Beate Theißen: Blockflöte, das kann ich! - Gesamtpaket: Neue Hits für coole Kids
Rezensiert von Prof. Dr. Hubert Minkenberg, 03.06.2003
Beate Theißen: Blockflöte, das kann ich! - Gesamtpaket: Neue Hits für coole Kids.
Klaus Dieck Verlag
(Heinsberg-Oberbruch) 2003.
64 Seiten.
ISBN 978-3-89803-334-3.
29,00 EUR.
1 Lehrerhandr.: 64 S., 1 Schülerarbeitsh.: 64 S.mit 1 CD u. 1 Vorl. f. Pappblockflöte.
Das Thema
Blockflöte, ein leidiges Thema unter MusikpädagogInnen, ein quälendes Thema für viele Menschen, die in ihrer Kindheit in den Blockflötenzwagsunterricht gerieten. Die Autorin versucht in ihrem kleinen Buch die Blockflöte vom Nimbus des volkstümelnden und laienhaften Musizierens zu befreien. Sie stellt das Instrument Blockflöte in einen völlig neuen, nämlich rockig-poppigen Kontext und dazu noch mit einfachen Beispielen, die auch von Kindern mit besonderem Förderungsbedarf ab Vorschulter gespielt werden können.
Die Autorin
Beate Theißen ist Sonderschullehrerin an der Rurtalschule in Heinsberg/Oberbruch. Für ihre Arbeit mit der Schulband "RurRock" wurde sie durch die Robert-Bosch-Stiftung ausgezeichnet. Sie arbeitet weiterhin als Jazzsängerin/Pianistin und Dozentin in der Lehrerfortbildung
Aufbau und Inhalt
Das Buch besteht aus zwei Bänden; einer Lehrerhandreichung und einem Schülerheft mit Playback-CD. Der Lehrerband gliedert sich in 14 Kapitel. Grundprinzip jedes Kapitels ist das Vorstellen einer Art Unterrichtseinheit von ungefähr 45 Minuten, die immer Differenzierungsmöglichkeiten, didaktisch-methodische Hinweise und Aktivierungsvorschläge im Sinne praktischer Übungen beinhaltet. Als reale didaktische Hilfe fungieren hier die am Anfang plastisch eingeführten Figuren Justin, DJ Jeff, Bassi und Jazz, die die Kinder auf dem Playback und im Schülerheft bildlich beim Blocklötespielen begleiten.
Nach dem Vorstellen und Kennen lernen des Instruments werden nach und nach einfache Eintonstücke eingeführt, die zusammen mit der Playback CD schon nahezu professionell klingen können. Die Schule endet mit Zwei-, Drei- und Fünftonhits, in denen alle bis dahin erlernten Griffe und Töne vertieft werden. Alle Lektionen werden im Schülerheft an Hand der Spielfiguren und einer Pappgrifftabelle visualisiert. Die Autorin verzichtet bewusst auf Notenschrift und führt neue Töne mit Tonnamen ein.
Zielgruppe
Das Buch richtet sich an alle pädagogisch tätigen Menschen, die voraussetzungsloses Musizieren betreiben wollen. Selbst unausgebildete (Musik)pädagogInnen werden mit Hilfe dieser Schule schnell zu ersten vorzeigbaren Ergebnissen kommen können. In erster Linie sind ErzieherInnen, SozialpädagogInnen und LehrerInnen, die mit Kindern im Vor- und Grundschulalter arbeiten, angesprochen.
Fazit
Die beiden Bücher stellen sorgfältig und liebevoll aufbereitetes Unterrichtsmaterial für die musikalische Früherziehung und den Grundausbildungsbereich zu Verfügung. Besonders begrüßenswert scheint mir, dass die Autorin auch in ihrem Lehrerband ganz bewusst auf jegliche musiktheoretische Vorkenntnisse verzichtet.
Leider werden an einigen Stellen Textrhythmen zum Erlernen der Liedrhythmen vorgestellt, die der Alltagsbetonung der benutzten Worte zuwider laufen. Auch manchen Playbacks hätte eine intensivere Beschäftigung mit den benutzten afroamerikanischen Vorbildgrooves gut getan. Damit wäre der insgesamt sehr gelungene Eindruck der Veröffentlichung noch verstärkt worden.
Alles in Allem gutes, praxisbezogenes Arbeitsmaterial für jeden, der mit Musik und Kindern arbeiten will.
Rezension von
Prof. Dr. Hubert Minkenberg
Professor für Medienpädagogik/Musikpädagogik
Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
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