnlich keine politikwissenschaftliche Fachliteratur lesen, sondern allenfalls mal einen Artikel von Heribert Prantl in der „Süddeutschen Zeitung“. Zu Recht gehört Walter zu den bekanntesten Politikwissenschaftlern in Deutschland (wenn er allerdings an einer Stelle von „der Göttinger Politikwissenschaft“ spricht, tut er des Guten zu viel. Das klingt ein wenig nach „Frankfurter Schule“, unterschlägt vor allem die Bedeutung der „Eichstätter Politikwissenschaft“!).

Der Autor hat es verstanden, die Geschichte der liberalen Parteien und der libertären Partei spannend aufzubereiten. Treffende Portraits von Springmann, Kelly, Flach, Fischer, Möllemann, Westerwelle, Trittin und Claudia Roth ergänzen die Darstellung

Bei Walter spielen nicht die Programme und Verlautbarungen der Parteien und ihrer Herolde die Hauptrolle, sondern der tatsächliche ökonomische und soziale Background, nicht zuletzt die materiellen Interessen ihrer Klientel. Nur ganz selten wird der Autor seinem aufklärerischen Anspruch nicht gerecht, so, wenn er die Forderung der Grünen nach Gemeinschaftsschulen nicht hinterfragt. Ob nämlich die neubürgerliche Klientel der Grünen ihre Kinder tatsächlich auf Gemeinschaftsschulen schickt oder nicht doch eher aufs traditionelle Gymnasium, sei dahingestellt.

Fazit

Ein uneingeschränkt zu empfehlendes, pointiertes Essay, das zu lesen Vergnügen bereitet und Erkenntnisgewinn verschafft.

Rezension von
Prof. Dr. Walter Wangler
Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
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Es gibt 31 Rezensionen von Walter Wangler.

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Zitiervorschlag
Walter Wangler. Rezension vom 29.07.2010 zu: Franz Walter: Gelb oder Grün? Kleine Parteiengeschichte der besserverdienenden Mitte in Deutschland. transcript (Bielefeld) 2010. ISBN 978-3-8376-1505-0. Reihe: XTexte. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/9485.php, Datum des Zugriffs 12.08.2022.


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