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Werner Knapp, Diemut Kucharz u.a.: Sprache fördern im Kindergarten

Cover Werner Knapp, Diemut Kucharz, Barbara Gasteiger-Klicpera: Sprache fördern im Kindergarten. Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2010. 166 Seiten. ISBN 978-3-407-25526-6. D: 26,95 EUR, A: 27,70 EUR, CH: 45,50 sFr.
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Thema

Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleituntersuchung des Sprachförderprogrammes der Landesstiftung Baden-Württemberg werden in die Praxis des Kindergartens übertragen. Die Themen sind u.a. Planung und Konzeption von Sprachstandsdiagnose, praktische Förderung und Tipps zur Elternbeteiligung.

Autoren und Autorin

Dr. paed. Werner Knapp, Prof. für Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik an der Päd. Hochschule Weingarten

Dr. phil. Dietmut Kucharz, Prof. für Erziehungswissenschaft an der Päd. Hochschule Weingarten

Dr. phil. Habil. Barbara Gasteiger-Klicpera, Prof. für Päd. Psychologie an der Päd. Hochschule Weingarten

Entstehungshintergrund

Chancengleichheit und Integration gehen maßgeblich mit Sprachkompetenz einher. Das Bewusstsein hierfür hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Viele Bundesländer haben Sprachförderprogramme ins Leben gerufen.

Aufbau und Inhalt

Das erste Kapitel berichtet aus der Praxis der Sprachförderung in den Kindertagesstätten. Es gibt Einblick in Sprachlernsituationen, deren Gestaltung und Inhalt. Erkenntnisse aus der Analyse der aufgezeigten Situationen werden dargelegt. Unter anderem werden folgende Fragen thematisiert:

  • Wie erwerben Kinder eine Sprache - und wie beeinflussen Erwachsene dies?
  • Wie sehen inszenierte Sprachlernsituationen aus?
  • Wie sind Sprachfördereinheiten aufgebaut?
  • Die Kinder zu Wort kommen lassen
  • Die Sprache der Erzieherin

Diagnostische Verfahren zur Beurteilung des sprachlichen Entwicklungsstandes von Kindern ist der Titel des zweiten Kapitels. Zur Diagnostik des sprachlichen Entwicklungsstandes gab es lange Zeit nur wenige Verfahren. In diesem Kapitel wird den Fragen nachgegangen:

  • Wozu soll diagnostiziert werden?
  • Welche Ziele hat Diagnostik?
  • Was soll diagnostiziert werden?
  • Welche Inhalte sind von Bedeutung?
  • Wie soll diagnostiziert werden und welche Verfahrensweisen sind für welche Fragestellungen geeignet?

Aktuelle Sprachstandserhebungsverfahren wie z.B. Sprachentwicklungstest für Kinder (SETK), Marburger Sprachverständnistest (MSVK) und Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen (SISMIK) und Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufgewachsenen Kindern (SELDAK) werden vom Autorenteam vorgestellt.

Das dritte Kapitel steht unter dem Thema: Die Planung und Konzeption von Förderung. In diesem Kapitel werden die Besonderheiten des Zweitspracherwerbes bei Kindern hervor gearbeitet. Wie erlernen Kinder eine Zweitsprache? Der Weg von der Diagnostik zum Förderplan unter Berücksichtigung u.a. folgender Fragen wird aufgezeigt und exemplarisch wird ein Förderplan erstellt: In welchem Alter kommt das Kind regelmäßig in Kontakt mit der Zweitsprache? Wie häufig und intensiv ist dieser Kontakt? Welche Erstsprache spricht das Kind, welche Ähnlichkeiten und Unterschiede gibt es zur Zweitsprache?

Woraufhin im folgenden (vierten) Kapitel pädagogisch-didaktische Grundlagen zur Gestaltung der Fördersituation aufgezeigt werden. „Diese Kapitel soll Hinweise dafür geben, wie Sprachförderung pädagogisch und didaktisch sinnvoll gestaltet werden kann. Dabei geht es zunächst in Anknüpfung an das vorherige Kapitel um die Zielbestimmung der Sprachförderung und die Voraussetzungen der Kinder. Daran schließen sich Erkenntnisse aus der Elementarpädagogik und der Sprachdidaktik zur lernförderlichen Gestaltung von Sprachfördersituationen an. Dabei werden verschiedene Lernarrangements und Vorgehensweisen vorgestellt und diskutiert. An den verschiedenen Inhalten der Sprachförderung werden diese Vorgehensweisen abschließend konkretisiert.“ (S. 92)

Kapitel fünf: Konzepte der Sprachförderung

  • Ziele und Zielgruppen der vorschulischen Sprachförderung
  • Vorstellung einzelner Konzepte
  • Typologie der Konzepte der Sprachförderung
  • Umgang mit Konzepten der Sprachförderung

Konzepte der Sprachförderung unterscheiden sich nicht nur im Curriculum sondern auch in der Ausrichtung auf verschiedene Zielgruppen, der Didaktik und der Methodik. Hierzu wird ein umfassender Überblick gegeben.

Das sechste Kapitel zeigt Möglichkeiten und Stolpersteine bei der Einbeziehung von Eltern in die Sprachförderung der Kinder. Es gibt einen Überblick über Ideen und Modelle der Zusammenarbeit mit Eltern. Besondere Probleme werden dargestellt und die Voraussetzungen für gelungene Zusammenarbeit, sowie deren inhaltlichen Schwerpunkte werden aufgezeigt. Auch geht das Autorenteam der Frage nach was hat sich bewährt, was ist erfolgreich.

Diskussion

Dieses Buch bietet wissenschaftlich fundiertes Basiswissen zum Spracherwerb von Kindern. Verschiedene Diagnostikverfahren, Fördermodelle und Modelle zur Elternarbeit werden erläutert und die Möglichkeiten des Einsatzes aufgezeigt.

Fazit

Meines Ermessens ein gelungener Überblick und somit eine gute Grundlage für die Arbeit in der Praxis.


Rezensentin
Petra Schuhmann


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Zitiervorschlag
Petra Schuhmann. Rezension vom 22.06.2010 zu: Werner Knapp, Diemut Kucharz, Barbara Gasteiger-Klicpera: Sprache fördern im Kindergarten. Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2010. ISBN 978-3-407-25526-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/9637.php, Datum des Zugriffs 22.09.2019.


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